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Neue Ideen im Nordharzer Verein

GZ Plus IconMitgliederboom bei den Langelsheimer Landfrauen

Erinnerungen bei Kaffee und Keksen: (v.l.) Christine Bockemüller, Giesela Werner und Barbara Bokemüller blicken auf die Veränderungen im Landfrauenverein.

Erinnerungen bei Kaffee und Keksen: (v.l.) Christine Bockemüller, Giesela Werner und Barbara Bokemüller blicken auf die Veränderungen im Landfrauenverein. Foto: Leifeld

Der Langelsheimer Landfrauenverein, gegründet in den 1950er Jahren, verzeichnet einen starken Mitgliederzuwachs. Wo liegt das Geheimnis?

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Von Andrea Leifeld
Montag, 17.03.2025, 11:00 Uhr

Langelsheim. Im würdevollen Rahmen kamen die Landfrauen zusammen. Ein Anlass, den die Vorsitzende Christine Bockemüller nutzte, auch Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Verein zu ehren: Renate Knoke, Margret Maßmann und Ingrid Müller sind schon 25 Jahre dabei, Rosi Eggers 30 Jahre, Ingrid Diedrich und Gisela Werner 35 Jahre; auf stolze 55 Jahre blickt Christa Sammtlebe zurück. Ein großes Dankeschön gab es auch für Elfriede Bornemann, in deren Händen jahrzehntelang die Schmalzherstellung lag und die sie nun in jüngere Hände abgibt. Allesamt langjährig treue Mitglieder, denen ein besonderer Dank gebührt.

Rege und aktiv

Aber wie ist es um die Zukunft eines, in den 1950er Jahren gegründeten Vereins heute bestellt? Tatsächlich präsentieren sich die Langelsheimer Landfrauen rege und keineswegs altbacken. „Im zurückliegenden Jahr konnten wir zwölf neue Mitglieder gewinnen. Und drei Anfragen für 2025 liegen bereits vor“, freut sich die derzeit führende Frontfrau der munteren Frauenschar, Christine Bockemüller, zufrieden, den Vereins auf dem rechten Weg zu wissen.

Längst ist das Image der, in der Landwirtschaft arbeitenden Frauen abgelegt. Die Landfrauen sehen ihre Zusammenkünfte als zentralen Treff für Bildung, Kultur und gesellschaftliches Leben. „Keine Frage: Dafür war ein Wandel auch in Vereinsstrukturen erforderlich“, erinnert sie. Seit 2019 steht die heute 63-Jährige an der Spitze. Nur Kaffeenachmittage und Vorträge, das war den jüngeren Frauen zu wenig und ist auch oftmals mit Familie und Berufstätigkeit nicht vereinbar. Neue Wege mussten her, um den Spagat zwischen Alt und Jung zu stemmen.

Klischeehaft: Landfrauenveranstaltungen bei Kaffee, Kuchen und Vorträgen wird es auch weiterhin geben – aber neue Ideen bescheren neue Mitglieder.

Klischeehaft: Landfrauenveranstaltungen bei Kaffee, Kuchen und Vorträgen wird es auch weiterhin geben – aber neue Ideen bescheren neue Mitglieder. Foto: Leifeld (Archiv)

„Wir wollen jüngere Mitglieder gewinnen, aber die älteren Frauen, die uns über Jahrzehnte treu zur Seite gestanden haben, nicht verprellen“, betont sie. Und die Aufgabe gelang: Großer Beliebtheit erfreut sich der vor zwei Jahren eingeführte monatliche Stammtisch, der auch extern Interessierten die Möglichkeit bietet, in lockerer Runde und an unterschiedlichen Abenden einfach in den Landfrauenverein hineinzuschnuppern. Ebenso ein Handarbeitskreis (jeden dritten Dienstag im Monat im Alten Rathaussaal). Selbstverständlich sind auch alle andern Veranstaltungen offen für jedermann. Jeder Mann? Ja, natürlich können derweilen auch Männer eine Fördermitgliedschaft erwerben.

Und die Ideen enden nicht: Ab März werden die Landfrauen ein Gesundes Frühstück-Projekt der Grundschule Astfeld begleiten. „Im Juni geht es dann nach Lüneburg, mit einem Blick hinter die Kulissen der TV-Produktion ‚Roten Rosen‘“, schwärmt Bockemüller.

Wandel ist gelungen

„Wir haben uns gewandelt – und mussten es auch“, ergänzt Giesela Werner. „Ich bin eine Tochter aus einem Landwirtschaftsbetrieb und da war es früher gar keine Frage, dass ich den Landfrauen beitrete“, steuert sie dem erinnerungsreichen Treffen bei. Von 2009 bis 2017 lenkte die heute 71-Jährige die Vereinsgeschicke. Noch weiter reicht die Mitgliedschaft der 80-jährige Barbara Bokemüller zurück. Sie leitete den Verein von 1997 bis 2009. Zur heutigen Frontfrau Christine Bockemüller besteht keine Verwandtschaft. „Uns trennt das C“, erzählen die Frauen und lachen.

Landwirtschaftliche Verpflichtungen für einen Beitritt bestünden heute nicht mehr. „Bei uns kann jeder mitmachen, sich einbringen und wohlfühlen“, wirbt das feminine Trio zuversichtlich, alle Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Legendär: Der Vortrag von Rudolf Blümcke im Jahr 2017. Der Pastor aus Braunschweig betreute von 1995 bis 2005 32 Kirchengemeinden in Sibirien.

Legendär: Der Vortrag von Rudolf Blümcke im Jahr 2017. Der Pastor aus Braunschweig betreute von 1995 bis 2005 32 Kirchengemeinden in Sibirien. Foto: Leifeld (Archiv)

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