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Nationalpark-Kunstausstellung

GZ Plus IconWorkshop: Wie geht’s in St. Andreasberg mit „Natur-Mensch“ weiter?

Die Martini-Kirche ist bisher einer von drei Ausstellungsorten für die Kunstaustellung „Natur-Mensch“ in St. Andreasberg.

Die Martini-Kirche ist bisher einer von drei Ausstellungsorten für die Kunstaustellung „Natur-Mensch“ in St. Andreasberg. Foto: Nachtweyh/Archiv

„Natur-Mensch“ legt eine kreative Pause ein, um die Kunstschau des Nationalparks Harz für die Zukunft neu aufzustellen. Erster Schritt: Ein Workshop für Interessierte in St. Andreasberg. Der brachte ein Bündel an Ideen – auch sehr originellen.

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Von Berit Nachtweyh
Montag, 12.05.2025, 14:00 Uhr

St. Andreasberg. Im vorigen Jahr erlebte die Nationalpark-Kunstausstellung „Natur-Mensch“ in St. Andreasberg ihre 30. Auflage, längst ist sie ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Bergstadt – und dennoch wird sie in diesem Jahr ausgesetzt. Grund: „Nach 30 Jahren müssen wir einfach mal das ganze Konzept hinterfragen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch. Dieser Prozess wurde am Mittwoch mit einem Workshop für alle Interessierten eingeleitet.

Sowohl mit der Beteiligung als auch mit dem großen Bündel an herausgearbeiteten Ideen waren der Nationalparkleiter, seine Fachbereichsleiterin Dr. Viktoria Röntgen als Moderatorin des Workshops und Bürgermeister Wolfgang Langer am Ende des Abends sichtlich zufrieden. Rund 30 Teilnehmer hatten sich im Kurhaus eingefunden. Neben den Beschäftigten von Nationalparkverwaltung, Stadt und Braunlage-Tourismus-Marketing GmbH – die quasi hauptamtlich mitwirkten – zeigten alteingesessene St. Andreasberger ebenso Interesse wie Zugezogene und Kulturinteressierte aus der Region.

Alles auf dem Prüfstand

Die fünf Themenblöcke des Abends ließen schnell erkennen, dass der Nationalpark Harz und die Stadt Braunlage als Träger der Veranstaltung nahezu überall Nachbesserungspotenzial für „Natur-Mensch“ sehen: Integration in die Region, inhaltliche Ausrichtung, Konzeption und Organisation, Öffentlichkeitsarbeit sowie Finanzierung und Sponsoring. Die Kunstausstellung solle aber keineswegs infrage gestellt werden, betonten Pietsch und Langer unisono und mit Nachdruck. Aber sie sollte in allen Belangen auf den Prüfstand.
In kleinen Gruppen tauschen die Teilnehmer des Workshops zu fünf Themen Ideen aus.

In kleinen Gruppen tauschen die Teilnehmer des Workshops zu fünf Themen Ideen aus. Foto: Nachtweyh

Zur Wahrheit gehöre nämlich auch, dass die Kosten für die Ausstellung in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind, so Bürgermeister Langer. Noch rede man nicht von Defiziten, fügte Nationalparkleiter Pietsch an. Daher wolle man rechtzeitig gegensteuern, bevor Defizite entstehen. Gewünscht hatten sich die Macher der Ausstellung deshalb einen „Blick von außen“ – ein erster Schritt auf dem Weg der Erneuerung.

Großer Katalog an Ideen

Die Außenstehenden hatten jedenfalls jede Menge Ideen und Vorschläge mitgebracht: Vieles davon tatsächlich als ganz neuer Ansatz (zum Beispiel Sonderstempel der Harzer Wandernadel, Sponsoren-Offerten inklusive Leih-Kunst fürs Unternehmen, Pop-up Kunstmeile im Ort, Social-Media-Botschafter), anderes war als Revival gedacht (Außen-Kunstwerke im Kurpark und in der Stadt, Kinder-Kunst-Wettbewerbe). In der Summe in jedem Fall ein großer Katalog an Impulsen, den Nationalparkverwaltung und Stadt in den nächsten Wochen sortieren und auswerten wollen. „Deshalb haben wir in diesem Jahr ganz bewusst eine kreative Pause eingelegt“, sagt Dr. Viktoria Röntgen. Welche Ideen für das kommende Jahr umsetzbar sind, werde sich im nächsten Schritt zeigen.
Rund 30 Personen treffen sich im Kurhaus, um über die Zukunft von „Natur-Mensch“ zu beraten.

Rund 30 Personen treffen sich im Kurhaus, um über die Zukunft von „Natur-Mensch“ zu beraten. Foto: Nachtweyh

Ganz am Ende des Workshops sprach Ausstellungskurator Detlef Kiep dann aber doch noch eine Frage aus, die manchem in der Runde bei der Präsentation der vielen Ideen wohl durch den Kopf gegangen sein mag: Wer soll das eigentlich alles umsetzen? Schon jetzt sind die Personalfrage und die damit verbundenen Kosten die entscheidenden Faktoren.

In der Euphorie des gemeinschaftlichen Brainstormings wollte sich von dieser Frage am Mittwochabend trotzdem niemand die Stimmung verderben lassen. Im Gegenteil, die Gastgeber des Workshops meinten vielmehr, es mit so vielen engagierten Mitstreitern „stemmen zu können“. Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch, der anfangs mit einer derart großen Beteiligung überhaupt nicht gerechnet hatte, war am Ende deshalb „ganz optimistisch, dass das klappen kann“.

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