Welche Vorräte wichtig sind: Das DRK gibt Tipps zur Krisenvorsorge
Was muss im Haushalt vorhanden sein, um auf Krisen wie einen längeren Stromausfall vorbereitet zu sein? Davide De Matteis (l.), stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Goslar, und Referent Lutz Appelt vom DRK in Döhren wissen, was weiterhilft. Foto: DRK
Stromausfälle wie aktuell in Berlin rufen in Erinnerung, dass es wichtig ist, für Notfälle vorzusorgen: Was das Deutsche Rote Kreuz in Goslar in Notlagen rät.
Goslar. Nicht nur mutmaßlich von Russland gesteuerte Drohnenflüge verunsichern die Bevölkerung. Aktuell ruft der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin, zu dem sich Linksextremisten bekannt haben, ins Gedächtnis, wie hilfreich es ist, für Notfälle vorbereitet zu sein. Der DRK-Ortsverein Goslar bietet seit einiger Zeit Termine zur Krisenvorsorge an und erklärt, wie Haushalte sich wappnen können, um etwa einige Tage ohne Strom zu überstehen.
Vorsorge für Krisen und Notfälle
Rotes Kreuz in Goslar gibt Vorsorgetipps bei längerem Stromausfall
Die Idee für die Informationsabende hatte Davide De Matteis, der stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins. Der Gedanke, dass Krisenvorsorge ratsam ist, kam dem 23-Jährigen erstmals beim Schneechaos 2021, als in vielen Gebieten des Landkreises Goslar Straßen und Wege nicht befahrbar waren. Damals habe er sich gefragt, wie er Nudeln kochen könne, wenn der Strom ausfallen sollte, und wie lange seine Vorräte ausreichen.
Lückenhafte Blackout-Aufklärung
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Mittlerweile hat de Matteis vorgesorgt: „Ich habe ein Kurbelradio, Wasserbehälter, Lebensmittelvorräte, Teelichter, Streichhölzer, extra Besteck und vieles mehr.“ Vieles davon nutze er auch im Alltag, sodass er seine Vorräte immer wieder auffülle. Davide De Matteis kennt sich mittlerweile gut aus, er gibt Empfehlungen vor allem für drei Bereiche:
Die Grundausstattung
Zunächst geht es um den Alltag. „Lebensmittelvorräte wie Pasta, Pesto oder Dosenprodukte, Wasser und Teelichter bilden die Grundlage.“ In den Lehrgängen empfehle er den Teilnehmern insbesondere, „dass sie vorrätig halten, was sie gerne essen und regelmäßig nutzen, damit nichts verfällt“.
Die Hausapotheke
Daneben rät De Matteis, an medizinische Probleme zu denken und die Hausapotheke aufzufüllen beziehungsweise eine einzurichten. Er schlägt vor, an Verbandskasten, Kühlpacks, Schmerzmittel und Salben zu denken, ergänzt durch „persönliche Medikamente und einen Medikamentenplan vom Hausarzt“.
Auch ans Auto denken
Eine Notfallausstattung hält De Matteis auch für das Auto bereit, falls er mit dem Pkw eine Panne hat und Hilfe nicht in Aussicht ist oder er bei einem Schneetreiben längere Zeit in einem Stau steht. „Kleidung, Hygieneartikel, Decke, Starthilfekabel, Abschleppseil und Taschenlampe ermöglichen Flexibilität und Selbstständigkeit in unerwarteten Situationen“, sagt er.
Was gehört in den Notfallrucksack?
In den Notfallkursen des DRK geht es auch darum, wie man sich verhält, wenn das Haus schnell verlassen werden muss, etwa wenn es brennt, im eigenen Gebäude oder in dem des Nachbarn. „Ein Notrucksack sollte fertig gepackt zu Hause stehen“, berichtet De Matteis. Neben Kleidung und Hygieneartikeln würden wichtige Dokumente hinein gehören, Geld und Dinge, die einem persönlich wichtig sind. „Wir sprechen außerdem über die sichere Lagerung, das Digitalisieren von Dokumenten und das Hinterlegen von Kopien an sicheren Orten.“
Wo gibt es Hilfe?
Die Behörden informieren über Apps wie „Nina“ und „Nora“ über Gefährdungen. Das DRK weist zudem darauf hin, dass Nachbarschaftshilfe wichtig ist. Viele ältere Menschen seien möglicherweise überfordert oder könnten sich nicht selbst auf Krisensituationen vorbereiten, sie bräuchten also Hilfe. De Matteis sagt: „Wir ermutigen dazu, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig zu unterstützen, um Krisen sicher zu überstehen.“ Der Landkreis Goslar hatte in einer Broschüre zur Krisenvorsorge im vorigen Jahr auf sogenannte „Kommunikationsleuchttürme“ hingewiesen, die vorrangig in Feuerwehrhäusern eingerichtet werden sollen. Wichtige Fragen dazu sind aber noch ungeklärt.
Ein gutes Gefühl
De Matteis spricht einen weiteren Punkt an, nämlich, ob die Diskussion um Stromausfälle, andere Notfälle und hybride Kriegsführung die Menschen verunsichert. Er betont: „Persönlich habe ich erfahren, dass Vorsorge kein Grund zur Panik ist, sondern ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Man fühlt sich vorbereitet sowie gelassen und kann viele Dinge auch im Alltag praktisch nutzen.“
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Der nächste Infoabend des DRK-Ortsvereins ist übrigens schon geplant, er ist für Donnerstag, 29. Januar, vorgesehen. Beginn ist um 17 Uhr in den Räumen des DRK-Kreisverbands Osterode-Goslar in der Baßgeige in der Alten Heerstraße 15. Referenten sind Axel Müller und Lutz Appelt, der Termin ist auf 30 Teilnehmer begrenzt. Anmeldungen werden per Telefon und per E-Mail entgegengenommen.

Das ist außerdem sinnvoll: Batterien, Taschenlampe und Taschenmesser sowie ein Radio. Foto: DRK
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