Teurer und unpünktlich: Schulbaustelle sorgt für Ärger
Die WvS-Baustelle aus der Luft, aufgenommen im Sommer. Foto: Landkreis Goslar/Jens Dunemann
Am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg explodieren 2025 die Kosten. Landkreis und Planungsbüro liegen im Zwist.
Für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte des Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasiums (WvS) beginnt das neue Jahr mit einer Hiobsbotschaft: Der Anbau an ihre Schule, der zusätzliche Klassen- und Funktionsräume sowie einen komplett neuen Eingangsbereich bringen soll, wird nicht nur später fertig, sondern soll plötzlich auch noch doppelt so viel kosten, wie ursprünglich geplant. Statt anfangs 9,2 Millionen Euro veranschlagt das zuständige Planungsbüro nun 17,3 Millionen Euro.
Politik ist geschockt und erbost über Kostenexplosion
Der Landkreis Goslar sieht als Grund dafür zum Teil erhebliche Fehler des Planungsbüros, die Politik zeigt sich geschockt und erbost. Doch die Kreistagsmitglieder müssen in den sauren Apfel beißen. Damit das Bauprojekt in Bad Harzburg nicht gestoppt wird, müssen mehrere andere Vorhaben im ganzen Landkreis gestrichen beziehungsweise verschoben werden. Während der Finanzausschuss des Landkreises darüber berät, steigen die Kosten weiter: Noch einmal 140.000 Euro kommen dazu.
Kreiselternrat schlägt Alarm
Aufgrund der Entwicklung schlägt der Kreiselternrat in einem offenen Brief Alarm. „Wieder einmal ein alarmierendes Beispiel dafür, dass Bauprojekte der öffentlichen Hand oft von erheblichen Kostenüberschreitungen betroffen sind“, schreibt Vorsitzende Peggy Plettner-Voigt. Bauchschmerzen verursacht Eltern und Politik insbesondere die dringend notwendige Sanierung des Schulzentrums Braunlage, die durch die Entwicklung am WvS nun ebenfalls in Gefahr gerät. Dennoch wird das zusätzliche Geld durch den Kreistag genehmigt. Und es entsteht immerhin kein kurzfristiges Platzproblem: Die Klassenraumcontainer auf dem Schulhof, in die aufgrund des Platzmangels an der Schule ausgewichen wird, können noch länger stehen bleiben.
Insgesamt ein Jahr Verzögerung bei Erweiterungsbau
Der Landkreis schärft beim Umgang mit dem Planungsbüro nach eigenen Angaben nach: Die Baubesprechungen vor Ort sowie die Bauplanungsrunden mit allen Fachplanern werden wöchentlich abgehalten, um noch mehr Kontrolle zu behalten.
Auf der Bad Harzburger Baustelle geht es im weiteren Verlauf des Jahres zwar voran, doch die schlechten Nachrichten hören nicht auf. Im April muss der Landkreis eine erneute Verzögerung von zwei Monaten bekannt geben, und schon im Juni wird das Projekt ein weiteres, bis heute aber letztes Mal nach hinten verschoben. Fertiggestellt sein soll der Erweiterungsbau nun im Juni 2026 – und damit insgesamt gut ein Jahr später, als ursprünglich mal geplant.
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