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Von Wahlkampf bis Windkraft

GZ Plus IconWas die Harzburger 2026 von ihren Lokalpolitikern erwarten können

Was kommt auf Bad Harzburg im neuen Jahr zu? Die Lokalpolitik skizziert in der GZ ihre Ideen und Pläne.

Was kommt auf Bad Harzburg im neuen Jahr zu? Die Lokalpolitik skizziert in der GZ ihre Ideen und Pläne. Foto: Luca Weber

Das Jahr 2026 wird spannend: Kommunalwahl, Bürgermeisterwahl, knappe Kassen sind nur einige Schlagworte. Parteien und Gruppen im Rat skizzieren Pläne und Ideen für 2026.

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Von Holger Schlegel
Dienstag, 06.01.2026, 12:00 Uhr
Das Jahr 2026 wird aus kommunalpolitischer Sicht ausgesprochen spannend. Denn im September werden ein neuer Rat und ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin gewählt. Und die haben dann auch gleich einen Haushalt für die Jahre 2027 und 2028 zu erarbeiten.
Die GZ hat den im Rat vertretenen Parteien und Gruppen wie in jedem Jahr die Möglichkeit gegeben, Ideen, Pläne, Prognosen und Visionen fürs neue Jahr zu formulieren. Die Stellungnahmen werden unkommentiert, im Wortlaut und nur leicht bearbeitet veröffentlicht.

CDU/Grüne/Freie Wähler

Zum Jahreswechsel macht die CDU Bad Harzburg deutlich: Bad Harzburg steht an einem Punkt, an dem Wegducken, Schönreden und Verzögern keine Lösungen mehr bieten. Unsere Stadt braucht endlich klare Entscheidungen und den politischen Willen, Verantwortung zu übernehmen.

Seit Jahren ist offensichtlich, dass zentrale Themen liegen bleiben: marode Infrastruktur, der wachsende Sanierungsstau, fehlende Perspektiven für junge Menschen und eine wirtschaftliche Entwicklung, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Es wird viel geredet („...dazu haben wir doch keine Leute mehr“), aber zu wenig konsequent gehandelt. Das kann und darf nicht der Anspruch an Kommunalpolitik sein.

Die finanzielle Lage der Stadt ist angespannt, das ist unstrittig. Doch knappe Kassen dürfen nicht als Ausrede für Untätigkeit sein. Wer notwendige Entscheidungen immer weiter verschiebt, verschärft die Probleme und belastet zukünftige Generationen zusätzlich. Bad Harzburg braucht keine Symbolpolitik, sondern eine klare Prioritätensetzung. Die CDU steht für einen anderen Ansatz. Wir sagen deutlich: Stillstand schadet unserer Stadt.

Das Gewerbegebiet muss weiterentwickelt werden, um neue Betriebe anzusiedeln und Arbeitsplätze sowie Ausbildungsplätze vor Ort zu sichern. Wer hier blockiert oder verzögert, gefährdet die wirtschaftliche Zukunft Bad Harzburgs. Ebenso darf der Sanierungsstau bei Straßen, Gebäuden und Einrichtungen nicht weiter anwachsen, jede verschobene Maßnahme macht es am Ende teurer. Auch Kinder- und Jugendarbeit muss endlich eine höhere Priorität erhalten. Junge Menschen brauchen Treffpunkte, Angebote und Perspektiven, sonst wenden sie sich ab. Veranstaltungen und Stadtfeste sind kein verzichtbarer Luxus, sondern stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Attraktivität unserer Stadt.

Wer hier zuerst den Rotstift ansetzt, spart am falschen Ende. Bad Harzburg lebt zudem von Tourismus, der Gastronomie und dem Einzelhandel. Diese Bereiche benötigen verlässliche politische Rahmenbedingungen und aktive Unterstützung, statt wechselnder Signale und leerer Versprechungen.

Eine lebendige Innenstadt und ein starker Tourismusstandort entstehen nicht von selbst. Die CDU setzt sich deshalb für eine Politik der Klarheit ein: Notwendige Projekte müssen zuerst realisiert werden. Wir plädieren für Investitionen mit Augenmaß, transparente Entscheidungen und eine enge Zusammenarbeit mit Verwaltung, Vereinen und der Wirtschaft. Das erfordert Mut zur Entscheidung, auch wenn der Weg nicht immer einfach ist.

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Bad Harzburg braucht keine weiteren Ausreden, sondern verlässliche und entschlossene Kommunalpolitik.

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat darüber hinaus auch noch einige eigene Ideen: Für die Kommunalwahl 2026, ist die Partei in den Planungen für ein gutes Wahlprogramm. Sie möchte eine gestärkte und konstruktive Liste für die kommende Wahl erstellen. Pläne sind unter anderem:

- Ein genehmigter Doppelhaushalt.

- Vereine sowie das Ehrenamt weiterhin zu fördern.

- Freiwillige Leistungen weiterhin zu unterstützen.

- Den Katastrophenschutz in Bad Harzburg auszubauen

- Die Digitalisierung der Verwaltung zu fördern.

- Fortsetzung des Radwegekonzepts.

Wünsche und Hoffnungen sind zudem, dass sich Start-Ups in Bad Harzburg ansiedeln, gerne auch im neuen Gewerbegebiet Nord II. Weitere Familien sollen nach Bad Harzburg ziehen, Angebot mit Neubaugebieten sind vorhanden beziehungsweise entstehen. Bad Harzburg soll zudem unter der Betriebsleitung der KTW weiterhin zwei Bäder in Bad Harzburg betreiben können.

SPD/FDP/Wählergemeinschaft

Bürgermeisterwahl, Kommunalwahl: Wir sind fest davon überzeugt, dass unser starker und verwaltungskompetenter Bürgermeisterkandidat Andreas Simon die Wahl gewinnt und die SPD den nächsten Bürgermeister der Stadt Bad Harzburg stellt.

Wir gehen sehr selbstbewusst in die Kommunalwahl und haben das klare Ziel, dass die SPD wieder die stärkste Fraktion im Rat stellt. Dafür werden wir unseren Wählerinnen und Wählern eine Liste mit starken Kandidatinnen und Kandidaten, die alle Bereiche der Kommunalpolitik abdecken können, anbieten. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die Wahl gewinnen, da wir in den letzten Jahren sehr gute und zukunftsorientierte Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger Bad Harzburgs geleistet haben.

Wir haben die große Hoffnung oder den großen Wunsch, dass diese neu gewählte SPD-Fraktion dann in einem Rat arbeiten kann, der das faire Miteinander wieder in den Vordergrund stellt.

Doppelhaushalt 2027/2028: Die SPD wird als Erbe von Wilhelm Baumgarten seine/ihre seriöse Finanzpolitik fortsetzen. Wir wissen, dass der finanzielle Spielraum in diesem Doppelhaushalt angespannter sein wird als bisher. Trotzdem wollen wir angemessene Investitionen unter Einbeziehung aller Fördermöglichkeiten tätigen. Hierbei meinen wir insbesondere die Infrastruktur und Verkehr, Straßen, Sportstätten, Schulen und Kindergärten. Auch werden wir uns für den Erhalt der freiwilligen Leistungen einsetzen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns die Sicherung der Liquidität der KTW.

Wir hoffen insgesamt natürlich weiterhin auf stärkere Unterstützung von Land und Bund.


Energiepark Harlingerode:
Sicherlich wird der Energiepark Harlingerode im nächsten Jahr wieder ein Thema sein. Da der Rat aber bereits 2024 einen Beschluss gefasst hat, die Verwaltung möge die Aufstellung eines entsprechenden Flächennutzungsplanes in die Wege leiten, können wir hier politisch nichts mehr bewegen. Ob und in welcher Art und Weise der Energiepark wieder zum Thema im Rat wird, kann einzig und allein der Noch-Bürgermeister bestimmen.

Bevölkerungsschutz: Unter dem Einfluss des fürchterlichen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und der allgemeinen weltpolitischen Lage müssen wir uns 2026 sehr intensiv mit dem Thema Bevölkerungsschutz in Bad Harzburg beschäftigen. Bei der Betrachtung dieses Themas wird sicherlich auch die Weiterentwicklung der Feuerwehr behandelt werden.

Wiederbelebung des Kriminalpräventionsrates: Der Kriminalpräventionsrat muss wieder belebt werden und einen festen Platz in der Ratsarbeit einnehmen.

Brände bei Eelectrocycling: Wie kann die Gefährdungslage für Bevölkerung und Feuerwehr minimiert werden?

Gewerbegebiet Nord II, Erweiterungsfläche: Die Fertigstellung und die Besiedelung mit Investoren dieser Erweiterungsfläche muss vom Rat begleitet werden.

IVH-Gelände/Umgehungsstraße: Die Weiterentwicklung des IVH-Geländes in Harlingerode und damit einhergehend die weitere Vorgehensweise bei der Umgehungsstraße sollte vom Rat begleitet werden.

Touristische Weiterentwicklung Bad Harzburg: Die Planung und Bau der Wipfelerlebniswelt, die Planungen für den Märchenwald und die Planungen und der Bau von Hotels im Bereich des ehemaligen Kurhauses und des ehemaligen Harzburger Hofes werden uns nächstes Jahr beschäftigen. Sie müssen von uns positiv, aber auch mit kritischem Blick begleitet werden.

B 4 – Ortsdurchfahrt Bad Harzburg: Der Rat sollte die Umsetzung der Bauplanungen B 4 stets im Auge haben und begleiten.

Umsetzung des Radwegekonzeptes: Die Umsetzung des Radwegekonzeptes muss forciert werden. Vor allem die Maßnahmen mit geringem Kostenaufwand müssen zumindest in 2026 durchgeführt werden.

Weihnachtsbeleuchtung: Dieses Thema muss 2026 besprochen werden. Nach dem Motto ganz oder gar nicht sollten wir einen Weg finden, unsere Weihnachtsbeleuchtung zu optimieren, um damit für eine festliche, weihnachtliche Atmosphäre in unserer Stadt zu sorgen. Um dies zu organisieren, müssen wir einen Weg finden, um die notwendigen Gelder (Haushalt, Spenden und so weiter) und auch die erforderliche Manpower zu beschaffen.

Veranstaltungen: Unsere Veranstaltungen, wie etwa die Harzburger Rennwoche, das Yellow-Jockey-Open-Air und das Salz- und Lichterfest, werden uns als kommunalgesellschaftliche Themen auch im nächsten Jahr positiv begleiten und zu den Highlights des Jahres gehören.

Diese Vorausschau auf das Jahr 2026 kann natürlich nicht abschließend sein. Weitere Themen, die nächstes Jahr im Fokus stehen könnten, sind zum Beispiel:

-Klimaschutz

-Stärkung des Ehrenamtes

-ÖPNV

-Städtepartnerschaften

-Ärztliche Versorgung

-Wirtschaftsförderung

-Personelle Situation in der Stadtverwaltung und vieles mehr.

AfD

Im nächsten Jahr finden wieder Kommunalwahlen statt und wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an dieser Wahl teilzunehmen. Gleichzeitig wird im Jahr 2026 ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin gewählt.

Der Rat inklusive des Bürgermeisters (rechts im Bild Noch-Amtsinhaber Ralf Abrahms) wird 2026 neu gewählt.

Der Rat inklusive des Bürgermeisters (rechts im Bild Noch-Amtsinhaber Ralf Abrahms) wird 2026 neu gewählt. Foto: Schlegel

Wir wünschen uns vom neuen Repräsentanten für das Amt eine Kontinuität der bisherigen Haushaltsdisziplin zum Wohle der Stadt Bad Harzburg. Ausufernde Schulden wie im Bund, der Landesregierung und in umliegenden Kommunen sind mit der AfD Haushaltspolitik im Stadtrat nicht vereinbar.

Wir wissen allerdings auch, dass die künftigen Jahre schwieriger werden und nicht alle Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger erfüllt werden können.

Die AfD-Fraktion wird sich in der neuen Legislaturperiode weiterhin dafür einsetzen, die Anzahl der Ratsmitglieder zu reduzieren. Auch der Erhalt von kulturellen Veranstaltungen, zum Beispiel dem Lichterfest, ist uns ein Anliegen. Ein wichtiger Punkt ist für uns auch, das Vereinsleben und das Gewerbe in der Stadt zu fördern. Die Feuerwehr in Bad Harzburg ist gut aufgestellt und wir wollen, dass das auch so bleibt. Notwendige strukturelle Anpassungen werden wir im künftigen Stadtrat begleiten.

Es gibt allerdings auch ein Thema, das wir vehement ablehnen: Wir sind gegen den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen in Bad Harzburg.

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