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Ehrung für 92-jährigen Bad Harzburger

GZ Plus IconWarum Horst Woick das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt

Der große Moment: Dr. Alexander Saipa gratuliert Horst Woick und überreicht ihm das Bundesverdienstkreuz.

Der große Moment: Dr. Alexander Saipa gratuliert Horst Woick und überreicht ihm das Bundesverdienstkreuz. Foto: Schlegel

Für seine ehrenamtliche Leistung bekam Horst Woick jetzt des Bundesverdienstkreuz. Die GZ sagt, um was sich der 92-Jährige alles verdient gemacht hat.

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Von Holger Schlegel
Mittwoch, 21.01.2026, 07:00 Uhr

Bad Harzburg. Für sein jahrzehntelanges Wirken im Ehrenamt ist am Dienstag Horst Woick im Alter von 92 Jahren das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Überreicht wurde die Auszeichnung im Beisein vieler Wegbegleiter Woicks und etlicher Familienangehörigen durch Landrat Alexander Saipa.

Saipa sprach von einem „besonderen Lebensmoment“. Nicht nur für den Geehrten, sondern auch für ihn, der die Auszeichnung überreichen dürfe. Horst Woick reihe sich nahtlos ein in die Gruppe jener Persönlichkeiten, die das gesellschaftliche Leben im Landkreis Goslar nachhaltig geprägt hätten. Vor allem in Bad Harzburg habe er bleibende Spuren hinterlassen.

Bekannt ist Woick als langjähriger Kurdirektor der Stadt (1983 bis 1993), aber auch als Burgenexperte, Wanderführer und Tausendsassa. So jedenfalls nennt er sich selbst in seiner selbst verfassten Biografie.

Vom Bergmann zum Kurdirektor

Im Mittelpunkt der Laudatio stellte Saipa bewusst nicht den beruflichen Werdegang, der mit einer Ausbildung zum Bergmann begann, über das Bad Harzburger Bauamt führte und schließlich auf dem Kurdirektorensessel endete. Gewürdigt werde vielmehr das ehrenamtliche Wirken.

Hauptschauplatz dieses Engagements war und ist der Burgberg. Seit 1994 ist Woick Mitglied im Förderverein Historischer Burgberg. Von 1999 bis 2010 wirkte er als ehrenamtlicher Geschäftsführer, anschließend bis 2016 als Vorsitzender, später wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Und der Förderverein war es auch, der als einer der ersten Woick für eine hohe Ehrung vorgeschlagen hatte.

Besinnungsweg und Drei-Burgen-Weg, thematische Wanderwege, der historische Rundweg auf dem Burgberg, die Restaurierung der Harz-Sagen-Halle oder die Aufstellung der Krodo-Säule: Viele Projekte gehen auf seine Initiative zurück oder tragen maßgeblich seine Handschrift.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Vorsitz blieb Woick aktiv. Die Wiederaufstellung historischer Steinwangenbänke, die Sanierung der Canossa-Säule samt Beleuchtung oder neue Wegeführungen rund um den Burgberg sind Beispiele für Woicks rastloses Handeln.

Ein großer Sportsfreund

Neben der Heimatpflege auf dem Burgberg spielte der Sport stets eine große Rolle. Bereits 1972 trat Woick in den MTK ein. Fast zwei Jahrzehnte lang war er stellvertretender Vorsitzender, 1984 bis 1987 auch Vorsitzender. Seit 2019 ist er Ehrenmitglied. Untrennbar mit seinem Namen verbunden sind der Volkswandertag und die „Harzüberquerung“, die von 1975 bis 1991 jährlich bis zu 3000 Teilnehmer nach Bad Harzburg lockte und weit über die Region hinaus bekannt war. Auch die 100-Jahr-Feier des Vereins und die Ausrichtung der Deutschen Crossmeisterschaften 1987 zählen zu den Großereignissen, die er mitprägte.

Internationaler Wanderführer

Woick engagierte sich zudem intensiv für Natur- und Umweltschutz. Früh unterstützte er den Nationalpark Harz. Das auch vor dem Hintergrund seiner Tätigkeit als Kurdirektor. Später ließ er sich zum Nationalpark-Waldführer fortbilden, führte Erwachsene wie Kinder durch den Harz und vermittelte Wissen über ökologische Zusammenhänge. Auch der Teufelsstieg von Bad Harzburg auf den Brocken geht auf seine Idee zurück. Sogar außerhalb des Harzes, etwa in den Pyrenäen, organisierte er geführte Wanderungen.

Von 2002 bis 2022, also schon im hohen Alter, war Woick schließlich als Landschaftswart des Landkreises Goslar tätig, ein Ehrenamt, das Fachkenntnis, Verantwortungsbewusstsein und Ausdauer verlangt. Als Bindeglied zwischen Bevölkerung, Schutzgebieten und Naturschutzbehörde trug er dazu bei, Natur- und Artenschutz praktisch mit Leben zu füllen.

Wie es sich für einen echten Bergmann gehört, stimmt Horst Woick am Ende das Steigerlied an, unterstützt durch den zweiten waschechten Steiger im Saal, Claus Messerschmidt (l.) 

Wie es sich für einen echten Bergmann gehört, stimmt Horst Woick am Ende das Steigerlied an, unterstützt durch den zweiten waschechten Steiger im Saal, Claus Messerschmidt (l.) Foto: Schlegel

Am Ende seiner Laudatio schlug Landrat Saipa einen großen Bogen: Das Bundesverdienstkreuz sei die höchste Anerkennung, die Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl vergebe. Es werde nicht für Routine verliehen, sondern für außergewöhnlichen Einsatz mit Tatkraft und Herz. Horst Woick habe Menschen zusammengeführt, Brücken gebaut und Verantwortung gelebt. Damit sei er ein Vorbild und einer jener „Pfeiler“, von denen Bundespräsident Steinmeier einmal sagte, sie trügen das Netz unserer Gesellschaft.

Auch Bürgermeister Ralf Abrahms und Dirk Junicke als Burgberg-Förderer fanden herzliche Worte für Horst Woick. Junicke zum Beispiel bescheinigte ihm, immer ein offenes Ohr für die Jugend zu haben. Und der Bürgermeister erinnerte sich aufgrund seiner jahrzehntelangen Bekanntschaft zu Woick und dessen Familie an allerlei persönliche und berufliche Begegnungen.

Alles für die Allgemeinheit

Woick selbst machte wenig Aufhebens um den feierlichen Akt und genoss ihn einfach. Er habe alles, für das man ihn an diesem Tag auszeichnete, mit viel Freude und Engagement gemacht. Und das auch nie für sich. Sondern für die Allgemeinheit.

Horst Woick bekommt das Bundesverdienstkreuz verliehen

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