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Frühzeitig erfasst, besser geschützt

Land sichert Überschwemmungsgebiet der Goslarer Abzucht

Die Abzucht in Goslar am Pegel Oker – hier eher unscheinbar, bei einemJahrhunderthochwasser aber eine Gefahr.

Die Abzucht in Goslar am Pegel Oker – hier eher unscheinbar, bei einemJahrhunderthochwasser aber eine Gefahr. Foto: Privat

Der NLWKN hat das Überschwemmungsgebiet der Abzucht in Goslar vorläufig gesichert. Betroffen sind rund 50 Hektar entlang des Gewässers.

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Von Sebastian Sowa
Dienstag, 31.03.2026, 17:00 Uhr
Zum vorbeugenden Hochwasserschutz in Goslar hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) das Überschwemmungsgebiet der Abzucht vorläufig gesichert. Die entsprechende Veröffentlichung erfolgt am 1. April 2026 im Niedersächsischen Ministerialblatt.

Grundlage für die Ausweisung sind umfangreiche Messungen und hydrologische Berechnungen. Erfasst werden dabei Flächen, die bei einem sogenannten HQ100 – also einem Hochwasserereignis, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt – überschwemmt werden können. Solche Überschwemmungsgebiete werden in Niedersachsen landesweit ermittelt und gesichert.

Gefahren sollen vermieden werden

Ziel ist es, hochwassergefährdete Bereiche frühzeitig kenntlich zu machen und so Schäden für Menschen, Gebäude und Infrastruktur möglichst zu vermeiden. Gleichzeitig sollen Bürgerinnen und Bürger für potenzielle Gefahren sensibilisiert werden. Mit der vorläufigen Sicherung gehen auch rechtliche Folgen einher: In ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten gelten bestimmte gesetzliche Vorgaben, etwa bei Neubauten oder der Erweiterung bestehender baulicher Anlagen.
Das nun gesicherte Gebiet entlang der Abzucht beginnt an der Rammelsberger Straße am Ende der Kanalisierung unterhalb des Herzberger Teichs. Von dort verläuft es zunächst in nördlicher Richtung bis an den südlichen Stadtrand Goslars. Nach dem Zufluss der Gose zieht sich das Überschwemmungsgebiet weiter in nordöstlicher Richtung durch das Stadtgebiet und die Altstadt. Anschließend verläuft es in östlicher Richtung parallel zur B 485 („Im Schleeke“) sowie zur Wolfenbütteler Straße, bevor die Abzucht schließlich in die Oker mündet.

Wirksamer Hochwasserschutz

Insgesamt umfasst das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet eine Fläche von rund 50 Hektar. Mit der Ausweisung verfolgt das Land das Ziel, natürliche Überflutungsflächen zu erhalten und gleichzeitig die Grundlage für einen wirksamen Hochwasserschutz zu schaffen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme gewinnt die frühzeitige Sicherung solcher Bereiche weiter an Bedeutung.

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