Was die Gielder an der hausärztlichen Versorgung kritisieren
Auch auf der Sitzung des Gielder Ortsrates geht es um die hausärztliche Versorgung in der Gemeinde Schladen-Werla. Foto: Gereke
In der Sitzung des Gielder Ortsrates ging es nicht nur um die Großprojekte wie die Sanierung des Franz-Tasler-Hauses oder den Feuerwehr-Neubau. Auch vieles andere brannte den Bürgern unter den Nägeln – unter anderen die hausärztliche Versorgung.
Gielde. Die hausärztliche Versorgung in der Gemeinde Schladen-Werla ist in der Einwohnerschaft ein großes Thema – sie spielte auch auf der Sitzung des Ortsrates Gielde eine Rolle. Bürger beklagten sich über die gegenwärtige Situation. Bürgermeister Martin Schulze bezog Stellung.
In der Einwohnerfragestunde ging es um die ärztliche Versorgung. Einerseits herrschte Erstaunen darüber, wie sich die Schladener Allgemeinmedizinerin Stefanie Leßmann plötzlich nach Bad Harzburg verändern konnte, denn das verschlechtere die Situation in der Gemeinde trotz des Einstiegs des Medizinischen Versorgungszentrums Wolfenbüttel im Schladener Ärztehaus. Denn zu deren Engagement machte sich unter einigen Bürgern auch Enttäuschung breit. Denn vordergründig, so die Ansicht, handele es sich nur um einen Umzug der Praxis Fiolka in das Ärztehaus – Allgemeinmediziner Egbert-Rüdiger Fiolka ist nun nämlich beim MVZ angestellt, seine Schladener Zweigpraxis wandert von der Hermann-Löns-Straße in die Bahnhofstraße. Zudem irritierte einige auch das Alter des Arztes, was die Frage aufwarf, wie zukunftsweisend dieser Schritt sei.
Jungarzt-Akquise ist der zweite Schritt
„Der Plan vom MVZ ist es, Jungärzte in das Ärztehaus zu locken. Dafür brauchen wir dort aber auch erfahrene Ärzte. Der Umzug der Praxis Fiolka in die Bahnhofstraße ist ein erster Schritt“, erläuterte Schladen-Werlas Bürgermeister Martin Schulze. Fiolka habe nämlich eine Ausbildungs- und Weiterbildungsbefähigung. Und, so hieß es auf der Sitzung des Gemeinderats, auf der sich das MVZ vorstellte, zugesagt, noch zwei Jahre bis zum Ruhestand weiterzuarbeiten. „Der zweite Schritt ist dann die Akquise von Jungärzten. Langfristig hoffen wir auf zwei bis drei Allgemeinmediziner im Ärztehaus“, ergänzte der Verwaltungschef.

Zahlreich verfolgen die Gielder die Sitzung ihres Ortsrates im Clubraum des Franz-Tasler-Hauses. Foto: Gereke
Ansonsten ging es auf der Sitzung des Gielder Ortsrats nicht nur um die Großprojekte des Dorfes: Sanierung Franz-Tasler-Haus und Neubau des Feuerwehrgerätehauses (die GZ berichtete). Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig nutzte die Zusammenkunft, um über verschiedene Angelegenheiten zu informieren. Noch immer stehen Teile des Dorfs unter Schock, nachdem Unbekannte in der Nacht zum 22. Februar den Altglascontainer umgeschmissen hatten und Sachbeschädigungen begangen. „Die Lebenshilfe Goslar hat zugesagt, die kaputt gegangene Bank zu reparieren, wenn es nicht gelingen sollte, einen Täter ausfindig zu machen“, erklärt Fiebig, die aber noch einmal an alle appellierte, in sich zu gehen, ob in der Nacht nicht doch jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat.
Fiebig berichtete auch von der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Hochwasserschutz und darüber, dass am Krummbach bei Neuenkirchen kein Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden wird. Dort sollte Wasser zurückgehalten werden, damit es nicht in die Warne schießt. „Es ist sehr, sehr bitter, wenn gesagt wird, dass die möglicherweise entstehenden Schäden nicht die Kosten des Rückhaltebeckens rechtfertigen“, so Fiebig. Immerhin soll nun ein Teil des Krummbachs renaturiert werden, wodurch auch Retentionsflächen für Hochwasserfluten entstehen.
„Unser Dorf hat Zukunft“
Für Gielde wird es auf regionaler Ebene beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Anfang Juni weitergehen. Fünf Dörfer der Region sind in dieser Runde dabei – für die zwei Bestplatzierten geht es dann beim Landesentscheid weiter. Der findet Ende August statt, so Gieldes Ortsbürgermeisterin.
Nach Meinung von Fiebig verlief die Verkehrsschau in der Gemeinde Schladen-Werla „für mich ziemlich frustrierend. Alles, was wir auf der Wunschliste hatten, wird nicht umgesetzt“, fasste sie die Ergebnisse zusammen. Dazu zählte beispielsweise ein breiterer Gehweg entlang der Ortsdurchfahrt in Höhe des Hofes Kather, Tempo 30 im Bereich Dorfstraße und Lüderoder Straße oder Überquerungshilfen auf Dorfplatz und Lüderoder Straße.

Schladen-Werlas Bürgermeister Martin Schulze verliest im Beisein von Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig die Entlass- und Ernennungsurkunde für Adrian Bothe und Luisa Marschall. Foto: Gereke
Auch Gieldes neue Mitte spielte eine Rolle: Die ist nicht in Vergessenheit geraten und die Neugestaltung des Dorfplatzes soll ein Projekt mit Leader-Förderung werden. Michael Petrick, Leiter des Fachbereichs Bau, Umwelt und Liegenschaften der Gemeinde, informierte zudem, dass in der zweiten Jahreshälfte die Bushaltestelle erneuert wird. Zudem bildete die Sitzung den Rahmen, um Adrian Bothe als Ortsjugendpfleger zu entlassen und Luisa Marschall als Nachfolgerin die Ernennungsurkunde zu überreichen.