Goslarer Propst Thomas Gunkel in den Ruhestand verabschiedet
Propst Thomas Gunkel hält die letzte Predigt seiner Amtszeit in der Marktkirche. Foto: Roß
Nach rund 13 Jahren im Amt wurde Goslars Propst Thomas Gunkel mit einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Er wird wohl der letzte reguläre Propst in Goslar gewesen sein. Die Kirche steht vor einer Strukturreform.
Goslar. Mit einem Gottesdienst in der vollbesetzten Marktkirche wurde Goslars Propst Thomas Gunkel nach rund 13 Amtsjahren in den Ruhestand verabschiedet. Für die Kirche ein historischer Schritt: Mit Gunkel werde der wohl „letzte reguläre Goslarer Propst“ in Rente gehen, machte Landesbischof Dr. Christoph Meyns deutlich, bevor er ihn entpflichtete und symbolisch sein Holzkreuz entgegennahm.
Landesbischof Dr. Christoph Meyns (li.) entbindet Propst Gunkel von seinen Pflichten. Eingerahmt wird er von seinen Vorgängern Dr. Otmar Hesse (re.) und Helmut Liersch. Foto: Schenk
Die Goslarer Propstei werde „in einer größeren Körperschaft“ aufgehen, erläuterte Meyns, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Es sei die Aufgabe der Verantwortlichen, sich diesem „Wandel zu stellen“.
Vom Streit erschöpft
Um die Zukunft der Kirche ging es auch, als Thomas Gunkel zum (zunächst) letzten Mal von der Kanzel der Marktkirche predigte.

Nach dem Gottesdienst gibt es bei einem Empfang die Möglichkeit zum persönlichen Abschied von Thomas Gunkel. Einige Besucher haben Präsente mitgebracht. Foto: Schenk
Als Grundlage dienten Teile des der 2. Korintherbriefes, die von Abschied, Konflikten und einer vom Streit erschöpften Gemeinde handelten. Das passe zur aktuellen Situation der Kirche, immerhin höre er schon seit seinen frühesten Berufsjahren, „dass es mit Gott und dem Glauben zu Ende geht“. Aber ist das so? Gunkel berichtete von vielen Gesprächen, gerade mit jungen Menschen, die „sehr diskussionsfreudig“ seien, wenn es um den Glauben gehe oder darum, was der Himmel ist und wie er aussehen könnte. Das sei ein starkes Fundament, auf das die Kirche nach wie vor bauen könne.
14 Jahre in der Kaiserstadt
Goslars Propst Thomas Gunkel nimmt Abschied
Ob Gunkel noch einmal auf die Kanzel zurückkehren möchte, ist offen. Dass er auch ohne Propst-Amt noch predigen darf, stellte der Landesbischof klar: „Sie müssen damit nicht aufhören.“
Gottesdienst und Sperrung
Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner dankte Gunkel für „mehr als 13 Jahre auf einem gemeinsamen Weg“. Der Goslarer Propst habe es stets verstanden, Kirche und Menschen näher zusammenzubringen, ohne im „Kirchturmdenken“ gefangen zu sein. Die Verwaltungschefin erinnerte an Ratsgottesdienste und eine ganz besondere Episode: die Sperrung des Weihnachtsmarktes im vergangenen Jahr, weil eine Turmkugel der Marktkirche herunterzufallen drohte und per Kran geborgen werden musste.
Verabschiedungsgottesdienst von Propst Thomas Gunkel
Nach dem Gottesdienst gab es einen Empfang im Seitenschiff der Marktkirche, wo jede Besucherin und jeder Besucher Thomas Gunkel persönlich verabschieden konnte.
Rückblicke, Predigten, Reden und andere Beiträge des scheidenden Propstes gibt es unter www.propsteigoslar.de.
Copyright © 2025 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.