Ist Goslars Kulturmarktplatz die Lösung für die Goetheschule?
Kommt der Sport zurück in die Halle? Die Flächen an der Königstraße nutzt als letzte Schule die Hauptschule Kaiserpfalz. Jetzt soll die Goetheschule einziehen – so schlägt es die Stadtverwaltung vor. Foto: Gietemann (Archiv)
Bislang schielen Anbau-Befürworter auf den Parkplatz Bolzenstraße. Wohin kann sich die Grundschule Goetheschule erweitern? Jetzt gibt es überraschend einen neuen Plan.
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So lautet der Plan: Weil der Bund als Herr über den Fördertopf schnelle und schon relativ detaillierte Pläne verlangt, kommen für die Stadt Goslar eigentlich nur Vorhaben in der Kernverwaltung sowie im Aquantic-Bad infrage. Für die Halle am Kulturmarktplatz existieren aber noch Unterlagen aus früheren, erfolglosen Anträgen. Und sie ist mit 368 Quadratmetern deutlich größer als die Goetheschulen-Halle mit ihren knapp 163 Quadratmetern. Schul- und Vereinssport sollten demnach künftig (wieder) an der Königstraße über die Bühne gehen. Die Leitung der Goetheschule hat sich laut Vorlage positiv zurückgemeldet. Sie wäre bereit, „den Schulsport dauerhaft in die sanierte Sporthalle auszulagern“.Kommentar zu drei Standort-Problemen
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Laufweg von fünf Minuten
Was sind die Vorteile aus Verwaltungssicht? Die Halle im Kulturmarktplatz ließe sich sogar mittels Trennvorhang teilen. Die Sportlehrkräfte würden laut Schulleitung den Fußweg von 400 Metern und rund fünf Minuten Laufzeit in Kauf nehmen. In die alte Halle könnte künftig eine größere Mensa plus ein Fachraum einziehen. Was in der Konsequenz bedeutet, dass im derzeitigen Bestand zwei weitere Klassenräume realisierbar erscheinen. In Kombination mit den geplanten Wanddurchbrüchen könnten am Ende zwölf Klassenräume insgesamt unter dem Strich stehen, die alle mehr als 50 Quadratmeter groß wären.
In Schülern gerechnet, heißt das: In der Spitze und bei voller Auslastung wären drei Klassen pro Jahrgang möglich – ein Maximum von 312 Schülern. Im Dachgeschoss des Neubaus tun sich so wieder Perspektiven für die zuletzt von Elternvertretern angemahnten Flächen für die Ganztagsbetreuung und die Bibliothek auf, die bei Wanddurchbrüchen umziehen müssten.Geheime Unterlagen
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Schulhof und Parken als Probleme
Als Nachteil listet die Verwaltung auf, dass der für eine solche Schülerzahl viel zu kleine Schulhof über die Bolzenstraße vergrößert werden müsste. Soll heißen: Die Bolzenstraße müsste umgewidmet werden und wäre nicht mehr für den Verkehr frei. An- und Abfahrt zum Parkplatz müssten neu organisiert werden. Aber es gäbe dort immerhin noch einen Parkplatz, was Oliver Heinrich als Chef des Goslarer Gebäudemanagements wie berichtet zuletzt angezweifelt hatte, wenn dort eine Mensa und zwei Klassenräume ebenerdig verwirklicht werden sollen. Einen solchen Antrag haben CDU, Grüne Partei 42, Linke sowie die fraktionslosen Henning Wehrmann (Bürgerliste) und Niklas Prause gestellt. Laut Verwaltung habe die Schulleitung stets angegeben, eine maximale Schülerzahl von rund 260 Schülern sei als optimal zu erachten.
Ende 2017 eingezogen, 2021 wieder ausgezogen und im Kulturmarktplatz heimisch geworden: Leiterin Kirsten Brocks (Mitte) und ihr Stadtbibliothek-Team nutzen die Sporthalle jahrelang als Ausweichquartier für ihre Bestände. Foto: Kempfer (Archiv)
Die SPD fragt nach
Eine erste Reaktion gibt es bereits aus der SPD-Fraktion. Martin Mahnkopf und Renate Lucksch haken in einer Ratsanfrage vor allem beim Tempo der Umsetzung und beim Parken nach. Ihnen geht es etwa darum, wie der Parkplatzverlust zugunsten der Anwohner kompensiert werden könne, wenn sich die Antragsteller durchsetzen.
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