Goslarer CDU-Ratsherr Bender sorgt mit Facebook-Posts für Ärger
Axel Bender Foto: Sowa
Der Goslarer Ratsherr fällt mit harschen Online-Forderungen auf und teilt AfD-Beiträge. CDU-Fraktionschef Norbert Schecke distanziert sich von seinem Parteikollegen – nicht zum ersten Mal.
Goslar. Mit mehreren Facebook-Posts hat CDU-Ratsherr und Ex-Stadtverbandsvorsitzender Axel Bender am vergangenen Wochenende viel Aufmerksamkeit in Goslarer Politikkreisen auf sich gezogen. Aus mehreren Richtungen wurde die GZ auf Benders Postings aufmerksam gemacht, vor allem auf seine Rhetorik, aber auch die Inhalte, die er dort geteilt hat – und zwar auch schon in den Wochen zuvor.
Norbert Schecke Foto: Roß
Mal war es ein Video der AfD Rheinisch-Bergischer Kreis zum Thema Bürgergeld-Missbrauch, mal angebliche Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und der Antifa oder Gaza-Protestanten. Seine Kommentare dazu: „Raus mit Ihm aus unserem Land. Das kann er dort machen, wo er herkommt.“ Oder: „Diese Leute gehören nicht in unser System.“ Oder: „Ihr seid die Kriminellen und kein anderer. Demonstriert dort wo Ihr hingehört.“
Doch es wird auch expliziter: „Haut Ihm doch einen in die Fresse, wenn er unsere Regeln und die Polizei missachtet“, schreibt Bender zu einem weiteren geteilten Video, das eine verhältnismäßig harmlose Auseinandersetzung von Polizisten und Demonstranten zeigt.
„Ein bisschen sauer“
Wenn man ihn darauf anspricht, bleibt der Neu-Goslarer bei seiner Linie. Er sei „ein bisschen sauer“ über die Zustände in Deutschland. Es könne einem ja nicht alles gefallen, was auf unseren Straßen passiere. „Ich bin damit nicht einverstanden“, macht der ehemalige Hahnenkleer Hotelier deutlich. Und seine Sprache? Könnte man als Aufruf zur Gewalt verstehen, oder? Ja, räumt Bender ein. Da sei er wohl über das Ziel hinausgeschossen, die Formulierung sei ihm ein „bisschen herausgerutscht“. Gelöscht hatte er seinen Post bis gestern Mittag zumindest aber nicht. Bender gehe es ums Grundsätzliche, sagt er. Er wolle deutlich machen, was ihm gegen den Strich geht. Und er lasse sich da von niemandem beeinflussen.
Und warum teilt ein Christdemokrat Beiträge der AfD? Plant Bender den Wechsel nach Rechtsaußen? „Nein“, sagt er ganz deutlich. Er habe keinerlei Nähe zur AfD aufgebaut und werde das auch nicht tun. Trotzdem könne man auch nicht alles verteufeln, was aus deren Reihen komme, auch nicht jeden Facebook-Beitrag. Hinter vorgehaltener Hand war schon hier und da zu hören, dass Bender kommendes Jahr für die AfD zur Landratswahl antreten könne. Doch auch dieser Spekulation tritt er vehement entgegen. Zur Erinnerung: 2021 hatte er als CDU-Bewerber gegen Dr. Alexander Saipa (SPD) deutlich verloren.
„Sprachgebrauch der AfD“
Mehr Nähe zu seiner eigenen Partei hat Bender durch seine jüngsten Online-Aktivitäten ganz sicher nicht aufgebaut. CDU-Fraktionschef Norbert Schecke distanziert sich auf GZ-Nachfrage „deutlich“ von den Facebook-Beiträgen seines ehemaligen Stadtverbandschefs. Dieser nutze den „Sprachgebrauch der AfD“, und es gebe auch für Goslarer Christdemokraten die klare Beschlusslage, nicht mit dieser Partei zusammenzuarbeiten. Das gelte auch für das Teilen von Facebook-Postings. Bender solle sich selbst mal hinterfragen, inwieweit sein Verhalten der CDU schade, meint Schecke, der in den kommenden Tagen das Gespräch mit seinem Fraktionskollegen suchen will.
Es ist nicht das erste Mal, dass die CDU-Fraktion auf Distanz zu Bender geht. Dieser hatte dafür plädiert, den Namen des Goslarer Musikpreises Paul-Lincke-Ring beizubehalten, obwohl das enge Verhältnis des Komponisten zum Nazi-Regime in den vergangenen Monaten ausführlich beleuchtet wurde. Die Goslarer CDU-Spitzen hatten seine Ausführungen dazu öffentlich als „Einzelmeinung“ eingeordnet.
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