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Konstruktionen im Kulturmarktplatz

GZ Plus IconGose-Bricks: Lego-Land (nicht nur) für Goslar-Liebhaber

Eine Familie steht an einem großen Legoparcours; der Mann in der Mitte fotografiert Details mit dem Handy.

Ob man das vielleicht nachbauen kann? Die Gose-Bricks sind auch was für Fotografen: Die Handys sind im Dauereinsatz. Foto: Kammer

Im Kulturmarktplatz zeigen 31 Aussteller ihre neuesten Lego-Konstruktionen. Allein 1000 Zuschauer zieht das Ereignis, die „Gose-Bricks“, am Samstag in die Ausstellung.

Von Kammer Montag, 23.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. „Gose Bricks“, das Lego-Event im Harz, ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. In Scharen kommen die Besucher, wenn die bunten Steine den Kulturmarkplatz ein Wochenende lang in eine faszinierend fantasievolle Welt verwandeln. Die Veranstalter rund um Sascha Lüddecke konnten sich bereits am Samstagabend über eine Rekordbesucherzahl von 1000 freuen.

Flugezeuge und Raketen in Modellgröße stehen auf einem Tisch an der Wand.

Auch das sind die Gose Bricks: eine beeindruckende Show von Highlights aus der Eroberung des Weltalls. Foto: Kammer

Und wie immer, das ist das ausdrückliche Konzept der Veranstalter, gab es wirklich wieder Neues zu sehen. Man muss dazu wissen: Der richtige Lego-Fan baut nicht einfach nach Bauanleitung. Vielmehr setzt er auf „MOCs“ – das steht für „My Own Creation“ (mein eigenes Werk). Und die Ideen scheinen nahezu unendlich. So öffnete sich diesmal eine beeindruckende Show von Highlights aus der Eroberung des Weltalls. Der erste Fußabdruck eines Menschen auf dem Mond – in Originalgröße festgehalten in Lego! Zu sehen waren auch das Gemini-Raumschiff, die Mercury-Raumkapsel, das Apollo-Raumschiff und ein landender Space-Shuttle. Eine wirklich anschauliche Demonstration war Nico und Andre Kohlstruck gelungen.

Gemälde aus Steinen

Ganz anders hingegen die Welt, die Dieter Gieske zeigte. Aus Lego-Steinen hatte er großformatige Gemälde gebaut, beispielsweise ein farbenprächtiges Dorf am Meer. Entworfen wurde die Darstellung mithilfe eines KI-Programms, was zeigt: Auch der seit den 1950er Jahren bekannte Lego-Stein geht mit der Zeit und nutzt gern neue technische Möglichkeiten.
Ein Mädchen und ein Nunge betrachten eine Lego-Landschaft. Ein Mann blickt dem Jungen über die Schulter.

Für diese Konstruktionen begeistern sich Jung und Alt. Foto: Kammer

So war es möglich, ein Bild zu entwerfen, das je nach Betrachtungswinkel ein Kätzchen oder einen Tiger zeigt. Doch trotz KI-Hilfe: Bauen muss man immer noch selbst. Circa 30.000 Steine stecken in so einem Bild. Der Transport der Werke erfolgt in Modulen, die vor Ort aufwendig wieder zusammengesetzt werden.

Bauwerke dargestellt

Die Betrachter waren begeistert, probierten unterschiedliche Blickwinkel und Betrachtungsweisen und schossen Erinnerungsfotos. Vielleicht kann man sich ja selbst mal an einem solchen Bild, kleiner natürlich, versuchen? Dennoch: Bei Lego denkt natürlich jeder Besucher daran, wie er als Kind zunächst versucht hat, Häuser aus den Bauteilen zu bauen. So fanden Darstellungen von Bauwerken großes Interesse. Und es gab sie in allen Größen und Schwierigkeitsgraden: 5000 Steine hatte Damian Lauer zu einer Burg im Mittelalter verbaut, der sechsjährige Nathan Lauer hingegen hatte einen Spielplatz mit dazugehörigem Streichelzoo entworfen. Die von Patrick Lauer gebaute Stadt am Gardasee hingegen umfasste 200.000 Teile – Bauzeit fünf Monate.

Marktplatz ist Favorit

Absoluter Favorit der Lego-Fans war jedoch der Marktplatz von Goslar, gebaut von Fabian Degen. Absolut realistisch, die Streifen auf dem Platz, das Rathaus, die Kaiserworth, der Adler, die Marktkirche...
Eine Stadt aus Legosteinen mit roten und grauen Dächern und einem Marktplatz mit sternförmigem Pflaster.

Der Goslarer Marktplatz von Fabian Degen ist das Schmuckstück. Foto: Kammer

Die Betrachter wiesen sich aufgeregt gegenseitig auf immer wieder neue Details hin. Viele fanden, das Werk müsse immer zu sehen sein, nicht nur an diesem einen Wochenende. Die Idee: Warum nicht ein Ehrenplatz in der Tourist-Information? „Das wäre klasse“, befand ein fachkundiger kleiner Besucher: „Das würde ich mir immer wieder ansehen!“ Sein Papa schoss viele Detailfotos, freilich mit einem Hintergedanken: „Vielleicht können wir ja etwas nachbauen“.
Eine asiatische Familie spielt an einem Tisch mit Legosteinen.

Ein großer Mitmachtisch mit zahllosen bunten Steinen lockte, sich einmal selbst zu versuchen. Foto: Kammer

Schon an Ort und Stelle konnten die Besucher anfangen, Ideen umzusetzen. Ein großer Mitmachtisch mit zahllosen bunten Steinen lockte, sich einmal selbst zu versuchen. Und selbst die Profis staunten, welche interessanten Baupläne hier umgesetzt wurden. Lego wird eben nie langweilig, genau das ist große Stärke des Baukonzepts. Egal, ob Stadt, Bauernhof, Eisenbahn, Filmszene – alles lässt sich umsetzen. Man braucht nur Geduld, viele Steine, treue Mitstreiter wie die hier anwesenden 31 Aussteller und immer wieder neue Ideen. Doch die gibt es, sodass Sascha Lüddecke für eine Neuauflage 2027 sehr optimistisch ist.
Ein Mann sitze am Kopfende eines Tsisches, auf dem eine Zugstrecke in Legosteinen aufgebaut ist. Betrachter drängen sich am Tisch.

Sehen und staunen: Sascha Lüddecke ist für eine Neuauflage 2027 optimistisch. Foto: Kammer

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