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„Unser Dorf hat Zukunft“

GZ Plus IconGielde im Landeswettbewerb – reicht es für die Spitzenplätze?

Hoch auf dem Gummiwagen geht es durch den Ort.

Hoch auf dem Gummiwagen geht es durch den Ort. Foto: Leifeld

Die Jury des 28. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ war zu Gast in Gielde – mit Headsets, Treckerfahrt und genauem Blick auf Gemeinschaft, Jugendprojekte und Natur. Doch reicht das für die Spitzenplätze? Die Entscheidung fällt bereits am Freitag.

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Von Andrea Leifeld
Donnerstag, 28.08.2025, 07:00 Uhr

Gielde. Es ist spannend wie noch nie zuvor im 765-Einwohner-Dorf Gielde. Dienstagmittag begrüßten Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig und ihr Team, bestehend aus Vereinsvertretern und leidenschaftlichen Gielder Bürgern, die neunköpfige Jury des 28. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Angeführt von Ralf Giebken, Referatsleiter des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, des niedersächsischen Heimatbundes, des Städte- und Gemeindebundes, der Akademie ländlicher Raum und auch der Landwirtschaftskammer die Ortschaft binnen einer 90-minütigen Stippvisite in allen Bereichen unter die Lupe. Giebken selbst hatte keine wertende Stimme, auch nicht Lara Bunges vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, die die Bereisung der Dörfer terminlich organisiert hatte.

Der Zeitplan ist eng getaktet. Möglichst viele Eindrücke sollen der Jury vermittelt werden.

Der Zeitplan ist eng getaktet. Möglichst viele Eindrücke sollen der Jury vermittelt werden. Foto: Leifeld

Zur Erinnerung: Unverhofft und zur Freude aller Protagonisten hatte sich Gielde im Juni beim Regionalentscheid gegen eine starke Konkurrenz mit fünf Dörfern durchgesetzt und wurde zusammen mit Heckenbeck (Landkreis Northeim) für ein Weiterkommen auf Landesebene nominiert. Beeindruckt hatte die Jury damals die seit 40 Jahren währende, gute Arbeit im Jugendzentrum „Juze“ als heimische „Nachwuchsschmiede“, aber auch der Gemeinschaftssinn, der die Gielder Bürger zu vielen Taten und Festen antreibt. Nicht zuletzt konnte auch die Verknüpfung der Natur mit dem landwirtschaftlichen Raum in vielen Bereichen punkten.

Kommt Gielde weiter?

Ob das für ein Weiterkommen beim 28. Landesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ reicht, wird sich zeigen. Die Konkurrenz ist mit diesmal 18 Dörfern aus ganz Niedersachsen enorm. Mit dabei sind auch Heckenbeck (Landkreis Northeim) und Rössing (Landkreis Hildesheim), die als nächste Nachbarorte ebenfalls am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein begutachtet wurden.

Die Messlatte liegt sehr hoch, das war allen Gieldern bewusst, die die aufmerksame Jury mittels kurzer Fußwege und einer flotten Treckerfahrt durch die Ortschaft führten. „Wir sind superglücklich, überhaupt so weit gekommen zu sein“, verriet die Ortsbürgermeisterin beim Eintreffen der Gäste, kurz vor dem Rundgang. Gemeinsam waren wieder wichtige Stationen ausgewählt, die Tour glich aber weitgehend jener im Regionalentscheid. Sie war eng getaktet, ohne zeitlichen Spielraum.

Mit einer aktiven Gemeinschaft und vielen schönen Grundstücken im Ort hoffen die Bürger zu punkten.

Mit einer aktiven Gemeinschaft und vielen schönen Grundstücken im Ort hoffen die Bürger zu punkten. Foto: Leifeld

Möglichst viele Eindrücke sollten den Gästen mit auf den Weg gegeben werden. Doch eines war diesmal anders: Ausgestattet mit Headsets wurde die Jury durch den Ort geführt. Und das hatte einen guten Grund: „Wir haben beim letzten Mal festgestellt, dass, wenn sich die Gruppe beim Gehen auseinanderzieht, nicht mehr jeder Teilnehmer alle Informationen bekommt, die am Wegesrand erzählt werden“, so Fiebig. Dieses Manko soll die Technik nun ausgleichen.

Der 28. Landeswettbewerb umfasst mit Infrastruktur, Innenentwicklung, Dorfökologie und auch Daseinsvorsorge eine bunte Themenpalette, die für die Gestaltung der Zukunft einer Ortschaft eine wichtige Rolle spielt. Aber auch Visionen sind wichtig. Wie gelangen die Bürger der Ortschaft an ihre Ziele, wie stemmen sie Herausforderungen im Angesicht des demografischen Wandels und der beständig steigenden Anforderungen an den Klimaschutz?

Gielde darf gespannt bleiben. Aber nur noch für eine Nacht, denn bereits am Freitag, 29. August, wird die Gielder Bürger das Urteil der Jury erreichen, ob sie erneut auf der Siegerliste stehen, denn nur drei der 18 teilnehmenden Ortschaften werden sich für den Bundeswettbewerb qualifizieren.

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