Zähl Pixel
Baustellen an den Grundschulen

GZ Plus IconGanztagsbetreuung: Was droht den Goslarer Hort-Einrichtungen?

Schülerin mit Zöpfen und blauem Kapuzenpullover sitzt an einem Schultisch mit grünem Mäppchen und blickt auf eine Lehrerin vor einer Tafel im Klassenraum

Es bleiben nur noch ein paar Monate: Wie sieht nach den Sommerferien der Ganztag an Goslars Grundschulen für die ersten Klassen aus? Foto: Kusch/dpa (Symbol)

Offene Baustellen an den Grundschulen: Die drei Goslarer Startchancen-Schulen sind noch ohne Konzepte. Lösungen für die Ganztagsbetreuung sind immer noch nicht in Sicht.

author
Von Frank Heine
Freitag, 23.01.2026, 11:00 Uhr

Goslar. Die Ganztagsbetreuung für Klasse eins, die nach den Sommerferien als Verpflichtung startet, und das Startchancen-Programm des Landes Niedersachsen, an dem auch drei Goslarer Grundschulen beteiligt sind, gelten als Herkules-Aufgaben, um die es in Goslar seltsam still (geworden) ist. Vielleicht, weil die Diskussion um die Goetheschule und die Goslarer Schulgrenzen zuletzt vieles überlagert hat.

„Zu ruhig“ ist es jedenfalls Renate Lucksch (SPD). Die Vorsitzende des Schulausschusses bohrte am Mittwochabend zum Ende der Sitzung bei Sven Busse als neuem kommissarischen Geschäftsbereichsleiter nach – die Verwaltungsreform lässt grüßen. Kurz und knapp: Die Schillerschule hat ein Konzept abgegeben, das aber nachbesprochen werden müsse – unter anderem deshalb, weil auch Schulen dem öffentlichen Vergaberecht unterliegen und nicht vorab Partner bestimmen könnten. „Wir haben Ideen“, erklärte die anwesende Rektorin Nicole Wagener, aber vieles hänge auch davon ab, was jetzt wann baulich an ihrer Goetheschule passiere. Seitens der Jürgenohlschule gebe es ebenfalls Ideen, erklärte Elisa-Marei Mühlenweg für den Fachdienst Schulen. „Wir haben genug Zeit und keinen Druck“, versicherte Busse. Lucksch erinnerte an das Volumen von insgesamt 1,1 Millionen Euro, von denen 800.000 Euro an Fördergeldern bereitlägen. Im Goslarer Haushalt stehe aber noch nichts vom Eigenanteil.

Die Horte als (teure) Alternative

Vager und in Teilen ratloser gab sich Busse bei der Ganztagsbetreuung. Er berichtete von Gesprächen mit dem Landkreis, der für die Betreuung in den Ferien verantwortlich zeichne. Er erwähnte Gespräche mit dem Propsteiverband Braunschweiger Land, der sich als möglicher Partner für eine Gesamtlösung angeboten habe. Eine erste Offerte sei „schlichtweg nicht zu finanzieren“. Busse ging inhaltlich nicht in die Tiefe, verdeutlichte aber, dass es in allen Fragen letztlich ums Geld und um Standards gehe. Beispiel: „Wir leisten uns ein Hort-Angebot.“ Und diese Betreuung werde zu 80 Prozent von der Stadt finanziert.

Soll es diesen Institutionen an den Kragen gehen? Auf der anderen Seite erklärte Busse auch, dass die Stadt Goslar ihren Beitrag zum Ganztag eben genau über diese Horte darstelle. Ein zusätzliches Problem sei, dass das Land die Ganztagspflicht klassenweise einführe. Erst 2029 laufe das volle Programm. „Vorher ist alles Flickschusterei“, sagte Busse. Egal: Vorsitzende Lucksch kündigte an, dass beide Themen in die nächste Sitzung des Ausschusses kommen sollen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region