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Schlittschuhhalle in der Sommerpause

GZ Plus IconBraunlage: Das Eis im Stadion taut langsam ab

Noch ist das Eis im Stadion nur leicht abgetaut. Auf dem noch gefrorenen Nass befindet sich ein Millimeter hoher Wasserfilm. Es dauert etwa zwei Wochen, bis es komplett geschmolzen ist.

Noch ist das Eis im Stadion nur leicht abgetaut. Auf dem noch gefrorenen Nass befindet sich ein Millimeter hoher Wasserfilm. Es dauert etwa zwei Wochen, bis es komplett geschmolzen ist. Foto: Eggers

Das Eisstadion geht in die Sommerpause. Wie lange am Wurmberg nicht mehr mit Schlittschuhen gelaufen werden kann, und welche Investitionen geplant sind, darüber informierte jetzt Dirk Becker, der Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft.

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Von Michael Eggers
Mittwoch, 23.04.2025, 08:00 Uhr

Braunlage. Am Ostermontag konnten die Schlittschuhläufer zum vorerst letzten Mal ihre Runden drehen. Das Eisstadion geht in die Sommerpause, und das bis Mitte September. „Der genaue Termin für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest“, sagt Dirk Becker, der Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft (BTG).

Becker äußert sich zufrieden über die Wintersaison, auch wenn die Zahl der Besucher leicht zurückgegangen sei. In den sieben Monaten der Wintersaison 2023/2024 zählte die BTG 44.805 Nutzer der öffentlichen Eiszeiten (inklusive Eisdisco), und in den sieben Monaten der Saison 2024/2025 waren es 41.503 Nutzer.

Sven Jakubczik und Alexander Deibert entfernen die Abdeckung des Kältekanals im Eisstadion.

Sven Jakubczik und Alexander Deibert entfernen die Abdeckung des Kältekanals im Eisstadion. Foto: Eggers

In dieser Sommerpause werde ein Sachverständige die Kälteanlage überprüfen. „Das ist alle fünf Jahre der Fall“, so der Geschäftsführer. Ähnlich wie beim TÜV, werde dann die gesamte Anlage abgenommen. „Da bereiten wir uns jetzt natürlich ordentlich darauf vor“, betont er. Denn die BTG wolle nicht, dass es zu einer teuren Nachprüfung komme.

Deshalb hätten die Mitarbeiter Sven Jakubczik und Alexander Deibert schon damit begonnen, die Abdeckung der Kälteanlage zu entfernen.

Einbruch mit 15.000 Euro Schaden

Teuerste Investition in dieser Sommerpause dürfte aber der Neukauf der Eismaschine sein. Dieses Fahrzeug wird genutzt, wenn das Eis zwei bis drei Zentimeter dick ist, um es zu präparieren. Dabei hobelt ein scharfes Messer die Unebenheiten im Eis glatt. Das Gefährt bringt anschließend Wasser auf das Eis, um Furchen zu beseitigen.

Laut Becker kostet so eine Maschine etwa 140.000 Euro, „wenn wir den Dacia unter diesen Fahrzeugen nehmen“. Die Ausschreibung sei bereits vorgenommen. Der Austausch sei nötig, weil die alte Eismaschine mehr als 20 Jahre alt sei und es kaum noch Ersatzteile gebe.

Dirk Becker, der Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft, zeigt die mehr als 20 Jahre alte Eismaschine, die erneuert werden müsse.

Dirk Becker, der Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft, zeigt die mehr als 20 Jahre alte Eismaschine, die erneuert werden müsse. Foto: Eggers

Weiter schaffe die BTG 100 Paar neue Schlittschuhe für den Verleih an. Die Betonsanierung werde fortgesetzt, ebenso wie die Bandenreparatur, die Gummibelagerneuerung und die Farbarbeiten. Zudem sollen vier weitere Parkplätze auf dem Gelände geschaffen werden, für die Umkleidekabinen müssen zwei neue Duschen sowie Fliesen gekauft werden und alles müsse gründlich gereinigt werden.

Dirk Becker berichtet zudem, dass es Mitte März einen Einbruch gegeben habe. Dies habe Schäden von etwa 15.000 Euro verursacht, die jetzt ebenfalls beseitigt werden sollen. Dazu würden unter anderem neue Schließfächer beschafft und eine neue Schließanlage installiert.

Halle im Sommer für Events nutzen?

Das Personal würde außerdem in Salzgitter entsprechend geschult, was beim Betrieb einer Kälteanlage alles beachtet werden müsse, gerade vor dem Hintergrund, dass bei der Eiserzeugung in Braunlage mit dem nicht ganz ungefährlichen Gas Ammoniak gearbeitet werde. Ein Teil der Mitarbeiter werde zudem im Sommer im Freibad Hohegeiß arbeiten.

Es ist zwar kein Eis im Stadion, aber das heißt nicht, dass es nicht genutzt werden könnte. In einigen Wochen stellt die BTG der Verkehrswacht Harz, Braunlage und Umgebung, die Fläche für die Fahrradturniere kostenlos zur Verfügung, kündigt Dirk Becker an. Weitere Events seien allerdings nicht geplant.

Ohnehin ist das Eisstadion bislang noch nicht im Sommer für Events regelmäßig genutzt worden. Zwar fanden schon Konzerte, beispielsweise mit den Pfundskerlen aus Tirol, Tanzveranstaltungen wie „Lord of the Dance“ oder Sportwettbewerbe wie Boxen im Stadion statt, aber eine Regelmäßigkeit ist nicht erreicht worden. Dabei könnten Events für mehr als 2000 Zuschauer auf die Beine gestellt werden, heißt es immer wieder mal.

Ebenfalls noch in der Schublade liegt die Planung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Eisstadions, wie der Geschäftsführer auf Anfrage weiter mitteilt. Diese Möglichkeit wird seit einiger Zeit öffentlich diskutiert, die Umsetzung ist laut Dirk Becker aber schwierig.

Keine Trainingslager mehr

„Was ist, wenn wir wie vor zehn Jahren einmal wieder so viel Schnee haben, dass die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Braunlage ihn hinunterschippen müssen“, fragt der Geschäftsführer rhetorisch. Wenn eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sei, dürfte dies nur sehr schwer möglich sein.

Zudem könne die Anlage nur im Sommer richtig genutzt werden. „Im Sommer haben wir aber nur sehr wenige Besucher, die Schlittschuh fahren wollen“, sagt Dirk Becker. Dies hätte die Vergangenheit gezeigt. So öffnete die BTG beispielsweise 2022 bereits im Juli das Eisstadion, unter anderem weil verschieden Eishockey-Clubs in Braunlage ihr Trainingslager aufschlagen wollten. „Da hatten wir dann auch die öffentlichen Laufzeiten wieder angeboten, aber es kamen kaum Gäste, die Schlittschuh fahren wollten“, erklärt er.

Und auch die Trainingslager gebe es im Juli und August nicht mehr, übrigens schon seit dem Vorjahr. „Da sind die hohen Energiepreise für verantwortlich“, berichtet Dirk Becker. Diese Preise müsse die BTG natürlich an die Vereine weitergeben, die diese aber nicht mehr auf die Teilnehmer umlegen können.

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