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Grundschule Langelsheim/Astfeld

GZ Plus IconOffiziell im Amt: Dorthe Marten ist Rektorin aus Leidenschaft

Eine Frau sitzt an ihrem Schreibtisch.

Dorthe Marten ist jetzt offiziell die Rektorin der Grundschule Langelsheim/Astfeld. Vorher hatte sie die Stelle kommissarisch inne. Foto: Heinemann

Seit über 15 Jahren gehört Dorthe Marten zur Grundschule Langelsheim. Nun ist sie offiziell Rektorin. Mit klaren Zielen und Konzepten gestaltet sie Schule im Wandel.

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Von Ronja Heinemann
Sonntag, 18.01.2026, 04:00 Uhr

Langelsheim. Dorthe Marten ist in Langelsheim schon lange keine Unbekannte mehr. Seit 2007 ist sie an der Grundschule Langelsheim tätig. Zunächst arbeitete sie dort als Lehrerin und Konrektorin, später übernahm sie das Amt der kommissarischen Rektorin. Seit einem Monat ist es nun offiziell: Marten ist Rektorin der Grundschule Langelsheim/Astfeld – eine Nachricht, die sie mit großer Freude verkündet.

Die 50-Jährige stammt aus dem Raum Hannover. Dort ist sie aufgewachsen, absolvierte ihr Studium und trat ihre erste Stelle in Mellendorf an. 2003 übernahm sie erstmals kommissarisch eine Konrektorenstelle, zwei Jahre später wurde sie offiziell in dieses Amt berufen. Der Liebe wegen zog es sie schließlich in den Harz, 2007 folgte die Versetzung nach Langelsheim.

Gemeinsam mit ihrem Mann lebt Dorthe Marten mit ihren zwei Töchtern in Seesen. In ihrer Freizeit widmet sie sich mit großer Leidenschaft ihren Pferden. Die Arbeit mit den Tieren bereitet ihr viel Freude und hilft ihr, auch einmal abzuschalten. Ebenso wichtig ist ihr die Zeit mit ihrer Familie, die für sie einen wertvollen Ausgleich zum Berufsalltag darstellt.

Denn sowohl beruflich als auch privat verbringt Marten leidenschaftlich gern Zeit mit Kindern. „Deswegen bin ich Lehrerin geworden“, sagt sie. Diese Entscheidung habe sie bewusst getroffen. Für diesen Beruf brauche es vor allem Empathie und die Fähigkeit, klare Ziele zu verfolgen. Eines ihrer Ziele sei es, jedes Kind so anzunehmen, wie es ist.

Veränderte Anforderungen

Genau daran arbeitet sie derzeit an der Grundschule. Die Themen Inklusion und Individualisierung stehen dabei im Mittelpunkt. So werden aktuell die Klassenräume neu gestaltet. Die klassische grüne Tafel an der Vorderwand und die starre Ausrichtung aller Tische darauf gehören der Vergangenheit an. „Wir müssen individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen – und ihre Entwicklung im Blick behalten“, erklärt die Rektorin. Dafür gibt es nun kleine „Lernbüros“, in denen Kinder für sich arbeiten können, sowie unterschiedlich große Gruppentische. Die Gestaltung der Klassenräume zählt derzeit zu einem der größten Projekte von Marten.

Um die Inklusion weiter voranzubringen, setzt Marten bewusst auf neue Wege. Kinder sollen direkt nach dem Kindergarten oder der Vorschule gezielt aufgefangen werden. Zunächst müsse herausgefunden werden, wie mit jedem einzelnen Kind am besten gearbeitet werden kann. Dafür werden die Eltern aktiv in den Prozess eingebunden. Auch die Kindergärten wurden für diese Zusammenarbeit mit ins Boot geholt.

Das sei umso wichtiger, da sich die Anforderungen an Schule und Kinder stetig verändern. Einen deutlichen Wandel beobachtet Marten unter anderem durch die fortschreitende Digitalisierung. Kinder kämen immer früher mit Handys und anderen digitalen Geräten in Kontakt, während direkte Kommunikation teilweise in den Hintergrund rücke. Gleichzeitig stellt sie fest, dass viele Kinder von Veranstaltung zu Veranstaltung eilen und „total verplant“ sind. „Es ist wichtig, dass sie sich auch selbst frei entdecken können“, betont Marten.

Jedes Kind bringe unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mit, auf die Lehrkräfte individuell eingehen müssten. „Das macht den Job aber auch sehr interessant“, findet Marten.

Mit ihrer Position ist viel Verantwortung verbunden. Die direkte Arbeit mit den Kindern als Klassenlehrerin ist dabei leider in den Hintergrund gerückt, da sie ihre eigene Klasse abgeben musste. Zwar unterrichtet Marten als Rektorin weiterhin, jedoch in deutlich geringerem Umfang. „Das war damals ein großer Punkt bei der Überlegung, die Stelle zu übernehmen“, erzählt sie.

Prägende Zeit

Allzu groß sei die Umstellung vom Amt der Konrektorin zur kommissarischen Rektorin allerdings nicht gewesen. Die frühere Rektorin Susanne Weber habe sie stets aktiv in die Schulentwicklung eingebunden und an Entscheidungen sowie Prozessen beteiligt. Dadurch habe sie früh ein realistisches Bild von der Position erhalten – ein Bild, das sich bis heute nicht verändert habe.

Die fast zehnjährige Zusammenarbeit mit Weber habe Marten besonders geprägt, sagt die 50-Jährige. Ihre Vorgängerin habe ihr aufgezeigt, was alles möglich sei, und ihr verdeutlicht, dass Lehrkräfte Kinder begleiten und nicht nur unterrichten sollten. Diesen Weg wolle Marten konsequent weitergehen. Für diese gemeinsame Zeit spricht sie Weber ein großes Lob aus.

Auch für die Zukunft hat Marten klare Vorstellungen. „Die Kinder sollen kompetenzorientiert unterrichtet werden, um Zeit für ihre Entwicklung zu haben“, sagt sie auf die Frage, was sie in fünf Jahren erreicht haben möchte. Dabei sei es ihr besonders wichtig, das gesamte Kollegium in diesen Prozess einzubeziehen.

Mit Leidenschaft sei vieles möglich. Ihre größte Motivation schöpft Marten aus den Kindern selbst. Bei jedem kleinen Fortschritt blicke sie in leuchtende Augen – und genau das bereite ihr große Freude.

Ihre Rolle als Rektorin versteht sie dabei als Chance, Entwicklung zu gestalten und nicht nur zu verwalten. Sie möchte Orientierung geben, zuhören und ansprechbar sein. Eltern könnten jederzeit auf sie und ihr Kollegium zukommen. Gemeinsam verstehe man sich als starkes Team.

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