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Investition in St. Andreasberg

GZ Plus IconLandesinnungsverband der Dachdecker baut eine neue Doppelhalle

Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Biermann zeigt die neue Doppelhalle, die der Landesinnungsverband der Dachdecker gerade in St. Andreasberg errichtet.

Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Biermann zeigt die neue Doppelhalle, die der Landesinnungsverband der Dachdecker gerade in St. Andreasberg errichtet. Foto: Eggers

Nicht mehr nur Dachdecker will das Ausbildungszentrums des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen und Bremen in St. Andreasberg fortbilden. Deshalb will sich die traditionsreiche Dachdeckerschule jetzt um eine Doppelhalle in der Mühlenstraße erweitern.

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Von Michael Eggers
Samstag, 16.11.2024, 16:00 Uhr

Braunlage. Mindestens 2,5 Millionen Euro will das Ausbildungszentrum (ABZ) des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen und Bremen in den Standort St. Andreasberg investieren. Noch befindet sich der Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen bei dem Bau einer neuen Doppel-Ausbildungshalle in der Mühlenstraße im Kostenrahmen, wie Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Biermann mitteilt. Am Freitag war Richtfest.

Der Landesinnungsverband der Dachdecker nutzt die Hallen in der Mühlenstraße in St. Andreasberg für die praktische Ausbildung der Auszubildenden.

Der Landesinnungsverband der Dachdecker nutzt die Hallen in der Mühlenstraße in St. Andreasberg für die praktische Ausbildung der Auszubildenden. Foto: Eggers

Landesinnungsmeister Carsten Stelter begrüßte zu diesem Ereignis mehr als 100 Gäste aus ganz Niedersachsen und Bremen. Er betonte, Ziel dieser Investition sei es, die Auszubildenden für das Dachdeckerhandwerk bestmöglich auf die Arbeit vorzubereiten und sie technisch fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft.
100 Gäste kommen zum Richtfest der neuen Doppelhalle in die Mühlenstraße.

100 Gäste kommen zum Richtfest der neuen Doppelhalle in die Mühlenstraße. Foto: Privat

Dabei setze der Innungsverband stärker auf Nachhaltigkeit und den Baustoff Holz. Es entstehe gerade eine große Halle, die durch eine mobile Trennwand unterteilt werden kann. „Dann haben wir zwei jeweils 210 Quadratmeter große Hallen“, sagt Biermann. Neben den erforderlichen Ausbildungsmodulen sollen in den neuen Gebäuden auch Schulungsräume, Umkleideräume und Sanitäranlagen untergebracht werden.

485 neue Auszubildende

Das Gebäude verfügt über eine moderne, lichtdurchflutete Optik. Die Halle soll zudem den neuen klimagerechten Anforderungen und Vorgaben entsprechen. Photovoltaik auf dem Dach wird denn auch großgeschrieben, und so entstehen ebenfalls Ladestationen für E-Autos.

Neben den weiteren Arbeitshallen der Landesdachdecker-Innung in der Mühlestraße in St. Andreasberg wird gerade für 2,5 Millionen Euro eine neue Doppelhalle gebaut.

Neben den weiteren Arbeitshallen der Landesdachdecker-Innung in der Mühlestraße in St. Andreasberg wird gerade für 2,5 Millionen Euro eine neue Doppelhalle gebaut. Foto: Privat

Die Investition sei notwendig, weil die Nachfrage groß sei. St. Andreasberg habe mittlerweile das zweitgrößte Ausbildungszentrum im Bereich des Dachdeckerhandwerks in Deutschland, und Niedersachsen liege bei der Zahl der Dachdecker-Azubis bundesweit auf dem dritten Rang. „Wir haben in diesem Jahr 485 neue Dachdecker-Auszubildende dazu bekommen“, berichtet der Hauptgeschäftsführer.

Unterrichtet werden sollen in der Halle nicht nur wie bisher am Standort St. Andreasberg Dachdecker und in wenigen Fällen auch Klempner, sondern auch Zimmerer. Mit der Berufsgruppe gebe es viele Übereinstimmungen und so soll künftig in der Bergstadt auch ein Meisterkursus für Zimmerleute angeboten werden, kündigt Dr. Frank Biermann an.

Beheizt werde die moderne Doppelhalle mit einer sogenannten thermischen Betonkernaktivierung oder auch Betonkerntemperierung, erklärt Dr. Frank Biermann weiter. Dabei nutze der Innungsverband die Fähigkeit des Betonbodens, thermische Energie zu speichern und damit Räume zu heizen. „Ähnlich erwärmen wir auch die sechs weiteren Hallen in der Mühlenstraße, allerdings nutzen wir da nicht den Boden, sondern die Wände und Decken“, berichtet er.

Start vor 60 Jahren

Auch Bürgermeister Wolfgang Langer begrüßt den Bau der Doppelhalle der Dachdecker-Innungsverbände. „Das ist ein Bekenntnis zum Standort St. Andreasberg und eine Investition in die Zukunft.“ Er lobte das Handwerk als Rückgrat der Wirtschaft und unterstrich die Wichtigkeit des Ausbildungszentrums für die gesamte Stadt.

Landesinnungsmeister Carsten Stelter betont beim Richtfest für die neue Doppelhalle in St. Andreasberg, dass dies eine Investition in die Zukunft ist.

Landesinnungsmeister Carsten Stelter betont beim Richtfest für die neue Doppelhalle in St. Andreasberg, dass dies eine Investition in die Zukunft ist. Foto: Privat

Doch das Richtfest der Doppelhalle in St. Andreasberg ist nicht das einzige, das der Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen der Dachdecker in diesem Jahr feiert. Er wird zudem 100 Jahre alt. 1924 sind aus dem Reichsverband des deutschen Dachdeckerhandwerks die Landesverbände Hannover-Braunschweig und Bremen-Oldenburg entstanden. 1949 hat es den ersten Landesverbandstag der Dachdeckerinnung Niedersachsen in Hannover gegeben, 1957 ist Bremen dazugekommen, und 1964, also vor 60 Jahren, hat der Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen der Dachdecker die Pestalozzischule in St. Andreasberg gekauft, mit dem Umbau begonnen und wenig später die Halle I und II fertiggestellt.

48 Mitarbeiter

Am 25. März 1966 ist die Fachschule eröffnet worden. Am 30. Januar 1970 kam die Landesgeschäftsstelle dazu. In den 80er Jahren gab es zusätzliche Erweiterungsarbeiten für das Schulungszentrum, 1986 kam ein neues Verwaltungsgebäude dazu. Die Hallen an der Mühlenstraße wurden 2007 fertiggestellt und gelten als „echtes Highlight“ der Dachdeckerschule, wie der Landesinnungsverband anmerkt. Er unterrichtet derzeit insgesamt 1300 Dachdecker-Azubis aus ganz Niedersachsen und Bremen. Außerdem stellt der Verband jedes Jahr 56 Plätze für die Meisterschulung mit ihren vier Bausteinen zur Verfügung. Diese sind sehr begehrt. „Wir haben bei der Meisterausbildung derzeit eine Wartezeit von einem bis anderthalb Jahren“, erklärt Dr. Frank Biermann. Insgesamt unterhält das ABZ in St. Andreasberg 187 Zimmer für die Auszubildenden und angehenden Meister, die meisten davon sind Zwei-Bett-Zimmer, es gibt aber auch einige Einzelzimmer. Das Ausbildungszentrum beschäftigt 48 festangestellte Mitarbeiter in St. Andreasberg sowie einige wenige Dozenten, die auf Honorarbasis arbeiten.

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