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Christmasrock im Kulturkraftwerk

GZ Plus IconHardrock und Küsschen: Das ist eine Weihnachtstradition in Goslar

Sechs Musiker auf einer Bühne mit Gitarren, Schlagzeug und Mikrofonen, im Hintergrund ein beleuchtetes Logo mit dem Schriftzug 'LIZZY TRIBUTE'.

Finale in Vollbesetzung: Christmasrock im Kulturkraftwerk mit Heavy Traffic Foto: Hartmann

Feuertaufe für einen jungen Drummer: Beim Christmasrock im Goslarer Kulturkraftwerk war erstmals Chris Lohse dabei. Seine Schlagzeuger-Karriere verdankt er seiner Oma.

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Von Petra Hartmann
Sonntag, 28.12.2025, 19:45 Uhr

Goslar. „Stille Nacht“ war gestern – jetzt ist Christmasrock angesagt. Eine krachend laute, rockige, aber nicht weniger frohe, etwas andere Goslarer Weihnachtstradition, seit 13 Jahren gefeiert und nun zum zweiten Mal im Kulturkraftwerk. Die Band Heavy Traffic lud ein zu Rock-Klassikern und Power-Musik, und die Kleinkunststätte an der Hildesheimer Straße war schon seit Wochen restlos ausverkauft.

Gruppe von Menschen in einem Innenraum, die mit erhobenen Armen und Händen an einem Event teilnehmen.

So geht Weihnachten: Das Publikum im Kulturkraftwerk ist gut drauf. Foto: Hartmann

„Es gibt gleich mächtig was auf die Ohren“, kündigte Renate Lucksch vom Kraftwerk-Team an und räumte dann schnell die Bühne, als die sechs Rocker das Kulturkraftwerk übernahmen. „Geht‘s euch gut? Liegt euch die Gans noch quer im Magen, oder geht es schon wieder?“, rief Sänger Denis Rinck ins Mikro, um dann mit seiner einzigartigen Stimme bis in die höchsten Tonlagen abzudrehen und knapp drei Stunden lang Hits der größten Rockbands zu singen, kreischen, röhren und einfach gut zu performen.

Sänger mit langem Haar hält Mikrofon in der Hand, Bühnenlichtstrahlen im Hintergrund.

Die Stimme von Heavy Traffic: Denis Rinck. Foto: Hartmann

Feuertaufe für neuen Drummer

Neu im Team ist Schlagzeuger Chris Lohse, der als Nachfolger von Maik Herrmann bei diesem Christmasrock seine Feuertaufe erlebte. Der 29-jährige Schornsteinfeger-Geselle aus Lochtum senkte das Durchschnittsalter der Band gewaltig – während im Publikum seine Großmutter Brigitte Kerl das Durchschnittsalter der Zuhörer beträchtlich nach oben trieb, wie die 79-Jährige lachend anmerkte.

Vier Musiker spielen auf einer Bühne mit E-Gitarren und Bass, umgeben von Bühnenbeleuchtung und Lautsprechern.

Stimmungsvoll und mitreißend: Heavy Traffic im Weihnachtseinsatz. Foto: Hartmann

Die Lochtumerin hatte dem Drummer die Unterrichtsstunden an der Musikschule gesponsert, als er noch ein Kind war, und war mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Immerhin: Seine Musik hört sie schon seit Jahren bei seinen Übungsstunden im Keller daheim. Auch Mutter Alexandra und Vater Jakob Lohse hörten stolz zu, Jakob drehte sogar einen Film, der demnächst auf der Facebookseite von Heavy Traffic zu sehen sein soll. Nach der bestandenen Feuertaufe gab es denn auch Küsse und eine stürmische Umarmung für die Oma.

Musiker mit langen Haaren spielt E-Gitarre auf Bühne mit blauem Bühnenlicht.

Jost "van Halen" Schlüter mit einem besonderen Gitarrensolo. Foto: Hartmann

Eisblaues Van-Halen-Solo

An der Gitarre erlebten die Fans, wie gehabt, Andreas Schock und Jost Schlüter, wobei letzterer mit seinem Van-Halen-Solo, in eisblaues Licht getaucht, für Gänsehaut-Momente sorgte - und dafür sogar die markante Totenkopf-Gitarre aus der Hand legte. Als Bassisten wechselten sich Mathias Dörge und Lennart Kattke ab, wobei sie sich das Konzert brüderlich teilten, erst zum Finale lief die Band in Vollbesetzung auf. „Wir können uns sogar zwei Bassisten leisten“, meinte Rinck stolz.

Musiker auf Bühne spielt E-Bass unter grün-blauem Bühnenlicht, im Hintergrund Schlagzeug und Verstärker sichtbar.

Alles nur keine "stille Nacht": Bassist Lennart Kattke legt los. Foto: Hartmann

Hard und heavy jagte das Sextett die Fans durch die Höhepunkte der Rockgeschichte. Von AC/DC und Kiss über Thin Lizzy und Iron Maiden bis hin zu den Scorpions, U2, Black Sabbath und einem Dio-Tribut war so ziemlich alles dabei, wonach das Rockerherz lechzte. Dass das Publikum spätestens bei „TNT“ und „Big City Nights“ lautstark mitsang, verstand sich fast von selbst, ebenso, dass bei „The Boys are back in Town“ alle die Rückkehr der Schwerlastverkehr-Jungs auf die Weihnachtsbühne feierten.

Ein Musiker spielt E-Bass auf einer Bühne, im Hintergrund ist ein Drummer an einem Schlagzeug mit einem kleinen Plüschtier darauf zu sehen.

Konzentriert: Schlagzeuger Chris Lohse und Bassist Mathias Dörge. Foto: Hartmann

Zusammen mit der überwältigenden Lichtshow von Christoph Schneidereit gemacht und dem Soundmanagement von André Nordte lieferten die Heavy-Trafficer erneut ein mitreißendes Christmasrock-Konzert ab, ein Gesamtkunstwerk, das sicher auch die letzten Reste des Weihnachtsgansvöllegefühls wegfegte und auf jeden Fall nach einer Wiederholung schrie. Als die Lichter im Kulturkraftwerk erloschen und die Gäste sich auf den Weg zurück in die sti-hil-le Nacht machten, nahmen sich sicher viele schon vor, das nächste Weihnachtsfest ebenfalls rockig ausklingen zu lassen.

KULTURKRAFTWERK JUBELT

Gute Stimmung zu Weihnachten gab es im Kulturkraftwerk-Team. Der Christmasrock war die 48. Veranstaltung in diesem Jahr, und: „Wir sind bis auf eine einzige Veranstaltung immer ausverkauft gewesen, auch heute wieder“, freute sich Renate Lucksch in ihrer Anmoderation. Auch das neue Jahr wird sich voraussichtlich erfolgreich gestalten: „Bis in den April hinein sind wir teilweise zu drei Vierteln oder sogar ganz ausverkauft“, sagte sie.

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