Linienbus 860 nimmt ab März neue Route durch Othfresen
Der Linienbus 860 wird ab dem 1. März nicht mehr durch den Feldberg fahren. Foto: Leifeld
Die bisherige Führung der Buslinie 860 Goslar-Salzgitter sorgte in Othfresen für viel Unmut. Nun soll eine geänderte Route die Lösung bringen. Eine Übersicht.
Othfresen. Die Situation war nicht nur buchstäblich „verfahren“: Bereits mehrfach rutschte der Linienbus 860 der HarzBus GmbH beim Abbiegen von der Hauptstraße (L500) in den Feldberg auf eisglatter Straße in die Hausfassade der Anwohnerin Carmen Varnava. Zuletzt Anfang Januar, als der Bus die Hauswand und das Fallrohr beschädigte. Ein weiteres Mal kam das 22-Tonnen-schwere und 18 Meter lange Ungetüm kurz vor ihrem geparkten Pkw zum Stehen. Für die 58-jährige Othfresenerin war es jedes Mal ein Schreckmoment.
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Mehrere Faktoren wirkten an diesen unglücklichen Ereignissen mit: Allen voran der spitze Winkel beim Abbiegen von der Hauptstraße in den Feldberg, die bereits bei Regen dort verlegten, sehr rutschigen Pflastersteine im Einmündungsbereich, die nachteilige Steigung der Straße und auch die, durch das Verkehrsunternehmen eingesetzten Gelenkbusse, mit ihren generell besonderen Fahreigenschaften – nicht nur bei Straßenglätte.
Andererseits war es auch die vorgegebene Linienführung, die vorschreibt, die Haltestelle an der Othfresener Grundschule aus Richtung Norden anfahren zu müssen, damit die Grundschüler direkt auf der Fahrbahnseite des Schulgebäudes aussteigen können.
Vor-Ort-Termin bringt Lösung
Bei einem Halt auf der gegenüberliegenden Kindergartenseite müssten die Grundschüler noch ein weiteres Mal die Fahrbahn des Grasewegs überqueren, um das Schulgelände zu erreichen. Das war nicht möglich.

Von der Hauptstraße (L500) wird die Busline 860 zu Schulzeiten in den Bahnhofstraße einbiegen und von dort durch den Hasenbeeksweg fahren. Foto: Leifeld
Bei einem Vor-Ort-Termin in der vergangenen Woche , der auf Anregung und Wunsch von Landrat Dr. Alexander Saipa einberufen wurde, haben die Beteiligten einhellig und gemeinsam die Änderung des Fahrtverlaufs in Othfresen beschlossen. Beteiligt waren Vertreter des Landkreises Goslar, des Busunternehmens und der Gemeinde Liebenburg.
„Es wurde festgelegt, dass die Zufahrt zur Grundschule künftig über die Bahnhofstraße sowie den Hasenbeeksweg erfolgen wird. Die bisherige Bedienung der Straße Feldberg durch die Busse der HarzBus GmbH entfällt damit vollständig“, informierte Landkreis-Pressesprecher Maximilian Strache auf Nachfrage der Goslarschen Zeitung über die Ergebnisse der Zusammenkunft.
Kein Halteverbot erforderlich
Mit der geänderten Linienführung ist die Haltestelle der Grundschule problemlos anfahrbar. Nach Rücksprache wurde bestätigt, dass für den neuen Fahrtverlauf kein Halteverbot auf den neuen Durchfahrtsstraßen (Bahnhofstraße und Hasenbeeksweg) erforderlich ist.
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Das wäre mit einer geänderten Linienführung durch den Sonnenklink, die von einigen Othfresener Bürgern kurzzeitig angedacht wurde, entscheidend gewesen. So stand sie aber nie zur Diskussion.
Und: Durch die nur einseitige Wohnbebauung entlang der neu gewählten Bus-Route sei die Anwohnerbelastung ebenfalls gering.

Mit der neuen Linienführung kann die Haltestelle der Othfresener Grundschule auch weiterhin auf der „richtigen“ Straßenseite angefahren werden. Foto: GZ-Montage
Ferner wurde von Seiten der HarzBus-Vertreter angeregt, die Haltestelle „Othfresen Schule“ zukünftig ausschließlich zu schulrelevanten Zeiten zu bedienen.
Wenden am ehemaligen Schandpfahl
Die Gemeinde Liebenburg wird diese Anregung aufgreifen und eine Rückmeldung an den Regionalverband Großraum Braunschweig geben.
Ohne Schulunterricht (in den Ferien, am Wochenende und in den Abendstunden) würden dann die Linienbusse 860, so wie es früher war, wieder in der Othfresener Ortsmitte Krühstraße (ehemaliger Schandpfahl) wenden, um die Fahrt in Richtung der Bahnhöfe Goslar oder Salzgitter-Bad direkt fortsetzen zu können.Dreimal Zusammenstoß an gleicher Stelle
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Diesbezüglich wurde seitens der HarzBus GmbH darauf hingewiesen, dass die Wendemöglichkeit an der Krühstraße künftig besser in den Räum- und Streudienst der Gemeinde Liebenburg eingebunden werden muss. Die Umsetzung der Änderungen sind zum Sonntag, 1. März, vorgesehen.

Mehrfach rutschte der Linienbis bei Glatteis in die Hausfassade. Zuletzt Anfang Januar. Foto: Leifeld (Archiv)
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