Zähl Pixel
Arbeiten auf der Zielgeraden

GZ Plus IconDie erste Autobahnbrücke bei Harlingerode ist bald fertig

Auf dieser Drohnenaufnahme ist die neue Brücke und die neue Fahrbahndecke gut zu erkennen.

Auf dieser Drohnenaufnahme ist die neue Brücke und die neue Fahrbahndecke gut zu erkennen. Foto: Autobahn GmbH des Bundes

Seit einem Jahr lässt die Autobahn GmbH die A369-Brücke über der Kreisstraße 46 erneuern. Die erste Phase ist bald beendet. Die GZ hat sich auf der Baustelle umgeschaut und erfahren, wann der Verkehr wieder fließt, und wie die Arbeiten weitergehen.

author
Von Holger Schlegel
Mittwoch, 21.05.2025, 04:00 Uhr

Bad Harzburg. Auf Autobahnen geht es gemeinhin immer ein wenig schneller, als anderswo: Die Brücke RA1 im Verlauf der A369 nördlich von Bad Harzburg ist so gut wie fertig – nach nicht einmal einem Jahr. Klingt zwar auch nach einem langen Zeitraum, aber an manch Kommunalstraße gleicher Länge (knapp 150 Meter) wird länger gebaut. Allerdings ist mit der Freigabe der Fahrspuren Richtung Vienenburg irgendwann zwischen Himmelfahrt und Pfingsten erst das halbe Projekt vollendet, denn dann kommen die Gegenfahrbahnen inklusive der dortigen Brücke an die Reihe.

Im August vergangenen Jahres war die eine Hälfte der in die Jahre gekommenen Brücke, die über die K46 (Harlingerode/Bettingerode) führt, abgerissen worden. Seither wird sie inklusive der Brückenlager neu aufgebaut. Im Februar konnten die neuen Fertigelemente an ihren Platz gehoben werde. Was ist seither passiert?

Noch herrscht auf den Fahrbahnen Richtung Vienenburg rege Bautätigkeit.

Noch herrscht auf den Fahrbahnen Richtung Vienenburg rege Bautätigkeit. Foto: Schlegel

Leandra Solle, Projektleiterin bei der Autobahn GmbH, berichtet, dass auf die Fertigelemente noch einmal eine 20 Zentimeter dicke Betonschicht aufgebracht wurde. Es entstand dadurch sozusagen wieder ein Fahrbahnunterbau aus einem Guss. Danach gab es rund um Brücke und Fahrbahn ebenfalls noch einiges zu tun. Vor Ostern wurden die Kappe eingebaut, also der Bordstein am Fahrbahnrand. Darauf sind dann die Geländer montiert worden. Auch die Entwässerung musste eingebaut werden.

Millimeterarbeit mit tonnenschweren Maschinen ist angesagt.

Millimeterarbeit mit tonnenschweren Maschinen ist angesagt. Foto: Schlegel

Nach und nach war alles fertig für das Aufbringen der letzten Fahrbahnschichten. Auf einer Länge von 120 Metern wurde am Montag die finale Deckschicht aufgetragen. Wobei die Brücke selbst nur knapp 15 Meter lang ist, aber an ihren Enden wurden ja auch die Flügel und Widerlager erneuert. Zudem ist auch der Erdaushub wieder eingebaut, er war beiseite geschafft worden, um an die jeweiligen Brückenteile heranzukommen. Die Erdberge lagerten auf der Fahrbahn Richtung Vienenburg.

Die Bauarbeiter tragen die letzte Deckschicht auf.

Die Bauarbeiter tragen die letzte Deckschicht auf. Foto: Schlegel

Gut vier Zentimeter dick ist die neue Fahrbahnschicht, auf sie müssen demnächst nur noch die Fahrbahnmarkierungen aufgemalt werden. Irgendwann zwischen Himmelfahrt (29. Mai) und Pfingsten (7. Juni) ist alles fertig.

Abfahrt ist bald wieder frei

Doch wenn die A369 inklusive der Abfahrt Harlingerode dann wieder freigegeben ist, geht es fast nahtlos auf der anderen Seite weiter. Zunächst wird der Verkehr während einer kurzen Übergansphase der Baustelleneinrichtung auf jeder Seite nur in eine Richtung fließen, aber letzten Endes wird die komplette Brückenseite in Richtung Bad Harzburg gesperrt. Der Verkehr rollt dann jeweils einspurig in beide Richtungen auf dem neuen Brückenabschnitt.

So sieht das neue Brückenbauwerk aus Richtung Bettingerode kommend aus.

So sieht das neue Brückenbauwerk aus Richtung Bettingerode kommend aus. Foto: Schlegel

Allerdings muss auch in dieser Phase die Abfahrt Harlingerode (dieses Mal natürlich die auf der Gegenfahrbahn) gesperrt werden. Sie liegt zu dicht an der Baustelle. Die offizielle Umleitung nach Harlingerode und Bettingerode erfolgt über die B6 Richtung Goslar. Die Abfahrt Westerode, einige Hundert Meter weiter an Bad Harzburg gelegen, soll vom Umleitungsverkehr weitgehend verschont bleiben.

Auch die Erdwälle rechts und links der K46 sind wieder aufgefüllt.

Auch die Erdwälle rechts und links der K46 sind wieder aufgefüllt. Foto: Schlegel

Der Zeitplan sieht vor, dass die zweite Brückenhälfte Ende Juni abgerissen wird. Das Neubauprozedere wird dem aktuellen ähneln, allerdings rechnet die Autobahn GmbH mit weniger Überraschungen, da die Gegebenheiten nun bekannt sind. Auch müssen keinen Spundwände zum Abstützen der „halbierten“ Fahrbahn gesetzt werden. Das war bereits für die aktuelle Bauphase geschehen, die Stützwände in der Mitte zwischen den beiden Fahrrichtungen sind viele Meter tief im Erdreich verankert. Nach Abschluss der Arbeiten werden sie an Ort und Stelle bleiben.

Links die alte Brücke, die nun erneuert wird, rechts die neue.

Links die alte Brücke, die nun erneuert wird, rechts die neue. Foto: Schlegel

Die Autobahn GmbH kalkuliert mit einer etwas kürzeren Bauzeit für die zweite Phase. Wenn alles gut geht und das Wetter vor allem über die Wintermonate mitspielt, soll die Angelegenheit im Frühjahr 2026 erledigt sein.

HINTERGRUND

Errichtet worden war das 55,20 Meter lange Brücken-Bauwerk im Jahr 1974.

Im August wurde die erste Hälfte aufgrund von Baufälligkeit abgerissen. 500 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt, um die alten Fundamente freizulegen. Die Baugrube war bis zu neun Meter tief. Dann wurden pro Seite circa 870 Kubikmeter beziehungsweise 2200 Tonnen Stahlbeton abgebrochen und neue Flügel und Widerlager gebaut. Immerhin sechs Meter hohe Betonkonstruktionen plus gut 1,20 Meter tiefe Fundamente. Die eigentlichen Brückenelemente kamen im Februar. Sieben Stück gibt es davon, jedes 15,5 Meter lang, etwas über zwei Meter breit und 25 Tonnen schwer. Nebeneinander gelegt und später noch mit einer 25 Zentimeter dicken Deckenplatte versehen, bilden sie die neue, 14 Meter breite Fahrbahn.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region