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Baugenehmigung erst 2025

GZ Plus IconBramkebrücke: Erst weichen Schwalben, dann kommt der Baubeginn

Halteverbot und keine Durchfahrt: Die einstige Zufahrt nach Schulenberg bleibt bis 2028 eine Sackgasse.

Halteverbot und keine Durchfahrt: Die einstige Zufahrt nach Schulenberg bleibt bis 2028 eine Sackgasse. Foto: Neuendorf

Die Landesbehörde für Straßenbau bringt die Schulenberger auf einen neuen Stand in Sachen Bramkebrücke. Unverständnis kommt bei einigen auf, als es heißt, dass zuerst Schwalben und Fledermäuse umgesiedelt werden müssten.

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Von Sören Skuza
Dienstag, 06.08.2024, 10:00 Uhr

Schulenberg. Dass es ein langer Weg sein wird, bis die Schulenberger wieder über zwei Wege ihren Ort verlassen können, ist spätestens seit dem ersten Informationsabend der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) im Januar dieses Jahres bekannt. Vergangene Woche gab es wie berichtet schon die dritte Veranstaltung dieser Art. In der St.-Petrus-Kapelle haben die Verantwortlichen Auskunft über den aktuellen Stand der Arbeiten und Planungen gegeben.

Viele Institutionen beteiligt

Auf Wunsch von Günter Hartkens, Leiter des Geschäftsbereichs Goslar der NLSTBV, hatte der Schulenberger Rüdiger Wiemann den Info-Abend organisiert. Und die große Delegation an Verantwortlichen von Landesbehörde, Landkreis, Landesforsten und Harzwasserwerken deutete schon darauf hin, dass an dem Projekt Bramkebrücke viele Köpfe beteiligt sind. Die Harzwasserwerke etwa müssten zunächst für die Abwasserleitung, die durch das Bauwerk führt, eine temporäre Ausweichleitung schaffen. Das Abwasser soll durch eine provisorische Leitung über dem Wasser weiterhin in Richtung Oker geleitet werden, eine zweite soll im Notfall das Schlimmste verhindern. Die Leitungen, heißt es von den Harzwasserwerken, seien bereits bestellt und sollen im September und Oktober aufgebaut werden.

Warum es so lange dauert, bis eine neue Brücke gebaut werden kann, berichtet Ulf Balandis, Mitarbeiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus dem Geschäftsbereich Wolfenbüttel. Zunächst gehe es nämlich darum, die Baugenehmigung zu bekommen, damit der angestrebte Baustart im Januar 2026 auch erreicht werden kann. Kompliziert würde das, weil viele Institutionen beteiligt werden müssten. Neben den bereits genannten seien das Harz-Energie, die Untere Wasserschutzbehörde, die Untere Naturschutzbehörde und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

2012 und 2013 wird die Weißwasserbrücke erneuert – Baubeginn an der Bramkebrücke ist voraussichtlich 2026.

2012 und 2013 wird die Weißwasserbrücke erneuert – Baubeginn an der Bramkebrücke ist voraussichtlich 2026. Foto: Kluge/GZ-Archiv

Fledermäuse müssen umziehen

Gemischte Reaktionen von Belustigung bis Verärgerung zeigten die Schulenberger, als Balandis berichtete, dass sie für eine Baugenehmigung erst Fledermäuse umsiedeln müssten, die in der Bramkebrücke leben. Und auch die Rauchschwalben, obgleich die Zugvögel zum geplanten Baubeginn ohnehin im Süden sind, müssten erst neue Nistmöglichkeiten bekommen. Balandis erinnerte daran, dass es sich hierbei um gesetzliche Verpflichtungen handele.

Dann erst könne es an den Abriss gehen, und der sei noch aufwendiger als der Neubau. Zunächst würden einzelne Elemente der Brücke abgetragen. Weil an der Brücke wenig Platz ist, sollen an beiden Enden Kräne aufgestellt werden, die schließlich die Reste des Überbaus zur Seite aus der Brücke hinausziehen. Ein Abbruch- und Schutzgerüst soll verhindern, dass Teile und Schadstoffe in das Wasser der Okertalsperre gelangen.

Laut dem Zeitplan der Landesbehörde soll der Entwurf der neuen Brücke bis Ende dieses Jahres fertig sein, und die Baugenehmigung im März 2025 vorliegen. Angestrebter Baustart ist demnach im Januar 2026. Bis die Brücke voraussichtlich 2028 fertig ist, bleibt Schulenberg für den Autoverkehr nur über Zellerfeld erreichbar. Ein Forstweg, der die Brücke umfährt und mittlerweile zum Rettungsweg ertüchtigt wurde, wird nicht für die Schulenberger freigegeben – auch nicht in Ausnahmefällen (die GZ berichtete). Zu groß sei die Gefahr von Begegnungsverkehr.

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