Zähl Pixel
Viele Promis bei „Wir sind am Leben“

GZ Plus IconUmjubelte Premiere für Peter Plates Musical mit Goslarer Gästen

Gruppe von Menschen in einem prunkvollen Raum mit hohen Fenstern und Kronleuchtern

„Wir sind am Leben“: Musik, die Laune macht und zugleich berührt, liefert im Theater des Westens ein Ensemble, das nicht nur von Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner höchstes Lob erfährt. Foto: Privat

Viele Prominente aus Politik, Musikszene und Sport, dazu Goslarer Gäste im Theater des Westens: Peter Plate und Ulf Leo Sommer bekommen viel Lob für ihr neues Musical.

author
Von Frank Heine
Sonntag, 22.03.2026, 14:00 Uhr
Rauschende Gala-Nacht im Berliner Theater des Westens: Peter Plate und Ulf Leo Sommer haben am Samstagabend mit rund 1000 Gästen die Premiere ihres neuen Musicals „Wir sind am Leben“ gefeiert. Die Menschen lachten, weinten, sangen, grübelten und tanzten am Ende „fast auf den Stuhlreihen“, wie es Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt nach der Aufführung auf den Punkt brachte. Mittendrin und nicht nur dabei war am Abend nach dem Goslarschen Pancket auch schon wieder Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, die zusammen mit dem früheren Goslarer Kultur-Bufdi und CvD-Gymnasiasten Filip Sandte für die GZ auf Bilder- und Stimmenfang ging.
Drei Personen stehen nebeneinander vor einer Wand mit dem Schriftzug 'TAGESSPIEGEL', die mittlere Person trägt ein schwarzes, glitzerndes Oberteil,

Im Stück in einem Lied erwähnt: Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kati Witt freut sich mit den beiden Produzenten. Foto: Privat

„Es war ein toller Abend, hat mir sehr gut gefallen – was für ein megacooles Musical“, sprach Witt dem Goslarer Duo in die Kamera. Wer nach Berlin kommt, sollte dieses mitreißende Stück unbedingt gesehen haben. Sie freute sich zugleich und fand es witzig, dass sie selbst in einem Song von Hauptdarstellerin Steffi Irmen als Rosi Erwähnung fand und die beiden Produzenten ihr ein „kleines Denkmal“ gesetzt hätten.

„Voll bis unter die Decke“

Mit ihrer Wertung lag Witt sehr nah bei Goslars Stadtoberhaupt. „Das Theater war voll bis unter die Decke – das Stück war sehr persönlich, tiefgründig, lustig mit super Musik und tollen Künstlern“, schilderte Schwerdtner am Sonntagmorgen ihre Eindrücke. Sie war mit Ehemann Wolfgang in die Bundeshauptstadt gereist, um dem früheren Goslarer CvD-Schüler und Musikpreis-Juror für den Goldenen Ton vor Ort die Daumen zu drücken, und fand sich später in der Warteschlange zur Currywurst hinter Kati Witt wieder. Peter Plate hat wie berichtet ohnehin schon länger Unterstützung aus der alten Heimat, weil Filip Sandte in Berlin studiert und am Theater jobbt. Der CvD-Abiturient hatte ebenfalls über seine Station in der Kulturverwaltung und die Diskussion um den Namen des einstigen Paul-Lincke-Rings Kontakt zu Plate bekommen. Neben Sandte und den beiden Schwerdtners zählten aber auch die Zwillinge Larissa und Alexandra Schütz aus CvD-Jahrgang zehn zusammen mit ihrer Mutter zu den Premieren-Besuchern. Sie sind absolute Musical-Fans und waren auch schon für „Romeo und Julia“ im Theater des Westens.
Drei Männer stehen vor einer Wand mit den Logos 'CURRY WOLF', 'rbb 88' und 'Stage'.

Auf dem roten Teppich vor der Vorstellung: Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer nehmen Berlins früheren Bürgermeister Klaus Wowereit in die Mitte. Foto: Privat

Von Wowereit bis Raabe

Wer war sonst noch Teil des ausgelassenen Festes? Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner wurde ebenso gesehen wie Klaus Wowereit als einer seiner Amtsvorgänger. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), Regisseur Detlev Buck, Musical-Ikone Angelika Milster, Schauspieler Lars Eidinger und Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern waren ebenso anzutreffen wie Sänger Max Raabe, der wie Peter Plate den Paul-Lincke-Ring erhalten und in Hahnenklee verliehen bekommen hat – und zwar 2005 direkt vor Plate, der 2007 an der Reihe war und mit Anna R. als Duo Rosenstolz ein umjubeltes Konzert auf der Goslarer Pfalzwiese spielte.
Drei Personen stehen nebeneinander vor einer Wand mit den Logos von SPIEGEL und RTL

Auch die politischen Nachbarn schauen vorbei: Manuela Schwesig posiert als Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Ulf Leo Sommer (l.) und Peter Plate. Foto: Privat

Fünftes gemeinsames Musical

Viele Besucher hatten sich an diesem Abend im Stil der 90er-Jahre verkleidet, Glitzer- und Glamourlook war zu sehen. Die Medien berichten über eine „Zeitreise in die wilde Ära nach dem Mauerfall“ in das alternative Berlin mit all seinen chaotischen, aber auch aufregenden Zeiten. Es geht laut dpa-Bericht um Partys, Liebe und Leid in der schwul-lesbischen Szene, um Karrierechancen einer jungen Sängerin, um Trauer und Tod in der Zeit von Aids, um Selbstfindung und Überlebenshumor, Situationskomik und natürlich Musik von einer Live-Band auf der Empore – von soft bis rockig, von Kitsch bis Elektro. Es ist das fünfte gemeinsame Musical der Autoren Plate und Sommer nach Erfolgen wie „Ku‘damm 56“, „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ oder „Die Amme“. Laut Plate ist es auch ihr privatestes bisher. Erzählt werden nach dpa die Geschichte einer Art Wohngemeinschaft in einem besetzten Abbruchhaus in Berlin-Friedrichshain und zugleich das Leben der schwulen Szene im neuen Berlin. Ein Künstler, der als Marlene Dietrich auftritt, erkrankt an Aids; sein Freund stammt aus Kuba, war Tänzer in der DDR und sucht ein Engagement. Ein lesbisches Paar bekommt ein Kind und entfremdet sich; und die Sängerin Nina wird plötzlich besucht von ihrem Bruder Mario aus der ostdeutschen Provinz Wittenberg. Mario erlebt wiederum sein schwules Coming-out und muss mit den Verlockungen der Großstadt klarkommen.

Friseurmeisterin mit Leopardenjacke

Schließlich platzt die Mutter des Geschwisterpaares, eine Friseurmeisterin mit blonder Dauerwelle und Leopardenjacke, in die WG und sorgt für weiteren Trubel – und heftige Begeisterung beim Publikum. Sie frisierte die gesamte DDR-Prominenz und hat ein dunkles Geheimnis.

Musical-Premiere in Berlin

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Der komplette Cast des Musicals „Wir sind am Leben" zeigt sich vor der Premiere ...
Der komplette Cast des Musicals „Wir sind am Leben" zeigt sich vor der Premiere im Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und seine Partnerin Katharina...
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und seine Partnerin Katharina Günther-Wünsch (CDU), kommen zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Die Sängerin Angelika Milster bei der Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" ...
Die Sängerin Angelika Milster bei der Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" im Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Die Musiker und Komponisten Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer (r.) kommen mit ...
Die Musiker und Komponisten Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer (r.) kommen mit Klaus Wowereit (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Der Regisseur Detlev Buck kommt zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in...
Der Regisseur Detlev Buck kommt zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Der Entertainer Georg Preuße und die Politikerin Claudia Roth kommen zur Premier...
Der Entertainer Georg Preuße und die Politikerin Claudia Roth kommen zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Die frühere Eiskunstläuferin Katarina Witt (l.) und Fernsehmoderatorin Kim Fishe...
Die frühere Eiskunstläuferin Katarina Witt (l.) und Fernsehmoderatorin Kim Fisher kommen zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Die Moderatorin Anja Caspary (l.) und die Sängerin Annette Humpe kommen zur Prem...
Die Moderatorin Anja Caspary (l.) und die Sängerin Annette Humpe kommen zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben“. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Das Musical „Wir sind am Leben" feiert im Theater des Westens Premiere.
Das Musical „Wir sind am Leben" feiert im Theater des Westens Premiere. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Die Musiker und Komponisten Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer kommen zur Premi...
Die Musiker und Komponisten Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer kommen zur Premiere des Musicals „Wir sind am Leben" in das Theater des Westens. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Der Humor vieler Sprüche hebt sich mit Ironie wohltuend von manchen älteren Musicals ab. Politik spielt eine Rolle, „Kolonialismus“ oder „Idealismus“ heißt es in einer Szene, ein rockiges Lied trägt den Titel „Die Schlampen sind müde“. Die Protagonisten tragen auch mal T-Shirts oder Plakate gegen „Rechts“ und Nazis. Eine Esoterikerin sorgt mit ihren „Gaben“ für Lacher.

Ihre Beziehungsgespräche führen die Figuren über das Telefon, niemand starrt in den 90er-Jahren auf ein Handy. Sex, Drogen, miese Musikmanager und ein Polizeieinsatz dürfen nicht fehlen. Dafür gibt es keine Touristen oder Klagen über teure Mieten und fehlende Wohnungen. „Wir sind am Leben“, heißt es auch zehn Jahre später zur Jahrtausendwende, als sich alle Freunde wieder treffen – bei einer Beerdigung, die aber auch ihre fröhlichen Seiten hat.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region