Umjubelte Premiere für Peter Plates Musical mit Goslarer Gästen
„Wir sind am Leben“: Musik, die Laune macht und zugleich berührt, liefert im Theater des Westens ein Ensemble, das nicht nur von Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner höchstes Lob erfährt. Foto: Privat
Viele Prominente aus Politik, Musikszene und Sport, dazu Goslarer Gäste im Theater des Westens: Peter Plate und Ulf Leo Sommer bekommen viel Lob für ihr neues Musical.

Im Stück in einem Lied erwähnt: Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kati Witt freut sich mit den beiden Produzenten. Foto: Privat
„Es war ein toller Abend, hat mir sehr gut gefallen – was für ein megacooles Musical“, sprach Witt dem Goslarer Duo in die Kamera. Wer nach Berlin kommt, sollte dieses mitreißende Stück unbedingt gesehen haben. Sie freute sich zugleich und fand es witzig, dass sie selbst in einem Song von Hauptdarstellerin Steffi Irmen als Rosi Erwähnung fand und die beiden Produzenten ihr ein „kleines Denkmal“ gesetzt hätten.
„Voll bis unter die Decke“
Mit ihrer Wertung lag Witt sehr nah bei Goslars Stadtoberhaupt. „Das Theater war voll bis unter die Decke – das Stück war sehr persönlich, tiefgründig, lustig mit super Musik und tollen Künstlern“, schilderte Schwerdtner am Sonntagmorgen ihre Eindrücke. Sie war mit Ehemann Wolfgang in die Bundeshauptstadt gereist, um dem früheren Goslarer CvD-Schüler und Musikpreis-Juror für den Goldenen Ton vor Ort die Daumen zu drücken, und fand sich später in der Warteschlange zur Currywurst hinter Kati Witt wieder. Peter Plate hat wie berichtet ohnehin schon länger Unterstützung aus der alten Heimat, weil Filip Sandte in Berlin studiert und am Theater jobbt. Der CvD-Abiturient hatte ebenfalls über seine Station in der Kulturverwaltung und die Diskussion um den Namen des einstigen Paul-Lincke-Rings Kontakt zu Plate bekommen. Neben Sandte und den beiden Schwerdtners zählten aber auch die Zwillinge Larissa und Alexandra Schütz aus CvD-Jahrgang zehn zusammen mit ihrer Mutter zu den Premieren-Besuchern. Sie sind absolute Musical-Fans und waren auch schon für „Romeo und Julia“ im Theater des Westens.
Auf dem roten Teppich vor der Vorstellung: Peter Plate (l.) und Ulf Leo Sommer nehmen Berlins früheren Bürgermeister Klaus Wowereit in die Mitte. Foto: Privat
Von Wowereit bis Raabe
Wer war sonst noch Teil des ausgelassenen Festes? Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner wurde ebenso gesehen wie Klaus Wowereit als einer seiner Amtsvorgänger. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), Regisseur Detlev Buck, Musical-Ikone Angelika Milster, Schauspieler Lars Eidinger und Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern waren ebenso anzutreffen wie Sänger Max Raabe, der wie Peter Plate den Paul-Lincke-Ring erhalten und in Hahnenklee verliehen bekommen hat – und zwar 2005 direkt vor Plate, der 2007 an der Reihe war und mit Anna R. als Duo Rosenstolz ein umjubeltes Konzert auf der Goslarer Pfalzwiese spielte.
Auch die politischen Nachbarn schauen vorbei: Manuela Schwesig posiert als Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Ulf Leo Sommer (l.) und Peter Plate. Foto: Privat
Fünftes gemeinsames Musical
Viele Besucher hatten sich an diesem Abend im Stil der 90er-Jahre verkleidet, Glitzer- und Glamourlook war zu sehen. Die Medien berichten über eine „Zeitreise in die wilde Ära nach dem Mauerfall“ in das alternative Berlin mit all seinen chaotischen, aber auch aufregenden Zeiten. Es geht laut dpa-Bericht um Partys, Liebe und Leid in der schwul-lesbischen Szene, um Karrierechancen einer jungen Sängerin, um Trauer und Tod in der Zeit von Aids, um Selbstfindung und Überlebenshumor, Situationskomik und natürlich Musik von einer Live-Band auf der Empore – von soft bis rockig, von Kitsch bis Elektro. Es ist das fünfte gemeinsame Musical der Autoren Plate und Sommer nach Erfolgen wie „Ku‘damm 56“, „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ oder „Die Amme“. Laut Plate ist es auch ihr privatestes bisher.„Wir sind am Leben“ feiert Premiere
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Friseurmeisterin mit Leopardenjacke
Schließlich platzt die Mutter des Geschwisterpaares, eine Friseurmeisterin mit blonder Dauerwelle und Leopardenjacke, in die WG und sorgt für weiteren Trubel – und heftige Begeisterung beim Publikum. Sie frisierte die gesamte DDR-Prominenz und hat ein dunkles Geheimnis.
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