BBS-Standort verkaufen und zurückmieten
Für das Gebäude des BBS in Seesen wird ein Investor gesucht. Foto: Heinemann
Sale-and-lease-back-Modell: Der Kreistag beschließt, dass die BBS in Seesen erhalten bleibt. Die Immobilie soll verkauft und künftig gemietet werden.
Der BBS-Standort Seesen blickt auf ein Jahr zurück, in dem sich viel bewegt – und zwar in eine Richtung, die die Zukunft des Schulbetriebs klar strukturiert und dauerhaft absichert. Lange Zeit im Mittelpunkt steht die Frage, wie die in die Jahre gekommene Immobilie organisatorisch und baulich weitergeführt werden kann.
Im Laufe des Jahres kristallisiert sich eine Lösung heraus, die sowohl pädagogische als auch wirtschaftliche Interessen miteinander verbindet: Der Landkreis entscheidet sich für ein Investorenmodell, bei dem Gebäude und Grundstück veräußert werden, die Schule ihre benötigten Flächen anschließend jedoch zurückmietet. Diese Entscheidung markiert den Beginn einer Modernisierung, die die BBS in Seesen nicht schwächt, sondern auf eine verlässliche Grundlage stellen soll.
Investorenmodell
Für den Standort bedeutet das einen Neustart, der nicht mit einem Umbruch, sondern mit Kontinuität einhergeht. Der Unterricht läuft wie gewohnt weiter, Fachpraxisräume bleiben erhalten, und die Berufsausbildung – darunter die Zweiradmechatroniker-Klasse – behält ihren festen Platz in der lokalen Bildungslandschaft. Gerade diese Gewerke, die in enger Kooperation mit regionalen Betrieben arbeiten, profitieren von der Planungssicherheit, die das Modell schafft. Ausbildungsbetriebe müssen sich nicht auf langwierige Umzüge oder Übergangslösungen einstellen. Im Schulalltag zeigt sich die Außenstelle weiterhin aktiv und fest im regionalen Gefüge verankert. Klassen, Projekte und Werkstattunterricht finden wie gewohnt statt, und die Schule nutzt die vorhandenen Strukturen. Die Freude darüber, dass Seesen als Standort nicht nur erhalten bleibt, sondern seine Bedeutung durch die Neuausrichtung sogar bestätigt sieht, ist bei vielen Beteiligten spürbar. Lehrkräfte, Auszubildende und Betriebe erleben, dass hier nicht auf Sparflamme gearbeitet wird, sondern dass ein tragfähiges Modell entsteht, das auf langfristige Stabilität ausgelegt ist.
Mit Blick auf das kommende Jahr gewinnt der Prozess weiter an Fahrt. Interessenten können ihre Angebote für den Erwerb der Immobilie einreichen, und der Landkreis bereitet parallel die Rahmenbedingungen für die spätere Anmietung der Schulflächen vor. Das Mindestgebot liegt bei einer Million Euro.
Anmietung geplant
Die Anmietung ist dabei keine Notlösung, sondern integraler Bestandteil des neuen Konzepts: Sie soll Flexibilität schaffen, die öffentliche Hand von baulichen Risiken entlasten und zugleich ein modernes Management der Räume ermöglichen. Für die Schule bedeutet das, dass sie sich künftig stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren kann, während sich die bauliche Verantwortung in private Hände verlagert. Für die Region bleibt Seesen damit ein verlässlicher Bildungsstandort. Die Entscheidung des Kreistages zeigt, dass berufliche Bildung weiterhin in der Region verankert sein soll – wohnortnah, praxisorientiert und in enger Verzahnung mit dem Handwerk. So geht der Standort mit Zuversicht in das neue Jahr: Orientierung durch klare Entscheidungen, getragen von breiter Unterstützung und mit der Perspektive, sich innerhalb des neuen Modells weiterzuentwickeln.
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