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GZ Plus IconMarode B6-Brücke im Nordharz: Wann der Abriss des Bauwerks ansteht

Luftbild einer gesperrten Brücke, die über zwei Straßen und eine Bahnlinie führt.

Die Drohnenaufnahme zeigt die marode, seit anderthalb Jahren gesperrte B6-Brücke bei Salzgitter-Bad. Jetzt steht ihr Abriss an. Foto: NLStBV

Seit 2023 laufen die Vorarbeiten für den Abbruch der maroden B6-Brücke bei Salzgitter-Bad, die seit anderthalb Jahren gesperrt ist. So sieht der Weg bis zum Neubau aus.

Von Andreas Gereke Freitag, 16.01.2026, 04:00 Uhr

Nordharz. Seit 2023 laufen die Vorarbeiten, um die marode und seit rund anderthalb Jahren gesperrte B6-Brücke bei Salzgitter-Bad durch einen Neubau ersetzen zu können. Jetzt veröffentlicht die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Goslar den Zeitplan, wie es weitergeht. Demnach beginnt der Abriss des alten Bauwerks in den kommenden Wochen.

Nach der Freigabe der Umleitung im Sommer 2024 hatte sich lange nichts an der gesperrten B6-Brücke bei Salzgitter-Bad getan. In der zweiten Jahreshälfte 2025 rückten dann Baumaschinen an, um Versorgungsleitungen, die unter der Brücke entlangführten, zu verlegen. Sie müssen umgelegt werden, damit beim späteren Brückenabriss nichts gekappt wird. Diese Arbeiten sind abgeschlossen – und, nachdem im Herbst die Aufträge vergeben worden sind, geht es an der maroden Querung über zwei Kreisstraßen und die Bahnlinie Ringelheim-Braunschweig weiter.

Mehrere Abbruchphasen

Der Abriss der alten B6‑Brücke wird im ersten Halbjahr 2026 beginnen. Zunächst erfolgen voraussichtlich noch in diesem Januar die Baustelleneinrichtung und erste Vorarbeiten, heißt es dazu aus dem Geschäftsbereich Goslar der NLStBV. Bis Ende März werden erste Teilstücke abgebrochen. „Der direkte Abbruch des Mittelfelds über der Bahnstrecke ist während einer Wochenendsperrpause der DB vom 28. bis 30. März vorgesehen“, teilt Anna Tietze Heinichen, NLStBV-Pressesprecherin in Goslar, mit.

Ein Zug fährt unter einer gesperrten Brücke hindurch.

Nur Züge dürfen noch die marode B6-Brücke bei Salzgitter-Bad unterqueren. Die beiden Kreisstraßen sind gesperrt. Foto: Gereke

Die alte Brücke muss vollständig, einschließlich der Fundamente, abgebrochen werden, damit das neue Bauwerk gebaut werden kann. Der Abbruch gliedert sich deshalb in mehrere Abbruchphasen, die aufeinanderfolgen. Für die erste Abbruchphase, muss der Brückenbelag zunächst abgefräst werden, die Geländer und Schutzeinrichtungen müssen demontiert werden. Für den feldweisen Abbruch des Überbaus werden Notunterstützungen im Bereich der unterführten, gesperrten Kreisstraßen 33 und 32 benötigt. Die Abbrucharbeiten erfolgen dann sozusagen von außen nach innen. Anschließend werden die Notunterstützungen wieder zurückgebaut. Im Zuge der Sperrpause für die unter der Brücke verlaufende DB-Strecke werden in einer zweiten Phase die noch verbliebenen Felder der Fahrbahntafel abgebrochen. Anschließend müssen Widerlager und Pfeiler weichen, ehe der Rückbau der Fundamente beginnt. Im April sollen die Abrissarbeiten durch sein. Direkt im Anschluss geht es dann fließend in den Neubau des Brückenbauwerks über, erläutert Anna Tietze Heinichen.

Ein Neubau der Brücke ist notwendig, weil das alte, marode Bauwerk den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen ist und Schäden am Beton aufweist. Die Brücke wurde Anfang der 1940er-Jahre während des Zweiten Weltkriegs gebaut und war seinerzeit für eine wesentlich geringere Belastung ausgelegt worden. Im Schnitt fahren täglich 11.700 Fahrzeuge über das Bauwerk, davon gehören 1100 Fahrzeuge, die zum Schwerlastverkehr zählen. Sie ist Teil einer wichtigen Pendlerstrecke zwischen dem Harz und Hannover/Hildesheim bzw. Salzgitter/Braunschweig.

Stahlträger stützen eine marode Brücke.

Zur Sicherung des Bauwerks waren vor Jahren bereits Stahlstützen errichtet worden. Foto: Gereke

Vor mehr als einem Jahrzehnt gab es bereits die ersten Verkehrsbeschränkungen – Tempolimits, Fahrspurverengung und schließlich eine Sperrung für den Schwerlastverkehr bis zur Vollsperrung im Juni 2024. Die Jahre schienen wie im Flug zu vergehen, ohne dass sich etwas tat. „Die Planung des gesamten Projektes, zu dem der Bau einer Behelfsumfahrung, der Abriss und der Neubau zählen, nahm viel Zeit in Anspruch, da es viel zu beachten gab. Das notwendige Planfeststellungsverfahren ist ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren, in dem Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft oder des privaten Eigentums berücksichtigt werden müssen. Viele Gespräche waren nötig, um alle öffentlichen und privaten Interessen aufzugreifen“, hatte dazu die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitgeteilt.

Startschuss im Februar 2023

In der ersten Auslegungsphase zur Planfeststellung hätten sich zudem neue Anforderungen an das künftige Bauwerk ergeben. So musste für eine mögliche Elektrifizierung der Bahnstrecke die neue Brücke um 30 Zentimeter angehoben werden. Das bedeutete auch Umplanungen in den Anschlussbereichen. Der Startschuss für das Gesamtprojekt fiel schließlich im Februar 2023 – damals begannen die Arbeiten für die Umfahrung. Unter anderem galt es, eine Behelfsbrücke über die Bahnlinie zu bauen. Die eigens errichtete Umleitung ermöglicht, dass der Pendlerverkehr ohne großen Umweg die künftige Baustelle umfahren kann.

Der Nachfolgebau für die alte Brücke wird aus zwei Teilbauwerken bestehen – je ein Bauwerk pro Fahrtrichtung. Und das neue Bauwerk wird breiter: Pro Fahrtrichtung wird es drei Spuren geben – die durchgehende rechte Spur dient nicht nur als Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, sondern auch dem innerörtlichen Verkehr als sogenannter Verflechtungsstreifen, damit kein Verkehrsteilnehmer, der innerhalb Salzgitters zwischen den beiden Anschlussstellen unterwegs ist, in den überörtlichen Verkehr einfädeln muss.

Die Sperrung der maroden B6-Brücke im Hintergrund ist mit zahlreichen Umleitungen verbunden.

Die Sperrung der maroden B6-Brücke im Hintergrund ist mit zahlreichen Umleitungen verbunden. Foto: Gereke

Derzeit geht die NLStBV davon aus, dass eine vollständige Verkehrsfreigabe der neuen Brücke Ende 2028/Anfang 2029 erfolgen kann. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.

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