Ein Jahr Vollsperrung: Wann erfolgt der Abriss der B6-Brücke?
Kabeltrommeln und Rohre lagern im Baustellenbereich, um die unter der maroden Brücke verlaufenden Versorgungsleitungen verlegen zu können. Foto: Gereke
Seit mehr als einem Jahr ist die marode Brücke im Zuge der Bundesstraße 6 bei Salzgitter-Bad gesperrt – und scheinbar tat sich in dieser Zeit kaum etwas. Nun aber sind im Umfeld des Bauwerks Maschinen im Einsatz. Wann steht der Abriss an?
Nordharz. Nach der Freigabe der Umleitung tat sich lange nichts an der gesperrten B6-Brücke bei Salzgitter-Bad. Inzwischen sind am Bauwerk Bagger im Einsatz, wenngleich der Abriss der maroden Querung über zwei Kreisstraßen und die Bahnlinie Ringelheim-Braunschweig – Bedingung für einen Neubau – noch Zukunftsmusik ist.
Rund um die B6-Brücke sind mit Beginn des Sommers Baumaschinen im Einsatz. Kabeltrommeln und Rohre im Baustellenbereich lassen erahnen, worum es geht: die Verlegung von Versorgungsleitungen, die unter der Brücke entlangführen. Sie müssen umgelegt werden, damit bei einem späteren Brückenabriss nichts gekappt wird. „Bis die letzte Leitung final verlegt ist, wird es bis Oktober dauern“, heißt es dazu aus dem Geschäftsbereich Goslar der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Nach derzeitigem Planungsstand ist dann der Abbruch der alten Brücke für Anfang nächsten Jahres geplant. „Der Auftrag zum Abriss der alten Brücke und dem anschließenden Neubau ist veröffentlicht. Firmen können sich um den Auftrag bewerben. Mit einer tatsächlichen Vergabe des Auftrags rechnen wir bis Herbst. Wenn klar ist, welches Unternehmen den Zuschlag erhält, dann konkretisiert sich auch der Zeitplan“, informiert Anna Heinichen, Sprecherin des Goslarer Geschäftsbereichs der Landesbehörde. Auch dann steht erst fest, wann die Bahnstrecke für den Abriss gesperrt werden muss. Die Planer gehen derzeit von einem Wochenende von Freitagnacht bis Montagfrüh aus.
Bahnstrecke wird für Abbruch gesperrt
Die alte Brücke muss vollständig einschließlich der Fundamente abgebrochen werden, damit das neue Bauwerk gebaut werden kann. Der Abbruch gliedert sich deshalb in mehrere Abbruchphasen, die aufeinander folgen. Für die erste Abbruchphase, muss der Brückenbelag zunächst abgefräst werden, die Geländer und Schutzeinrichtungen müssen demontiert werden. Für den feldweisen Abbruch des Überbaus werden Notunterstützungen im Bereich der unterführten, gesperrten Kreisstraßen K33 und K32 benötigt. Die Abbrucharbeiten erfolgen dann sozusagen von außen nach innen. Anschließend werden die Notunterstützungen wieder zurückgebaut. Im Zuge einer Sperrpause für die unterführte DB-Strecke werden in einer zweiten Phase die noch verbliebenen Felder der Fahrbahntafel abgebrochen. Anschließend müssen Widerlager und Pfeiler weichen, ehe der Rückbau der Fundamente beginnt.

Seit mehr als einem Jahr ist die B6-Brücke bei Salzgitter-Bad für den Verkehr voll gesperrt. Ihr Abriss soll Anfang 2026 erfolgen. Foto: Gereke
Ein Neubau der Brücke ist notwendig, weil das alte, marode Bauwerk den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen ist und Schäden am Beton aufweist. Die Brücke wurde Anfang der 1940er-Jahre während des Zweiten Weltkriegs gebaut und war seinerzeit für eine wesentlich geringere Belastungen ausgelegt worden. Im Schnitt fahren täglich 11.700 Fahrzeuge über das Bauwerk, davon gehören 1100 Fahrzeuge, die zum Schwerlastverkehr zählen.
Gesamtkosten belaufen sich auf 21 Millionen Euro
Vor mehr als einem Jahrzehnt gab es bereits die ersten Verkehrsbeschränkungen – Tempolimits, Fahrspurverengung und schließlich eine Sperrung für den Schwerlastverkehr bis zur Vollsperrung im Juni 2024. Die Jahre schienen wie im Flug zu vergehen, ohne dass sich etwas tat. „Die Planung des gesamten Projektes, zu dem der Bau einer Behelfsumfahrung, der Abriss und der Neubau zählen, nahm viel Zeit in Anspruch, da es viel zu beachten gab. Das notwendige Planfeststellungsverfahren ist ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren, in dem Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft oder des privaten Eigentums berücksichtigt werden müssen. Viele Gespräche waren nötig, um alle öffentlichen und privaten Interessen aufzugreifen“, teilt dazu die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit.
In der ersten Auslegungsphase zur Planfeststellung hätten sich zudem neue Anforderungen an das künftige Bauwerk ergeben. So musste es für eine mögliche Elektrifizierung der Bahnstrecke die neue Brücke um 30 Zentimeter angehoben werden. Das bedeutete auch Umplanungen in den Anschlussbereichen. Der Startschuss für das Gesamtprojekt fiel schließlich im Februar 2023 – damals begannen die Arbeiten für die Behelfsumfahrung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.
Der Nachfolgebau für die alte Brücke wird aus zwei Teilbauwerken bestehen – je ein Bauwerk pro Fahrtrichtung. Und das neue Bauwerk wird breiter: Pro Fahrtrichtung wird es drei Spuren geben – die durchgehende rechte Spur dient nicht nur als Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, sondern auch dem innerörtlichen Verkehr als sogenannter Verflechtungsstreifen, damit kein Verkehrsteilnehmer, der innerhalb Salzgitters zwischen den beiden Anschlussstellen unterwegs ist, in den überörtlichen Verkehr einfädeln muss.
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