Goslarer Axel Bender einigt sich mit CDU und gibt Parteibuch zurück
Axel Bender (l.) im Jahr 2024, als er während einer CDU-Versammlung in Altenau für den Kreisvorsitz kandidiert. Kreisvorsitzender Ralp Bogisch hört ihm zu. Foto: Stade
Seit Langem gibt es Streit zwischen Axel Bender und dem CDU-Kreisvorstand. Jetzt gibt es eine Einigung: Ein Parteiausschluss ist vom Tisch, Bender tritt aus der CDU aus.
Goslar. Der Goslarer Christdemokrat Axel Bender, der dem Kreistag und dem Stadtrat angehört, hat sich mit der CDU, mit der er wegen umstrittener Äußerungen im Clinch liegt, gesichtswahrend geeinigt. Austritt statt Rauswurf lautet die diplomatische Formel für die Trennung.
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Damit hat Axel Bender, der der CDU seit 30 Jahren angehört, wie er im vergangenen Oktober der GZ sagte, einen Parteiausschluss vermieden. Der CDU-Kreisvorstand hatte im Herbst 2025 einstimmig beschlossen, den früheren Hahnenkleer Hotelier, der mittlerweile in Goslar lebt, aus der Partei zu werfen. Zuvor hatte der Ruheständler die CDU-Fraktionen im Stadtrat und im Kreistag verlassen, mit diesem Schritt war er offenbar ebenfalls einem Rauswurf zuvorgekommen, zumindest dem aus der Stadtratsfraktion.
Umstrittene Äußerungen
Kreisvorsitzender Ralph Bogisch hatte das einstimmige Votum des Kreisvorstands für einen Parteiausschluss seinerzeit als „richtigen Weg“ bezeichnet, um „ein Zeichen zu setzen und Grenzen zu ziehen“. Grund für das Zerwürfnis waren Äußerungen Benders auf Facebook, die Ressentiments gegen Ausländer schürten und als diffamierend, AfD-nah sowie als Aufruf zu Gewalt verstanden wurden. In einem seiner Posts hieß es: „Haut ihm doch einen in die Fresse, wenn er unsere Regeln und die Polizei missachtet.“
Harsche Forderungen und AfD-Beiträge
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Bender, der 2021 als Landratsbewerber im Landkreis Goslar für die CDU antrat (Slogan „Wählt Bender im September“), befindet sich zurzeit im Urlaub und wollte die Einigung mit der CDU zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Er hatte sich mit dem Kreisverband darauf verständigt, kommende Woche darüber zu informieren. Aktuell tauchten indes E-Mails von ihm auf, in denen er sich als „fraktions- und parteilos“ bezeichnet.
Konsequenzen aus Facebook-Tiraden
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CDU-Kreisvorsitzender Ralph Bogisch zeigt sich erleichtert über die Einigung, sie sei „für alle am besten“. Er habe ein gutes und faires Gespräch mit Bender geführt. Bogisch sagt: „Ich rechne ihm das hoch an, dass wir zielführend zu einem Ergebnis gekommen sind.“ Das Kreisparteigericht, das wegen eines Parteiausschlusses bereits angerufen worden war, habe noch keine Entscheidung getroffen. Der Antrag auf Parteiausschluss sei mittlerweile zurückgezogen worden, und Bender habe signalisiert, sein Parteibuch zurückzugeben.
Vergebliche Kandidatur
Axel Bender war in der CDU bereits vor seinen Facebook-Kommentierungen als unkonventionell und mit großem Selbst- sowie Sendungsbewusstsein aufgefallen. Für seine am Ende aussichtslose Bewerbung 2021 hatte er wenig Rückhalt, und beim Kreisparteitag 2024 in Altenau kandidierte er ebenso überraschend wie vergeblich um den Parteivorsitz.
Derweil wird spekuliert, ob Axel Bender sich einer anderen Partei anschließt. Er soll bereits mit Vertretern anderer Parteien gesprochen haben, ist aus der Kommunalpolitik zu hören. Im Kreistag Goslar sitzt er an einem Einzeltisch zwischen den Fraktionen von AfD und FDP. In einem Gespräch mit der GZ hatte er voriges Jahr ausgeschlossen, Mitglied der AfD zu werden.
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