Hausarzt-Versorgung mit Zweigpraxis in Othfresen gesichert
In der Hausarztpraxis in Othfresen geht es weiter: Dr. Franz Thomas Lahmer übernimmt sie als Zweigpraxis. Foto: Leifeld
Dr. Franz Thomas Lahmer übernimmt zum Jahreswechsel die Praxis Bernhardt in Othfresen. Dr. Karin Dinkel praktiziert dort als angestellte Ärztin.
Für die Ärzteversorgung in der Gemeinde Liebenburg ist eine Lösung gefunden: In den Praxisräumen Kirchlinde 2 geht es weiter. Die in Othfresen praktizierende Fachärztin für Allgemeinmedizin und Rettungsmedizinerin Anngret Bernhardt wird ihre Praxis zum 1. Januar 2026 an Dr. Franz Thomas Lahmer übergeben. Er wird sie als Zweigpraxis weiterführen.
Der Facharzt für Allgemeinmedizin ist in der Liebenburger Hausärzteversorgung kein Unbekannter. Er ist in Döhren fest verwurzelt und führt dort bereits seit vielen Jahren seine Praxis. Mit seiner Unterstützung wird die Hausärztin und Internistin Dr. Karin Dinkel aus Goslar die Praxis in der Kirchlinde fortführen. Sie ist bereits seit drei Jahren als Entlastungsärztin in der Othfresener Praxis eingebunden.
Lange brodelt die Gerüchteküche in der Gemeinde Liebenburg um den Fortbestand einer hausärztlichen Versorgung. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich dann die neue Botschaft. Zur Erinnerung: Im März 2025 hatte Dr. Andreas Boemke seine Praxis im Liebenburger Grotekamp aufgrund seiner Leukämie-Erkrankung geschlossen.
Bode und Fricke geben „Schubs“
Die Hausärztin Anngret Bernhardt (58) wird in die ambulante Palliativversorgung wechseln. Doch auf der Suche nach einem Nachfolger in Othfresen ergibt sich zunächst trotz intensiver Suche auf verschiedenen Plattformen nichts. Dr. Karin Dinkel zeigt zwar Interesse, aber nicht an einer selbstständigen Praxis. Vor diesem Hintergrund wären den Menschen in der gesamten Gemeinde von ehemals vier Arztpraxen nur noch Tino Lohse in Liebenburg (Hopfenkamp 1) als praktischer Arzt und eben jene Döhrener Praxis (Auf der Höhe 8) von Dr. Lahmer geblieben.
Lange Zeit machten in der Gemeinde immer wieder neue Spekulationen die Runde. „Ich brauchte einen kleinen Schubs“, schildert der Arzt aus Döhren. Dieser kam vom Apotheker Dr. Dirk-Ottfried Bode und dem Othfresener Ortsbürgermeister Harald Fricke. Beide beknieten ihn, die örtliche Praxis weiterzuführen – und hatten damit Erfolg.
Antrag schnell genehmigt
Sein Antrag, die Praxis in Othfresen als Zweigpraxis zu führen und Karin Dinkel als angestellte Ärztin zu beschäftigen, wurde unbürokratisch und schnell von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) genehmigt. „Wir werden engmaschig zusammenarbeiten und die Praxen vernetzen“, sagt Lahmer. Auch Hausbesuche soll es weiterhin geben. Urlaubsvertretungen wird die Praxis Lohse übernehmen. Patienten, die einen Hausarzt suchen, sowie bereits abgewanderte „Rückkehrer“ sind in der Kirchlinde 2 willkommen.
Der Praxisbetrieb startet am Mittwoch, 7. Januar 2026. Das Ziel wird es weiterhin sein, eine junge Ärztin oder einen jungen Arzt für die Othfresener Praxis zu gewinnen. Denkbar für den ländlichen Liebenburger Raum wäre auch das Modell eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ).
Copyright © 2025 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.