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Beseitigung ab Ende Juni

GZ Plus Icon„Villa Helene“: So viel kostet der Brandruinen-Abriss den Steuerzahler

Seit mehr als 17 Monaten blockieren die Trümmer der "Villa Helene" die Bundesstraße 498 im Okertal.

Seit mehr als 17 Monaten blockieren die Trümmer der "Villa Helene" die Bundesstraße 498 im Okertal. Foto: Jörg Kleine

Die unselige Geschichte vor Romkerhall soll bald ein Ende haben: Nach Auskunft der Stadt Goslar beginnt der Abriss der Villa Helene Ende Juni. Abriss und Entsorgung müssen die Steuerzahler begleichen.

Von Jörg Kleine Donnerstag, 05.06.2025, 16:00 Uhr

Goslar. Nach mehr als 17 Monaten Blockade auf der Bundesstraße 498 im Okertal soll der Schandfleck in Kürze tatsächlich beseitigt werden: Ende Juni beginnt voraussichtlich der Abriss der „Villa Helene“ vor Romkerhall, signalisiert die Stadt Goslar auf GZ-Anfrage. Der Abriss „wird voraussichtlich Mitte Juli erledigt sein“, erklärt Stadtsprecherin Daniela Siegl.

85.000 Euro für Abriss, 35.000 Euro für Entsorgung

Die Kosten belaufen sich laut Stadt auf rund 85.000 Euro für den Abriss, hinzu kommen die Kosten für die Entsorgung des kontaminierten Brandschutts. Der Preis dafür lasse sich derzeit noch nicht genau beziffern, „da wir aktuell noch nicht wissen, welche verschiedenen Stoffe wir vorfinden“, erläutert Daniela Siegl. Aktuell kalkuliere die Stadt rund 35.000 Euro dafür ein. Das wären für Abriss und Entsorgung insgesamt rund 120.000 Euro.

Am 20. Oktober 2023 brannte das Gebäude abends lichterloh. Die Ermittlungen deuteten auf Brandstiftung. Wegen Einsturzgefahr musste die Feuerwehr das Gebäude direkt an der Bundesstraße teilweise einreißen lassen. Seither ist die Straße dort halbseitig gesperrt, und eine Ampel regelt den Verkehr.

Früher Hotel mit Sauna und eigener Fleischerei

Die Staatsanwaltschaft stellte im Sommer 2024 die Ermittlungen ein, weil es an Hinweisen auf den oder die Täter fehlte. Gefordert sind die Eigentümer, doch die leben im Ausland und entziehen sich offenbar ihrer Verantwortung. Somit muss die Stadt die Kosten für Abriss und Entsorgung tragen, also der Steuerzahler.

Ehedem war die „Villa Helene“ ein Hotelbetrieb samt Sauna und eigener Fleischerei. Doch über Jahre stand sie dann leer, die Fassade bröckelte vor sich hin. Vermeintliche Pläne, den Hotelbetrieb wieder aufzunehmen, scheiterten.

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