Drei Bagger machen die alte Goldene Aue dem Erdboden gleich
Schaufel gegen Schule: Die Bagger reißen die alte Goldene Aue gnadenlos effektiv nieder.
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Die alten Lehrerzimmer des CvD-Gymnasiums und der Realschule Goldene Aue sind schon verschwunden. In die alte Physik kann jede(r) hineinschauen, weil die Wände fehlen. Der Abriss des Schulzentrums schreitet in Riesenschritten voran.
Goslar. „Bis spätestens Anfang nächsten Jahres liegt das alles hier.“ Malte Blasko von der Firma Depenbrock ist Chef auf der Baustelle beim Abriss des alten Schulzentrums Goldene Aue. Er ist optimistisch, den Zeitplan einzuhalten. Bis Mai 2025 soll dort eine Parkanlage stehen, wo in fast fünf Jahrzehnten Zehntausende Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Goslar für ihr Leben lernten – oder zumindest für einen guten Abschluss.
Perfekter Durchblick: Wer hätte den nicht gern früher in der Schule gehabt?
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Seit der zweiten September-Hälfte ist Depenbrock aus Ostwestfalen mit seinem Demontage-Partner A+S aus Lehrte bei Hannover mit voller Kraft beim Niederreißen. Drei Bagger, 20 Arbeiter – was für den Goslarer Bau-Laien imposant aussieht, ist für den Profi Routine. „Es sind doch nur zwei Stockwerke“, sagt Andreas Meyer, der den Einsatz der schweren Maschinen dirigiert und nicht wirklich eine Herausforderung erkennt. Laut aufgedruckten Hashtag haben die Bagger die „Lizenz zum Plattmachen“ – Klappern gehört zum Handwerk, ein bisschen PR zum Geschäft.
Die alte Verwaltung ist weg
Der alte Verwaltungstrakt ist schon verschwunden, eine Blickschneise vom früheren „Elefantenklo“ an der Heinrich-Pieper-Straße zum Neubau geschlagen. Ende der nächsten oder Anfang der übernächsten Woche sollen an dieser Ecke schon die Tiefbauarbeiten starten – Kanäle für Regenwasser, Pflanzbeete und Stufen stehen auf dem Plan.
Eingetütet: Vor dem Gebäude-Skelett lagern riesige Säcke.
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„Wir arbeiten parallel, das geht gar nicht anders“, ist das effektive Nebeneinander für Blasko Alltagsgeschäft auf dem Bau. Überraschungen gibt es aber auch immer wieder. So war nicht vorherzusehen, dass beim Anbau Asbest in den Dachplatten verbaut wurde.
Alles hört auf ihr Kommando: Depenbrock-Mann Malte Blasko (l.) und Demontage-Spezialist Andreas Meyer (Firma A+S) haben das Sagen auf der Baustelle.
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Dort schlürft derzeit ein Sauger auf 4500 Quadratmetern den Kies ab, bevor der Asbest fachmännisch ausgebohrt und entsorgt wird. Der Beton wiederum kommt nicht auf den Müll, sondern wird schon auf der Baustelle gebrochen, anschließend recycelt und wieder verbaut – Kreislaufwirtschaft kann der Harz ja ohnehin gut. Die alte Hausmeister-Wohnung muss später auch noch dran glauben.
Waschbären über dem Kopf
Was gibt es noch zu wissen? Vielleicht wo die Waschbären ihr Zuhause in der alten Goldenen Aue hatten. Auf jeden Fall hat eine Kolonie über dem Forum gewohnt. Bei Aufführungen, Festen und Verabschiedungen waren die Tiere jedenfalls nicht weiter auffällig. Und Klauen lohnt jetzt nicht mehr. Anfang August hatten sich Diebe an mindestens zwei Tagen an Buntmetallen bedient. Längst wachen Kameras über das Gelände. Ob einigen (Ex-)Schülern, die zu Nostalgie neigen, vielleicht das Herz blutet? Zaungäste gibt es nach Depenbrock-Beobachtungen jedenfalls nicht so arg viele.
Trügerische Idylle: Auch wenn sich manches ruhig im Wasser spiegelt, geht es laut zur Sache.
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Spätestens im Juni 2025 soll das alte Gelände schulzentrumsfrei sein und wieder zur uneingeschränkten Landkreisverfügung stehen. Depenbrock macht aber noch keinen Haken an Goslar: Nach Planung, Bauen, Abriss und Bauzwischenfinanzierung bleibt das Unternehmen für einen Zeitraum von fünf Jahren für Wartungsleistungen zuständig. In der neuen Goldenen Aue sind wie vorher zwei der drei größten allgemeinbildenden Schulen des Landkreises untergebracht. Nach dem Rekord bei den Fünftklässler-Anmeldungen zählt das CvD-Gymnasium als größte Schule zum Statistik-Stichtag am 15. August wie berichtet genau 822 Schülern in 36 Klassen. Hinter dem Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasium mit 776 Schülern in 36 Klassen folgt schon die Realschule Goldene Aue mit 636 Schülern in 24 Klassen. Beide Schulen waren direkt nach den Sommerferien am 5. August eingezogen. Am 16. August hatten beide Schulen mit einem riesigen Sommerfest ihr neues Domizil gefeiert, das Landrat Dr. Alexander Saipa offiziell schon am 31. Mai übergeben hatte.
Freie Sicht: Das Alte weicht dem Neuen.
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Abschiede und Anfänge
CvD-Gymnasium und Realschule hatten vor den Sommerferien mit vielen aktuellen Schülern und Lehrern, aber vor allem Ehemaligen aus fast fünf Jahrzehnten am 15. Juni noch eine mit mehreren Hundert Gästen bestens besuchte Abschiedsparty gefeiert. Eine Abrissparty folgte am 21. Juni, der CvD-Abiball am 22. Juni – dann war Umzug angesagt und endgültig Schluss in einem Gebäude, das in der Mitte der 1970er Jahre beim Neubau als innovativ galt und mit dem nach offizieller Lesart ein neues Kapitel in der Goslarer Bildungsarbeit aufgeschlagen wurde. Landrat Günther Rottsahl war sich damals sogar sicher: „In diesem schönen Bau dürfte es eigentlich gar keine schlechten Zensuren geben.“
Gewichtige Arbeiten: Wer mag das schwere Material bewegen?
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Die Goldene Aue, die jetzt abgerissen wird, wurde am 12. April 1975 mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht. Der erste Schub an Schülerinnen und Schüler war schon seit sechs Wochen umgezogen, hatte bereits Unterricht genossen und der Abschlussjahrgang seine Abiturklausuren geschrieben. Das Beziehen begann am 17. Februar 1975, als „freiwillige Brigaden“ der Mittel- und Oberstufe, wie GZ-Lokalchefin Dr. Ursula Müller damals schrieb, drei Tage lang mit den Lehrkräften das neue Gebäude einrichteten. Der Rest der Schüler hatte noch frei. Aber die Zeit drängte: Am 20. Februar sollte für alle der Unterricht beginnen, am 3. März das schriftliche Abitur. Vor mehr als 60 Jahren sei die Forderung nach einem Neubau für die CvD-Schule laut geworden. Diese sechs Jahrzehnte seien gekennzeichnet gewesen von diplomatischen Gesprächen im Hintergrund, Appellen an verantwortliche Stellen und Initiativen der Eltern, von Ministerbesuchen, Hoffnungsfreude und Resignation bis hin zu einem Schulstreik in der jüngeren Geschichte und sogar noch Überlegungen, vielleicht doch eine Gesamtschule zu installieren. SPD auf der einen und CDU/FDP auf der anderen Seiten verschossen seinerzeit noch ein paar schulpolitische Giftpfeile.
Schulerinnerungen: Ob noch jemand etwas an die Tafel schreiben möchte?
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Architekten und Direktoren
Goldene Aue sei übrigens kein schlecht gewählter Name, denn das gesamte Schulzentrum werde mehr als 50 Millionen DM kosten. Es fehlte auch noch ein neuer Chef: Seit dem 1. August 1974 war die Stelle vakant. Studiendirektor Herbst war kommissarisch beauftragt. Hansgeorg Engelke kam aus Braunlage und sollte der Einrichtung in den nächsten zwei Jahrzehnten seinen Stempel aufdrücken. Was war neu an dem Neubau, in den im ersten Schritt zuerst CvD und eine noch einzurichtende Orientierungsstufe unterkamen und Real- und Hauptschule noch folgen sollten? Es war die erste Goslarer Schule, für die ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde. Diplomingenieur Arno Bayer aus Hannover gewann den ersten Preis. Im Mai 1973 begannen die Erdarbeiten, die Montage der Stahlbeton-Fertigteile am 29. Oktober. Am 22. März 1974 feierte Goslar das Richtfest für die Goldene Aue mit ihren 52 Räumen. Mächtig stolz waren die Macher damals auf ein Sprachlabor im Obergeschoss, in dem 40 Schüler Platz fanden und das für sich allein mit 110.000 DM zu Buche schlug.
Nostalgie: Ende Juni lässt sich das alte Schild mit den Schulnamen über dem Eingang vom Parkplatz noch von der Abendsonne bescheinen.
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Nach der Bildung hatte der Sport das Wort: Am 19. April 1975 wurde die „Turnhalle beim Schulzentrum Goldene Aue zünftig eingeweiht“, schreibt die GZ in ihrem Bericht über ein buntes zweistündiges Nonstop-Programm mit Jazzgymnastik, Keulenschwingen, Radball, Fußball, Handball, Hockey und Karate. Für die Goslarer Sportvereine gehe endlich ein Traum in Erfüllung, heißt es weiter. Durch das Programm führte an diesem 19. April Goslars Stadtjugendpfleger Ernst Brennecke. Einschließlich der Außenanlage mit dem Hartplatz für Basketball, Volleyball und Handball blätterte der Steuerzahler immerhin 4,63 Millionen DM hin. Was für den Haushalt 1975 bei insgesamt elf Hallen und zehn Sportplätzen allein 530.000 DM an Unterhaltungskosten bedeutete.
Neue Heimat: Seit Anfang August haben CvD-Gymnasiasten und Goldene-Aue-Realschüler das Domizil gewechselt und am 16. August ein Sommerfest gefeiert.
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Abriss der alten Goldenen Aue
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Sommerfest Goldene Aue
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Erster Schultag neue Goldene Aue
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Empfehlung - Drei Bagger machen die alte Goldene Aue dem Erdboden gleich „Bis spätestens Anfang nächsten Jahres liegt das alles hier.“ Malte Blasko von der Firma Depenbrock ist Chef auf der Baustelle beim Abriss des alten Schulzentrums Goldene Aue. Er ist optimistisch, den Zeitplan einzuhalten. Bis Mai 2025 soll dort eine Parkanlage stehen, wo in fast fünf Jahrzehnten Zehntausende Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Goslar für ihr Leben lernten – oder zumindest für einen guten Abschluss.(...)
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