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Bauarbeiten im Nordharz

GZ Plus IconAbriss-Start: Marode B6-Brücke macht Platz für Neubau

Im Widerlagerbereich einer Brücke steht ein Bagger und belädt einen Laster.

Im Widerlagerbereich der B6-Brücke steht ein Bagger und belädt einen Laster. Fast pausenlos steuern Lkw die Baustelle an. Foto: NLStBV

Der Abriss der maroden B6-Brücke bei Salzgitter-Bad läuft seit Dienstag. Bagger schaffen Platz für einen Neubau. So geht es auf der wichtigen Pendlerstrecke weiter.

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Von Andreas Gereke
Mittwoch, 11.02.2026, 04:00 Uhr

Nordharz. Jetzt ist es soweit: Der Abriss der maroden und seit mehr als anderthalb Jahren für den Verkehr gesperrten B6-Brücke bei Salzgitter-Bad läuft. Am Dienstag begannen die Abbruchbagger mit ihrem Werk. In den kommenden Wochen wird das jahrzehntealte Bauwerk, das zwei Kreisstraßen und eine Bahnlinie überspannt, komplett verschwinden, um einem Neubau Platz zu machen.

Brückenabriss, ein erstes Teilstück fehlt.

Ein erstes Teilstück ist gefallen – in den kommenden Wochen wird die B6-Brücke bei Salzgitter-Bad verschwinden, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Foto: Gereke

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar (NLStBV) bezeichnet den Beginn der Abrissarbeiten als „Meilenstein für das 20-Millionen-Euro-Projekt“. Kein Wunder: Die Planungen für diesen Moment liefen über Jahre – und ebenso gingen die Jahre für vorbereitende Arbeiten ins Land. „Nach umfangreichen Vorarbeiten ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Für das gesamte Team ist es ein toller Moment, dass nun auch der Neubau in greifbare Nähe rückt“, wird Günter Hartkens, Leiter des zuständigen NLStBV-Geschäftsbereichs in Goslar, in einer Mitteilung der Behörde zitiert.

Seit 2023 liefen die Vorarbeiten, um die marode und seit rund anderthalb Jahren gesperrte B6-Brücke bei Salzgitter-Bad durch einen Neubau ersetzen zu können. Im Sommer 2024 erfolgte die Freigabe der Umleitung für den Verkehr – aber dann tat sich zunächst lange nichts an dem gesperrten Bauwerk. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 rückten wieder Baumaschinen an, um Versorgungsleitungen, die unter der Brücke entlangführten, zu verlegen. Sie mussten umgelegt werden, damit jetzt beim Brückenabriss nichts gekappt wird.

Neuplanung für eine mögliche Elektrifizierung

Aber die Brücke beschäftigt die Landesbehörde noch viel länger: Vor mehr als einem Jahrzehnt hatte es bereits die ersten Verkehrsbeschränkungen gegeben – Tempolimits, Fahrspurverengung und schließlich eine Sperrung für den Schwerlastverkehr bis zur Vollsperrung im Juni 2024. Die Jahre schienen wie im Flug zu vergehen, ohne dass sich etwas tat. „Die Planung des gesamten Projektes, zu dem der Bau einer Behelfsumfahrung, der Abriss und der Neubau zählen, nahm viel Zeit in Anspruch, da es viel zu beachten gab. Das notwendige Planfeststellungsverfahren ist ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren, in dem Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft oder des privaten Eigentums berücksichtigt werden müssen. Viele Gespräche waren nötig, um alle öffentlichen und privaten Interessen aufzugreifen“, hatte dazu die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitgeteilt.

Baufahrzeuge beim Brückenabriss, über sie erhebt sich eine Staubwolke.

Der Abriss der B6-Brücke bei Salzgitter-Bad ist nicht nur eine laute, sondern auch eine staubige Angelegenheit. Foto: Gereke

In der ersten Auslegungsphase zur Planfeststellung hatten sich zudem neue Anforderungen an das künftige Bauwerk ergeben. So musste für eine mögliche Elektrifizierung der Bahnstrecke die neue Brücke um 30 Zentimeter angehoben werden. Das bedeutete auch Umplanungen in den Anschlussbereichen. Der Startschuss für das Gesamtprojekt fiel schließlich im Februar 2023 – damals begannen die Arbeiten für die Umfahrung. Unter anderem galt es, eine Behelfsbrücke über die Bahnlinie zu bauen. Die eigens errichtete Umleitung ermöglicht, dass der Pendlerverkehr ohne großen Umweg die Baustelle umfahren kann.

Stück um Stück bröckelt nun der Beton und das erste Endfeld des Überbaus im südlichen Brückenbereich ist Geschichte. In den kommenden Wochen wird das alte Bauwerk vollständig verschwinden. In Teilstücken muss alles weichen – von den Endfeldern über Widerlagerbereiche bis hin zu den Fundamenten. Das Finale, der direkte Abbruch des Mittelfelds über das Gleis, ist innerhalb einer Wochenendsperrpause der DB-Strecke von Samstag bis Montag, 28. bis 30. März, geplant.

Ein Abbruchbagger knabbert an einer Brücke.

Der Abriss läuft: Mit Meißel und Abbruchschere knabbert ein Bagger an der maroden B6-Brücke bei Salzgitter-Bad. Foto: Gereke

Der Neubau der Brücke ist notwendig, weil das alte, marode Bauwerk den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen ist und Schäden am Beton aufweist. Die Brücke wurde Anfang der 1940er-Jahre während des Zweiten Weltkriegs gebaut und war seinerzeit für eine wesentlich geringere Belastung ausgelegt worden. Im Schnitt fuhren bis zur Sperrung täglich 11.700 Fahrzeuge über das Bauwerk, davon waren 1100 Fahrzeuge, die zum Schwerlastverkehr zählen. Das Bauwerk ist Teil einer wichtigen Pendlerstrecke zwischen dem Harz und Hannover/Hildesheim bzw. Salzgitter/Braunschweig.

Neue Brücke besteht aus zwei Teilbauwerken

Auch der Nachfolgebau für die alte Brücke wird über die beiden Kreisstraßen 33 und 32 und die DB-Strecke zwischen Salgitter-Bad und Ringelheim führen. Sie wird aus zwei Teilbauwerken bestehen – je ein Bauwerk pro Fahrtrichtung. Und das neue Bauwerk wird breiter: Pro Fahrtrichtung wird es drei Spuren geben – die durchgehende rechte Spur dient nicht nur als Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, sondern auch dem innerörtlichen Verkehr als sogenannter Verflechtungsstreifen, damit kein Verkehrsteilnehmer, der innerhalb Salzgitters zwischen den beiden Anschlussstellen unterwegs ist, in den überörtlichen Verkehr einfädeln muss.

Ein Brückenabriss aus der Vogelperspektive.

Die Drohnenaufnahme zeigt den Abriss der B6-Brücke aus der Luft. Am oberen Rand des Bildes ist auch die Umleitungsstrecke zu erkennen, über die seit mehr als anderthalb Jahren der Verkehr rollt. Foto: NLStBV

Aktuell geht die NLStBV davon aus, dass eine vollständige Verkehrsfreigabe der neuen Brücke Ende 2028/Anfang 2029 erfolgen kann. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.

Ein Bagger knabbert mit einer Abbruchschere an einer Brücke.

Beim Abriss der B6-Brücke kommt es fürs Recycling auch auf die Trennung des Materials an. Foto: Gereke

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