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GZ sammelt Stimmen aus dem Internet

GZ Plus IconNeues Logo für Bad Harzburg: Viel Kritik und noch mehr Fragen

Hätte man das Geld, das für das Logo ausgegeben wurde, lieber ins Silberbornbad stecken sollen? Und geht das Logo baden? Diese beiden Fragen sind auf dem KI-generierten Bild symbolhaft dargestellt.

Hätte man das Geld, das für das Logo ausgegeben wurde, lieber ins Silberbornbad stecken sollen? Und geht das Logo baden? Diese beiden Fragen sind auf dem KI-generierten Bild symbolhaft dargestellt. Foto: KI-generiert

12.000 Euro für ein Stadtlogo: Im Internet kocht die Volksseele. Die GZ hat Kommentare gesammelt. Es zeigt sich, dass viele Fragen offen sind. Selbst bei Ratsmitgliedern.

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Von Holger Schlegel
Montag, 26.01.2026, 12:00 Uhr

Bad Harzburg. Das neue Stadtlogo von Bad Harzburg hat in der Stadt und auch in den sozialen Netzwerken eine heftige Debatte ausgelöst. Allein unter dem Facebook-Beitrag und dem Instagram-Post der GZ sammelten sich binnen kurzer Zeit an die 100 Kommentare. Viele davon kritisch, einige spöttisch, nur ganz wenige wohlwollend. Kritik kommt dabei nicht nur von Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch aus dem Stadtrat selbst.

Kein Wiedererkennungseffekt

Ein zentraler Vorwurf zieht sich durch viele Wortmeldungen: das fehlende Wiedererkennungsmerkmal. „Ich würde eher irgendwas mit Goslar ableiten“, schreibt ein Nutzer. Eine andere Kommentatorin ergänzt: „Ich dachte auch zuerst an Goslar – nicht an Bad Harzburg.“ Auch die Lesbarkeit des Zeichens wird infrage gestellt: „Die Burg verstehe ich ja, aber das unten – soll das ein G sein oder was?“

Häufig wird bemängelt, dass sich das Logo nicht von selbst erschließe. „Ein Logo sollte nicht erklärt werden müssen“, heißt es mehrfach. Ein Nutzer formuliert es noch deutlicher: „Wenn man ein Logo erst erklären muss, hat es sein Ziel verfehlt.“ Ein weiterer Kommentar bringt es nüchtern auf den Punkt: „Ich kann das Logo mit nichts weiter identifizieren.“

Verschwendung von Steuergeldern?

Besonders deutlich fällt die Kritik beim Thema Geld aus. Die 12.000 Euro Kosten werden in vielen Kommentaren ausdrücklich genannt. „12.000 Euro für so ein Ergebnis?“, fragt ein Nutzer. Andere stellen den Bezug zur Haushaltslage der Stadt her: „Das Geld hätte man sinnvoller in Schulen, Kitas oder Straßen stecken können“ oder „Einige Gehwege würde ich sofort für 12.000 Euro ausbessern.“ Auch der Hinweis auf mögliche Steuererhöhungen taucht mehrfach auf: „12.000 Euro – und gleichzeitig über Steuererhöhungen nachdenken“ oder schlicht: „Das sind Steuergelder.“

Kritische Töne kommen dabei sogar auch aus dem Stadtrat. Zwei Ratsmitglieder äußern öffentlich Zweifel sowohl am Verfahren als auch am Ergebnis. Susanne Herweg (CDU) kritisiert, dass es im Vorfeld keine Informationen gegeben habe und selbst der Rat überrascht worden sei. Wörtlich schreibt sie: „Gut gemeint ist leider nicht gut gemacht.“ Zudem stellt sie die Frage, ob Zusatzkosten wie die verteilten Broschen an jedes Ratsmitglied ebenfalls in den 12.000 Euro enthalten seien.
Da die Verantwortlichen noch fröhlich und stolz: Erster Stadtrat Andreas Simon (2.v.l.) präsentiert am vergangenen Dienstag das neue Logo im Beisein von Alexander Klutzny (r.) und Silke Duda-Koch von Design-Office, die das Logo entworfen haben. Mit dabei auch Tobias Brandt (2.v.r.) und Dr. Jochen Wesemeier von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Da sind die Verantwortlichen noch fröhlich und stolz: Erster Stadtrat Andreas Simon (2.v.l.) präsentiert am vergangenen Donnerstag das neue Logo im Beisein von Alexander Klutzny (r.) und Silke Duda-Koch von Design-Office, die das Logo entworfen haben. Mit dabei auch Tobias Brandt (2.v.r.) und Dr. Jochen Wesemeier von der städtischen Wirtschaftsförderung. Foto: Schlegel

Ein weiteres Ratsmitglied, Julia Ruyling (ebenfalls CDU), stellt grundsätzlich infrage, ob das Geld gut eingesetzt worden sei. „Aus meiner Sicht hätte man die Mittel sinnvoller nutzen können“, heißt es von ihr.

Wenn also „der Rat davon nicht wusste und übergangen wurde, soll es derjenige bezahlen, der es beauftragt und bestellt hat“, so ein anderer Nutzer.

„Absolut nicht gelungen“

Neben Kosten und Verfahren wird auch die gestalterische Qualität deutlich kritisiert. Das Logo erinnere an „ein Lego-Teil“, wirke „nicht schlüssig“ oder sei „ein Stil von vor zehn Jahren“. Ein Nutzer bringt es fachlich auf den Punkt: „Ein Logo muss innerhalb weniger Sekunden wirken – eine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt es nicht.“ Auch aus beruflicher Sicht kommt Kritik: Eine gelernte Mediengestalterin bezeichnet das Logo als „absolut nicht gelungen“ und das Thema als „komplett verfehlt“.

Wenige positive Stimmen

Zwischen der Vielzahl kritischer Stimmen finden sich auch vereinzelte positive Einschätzungen. „Ich halte es für gelungen“, schreibt ein Nutzer, ein anderer hält die Aufregung für überzogen. Diese Stimmen bleiben jedoch klar in der Minderheit.

ZITATE AUS DEM INTERNET

Einige ausgewählte Kommentare aus dem Internet, die GZ druckt sie unkorrigiert ab.


Zur Optik und Wirkung
„Das kann eigentlich nur ein verfrühter Aprilscherz sein.“

„Sieht aus, wie ein Lego Teil.“
„Das sieht hässlich aus.“

„Modern war dieser Stil vor 10 Jahren, das will doch heute keiner mehr.“

„Kann das Logo mit nichts weiter identifizieren, sieht meiner Meinung nach nach nichts aus.“

Zur Sinnfrage

„Warum, müssen Logos immer geändert werden?? Warum??“

„Gibt es keine wichtigeren Dinge?“

„Wenn man nichts Sinnvolles zu tun hat...“

Zu Kosten und Steuergeld

„12.000 € !?!? Euer ernst !?“

„Der Preis ist heiß.“

„Ich hätte es für 1200€ gemacht!“

„12.000Euro für so ein Egotrip.“

„12.000 Euro und gleichzeitig über Steuerhöhungen nachdenken.....“

Zu Prioritäten in der Stadt

„Hätten sie Mal lieber ins Silberbornbad stecken sollen.“

„Auf manchen Gehwegen fällt man auf die Fr…e.“

„Einige Gehwege würde ich sofort für 12k ausbessern.“

Zum Verfahren

„Der Rat war nicht involviert.“

„Wer entscheidet das? Bürgermeister? Stadtrat?“

„Die Bürger nicht, ich wurde nicht gefragt!!!“

Vereinzelte positive oder relativierende Stimmen

„Ich halte es für gelungen.“

„Geschmackssache.“

„Das juckt doch schlussendlich niemanden.“

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