Wer kennt sie noch? Früher im Norden - jetzt bei der WM
Bosniens Trainer Sergej Barbarez wird nach der WM-Qualifikation von Spielern und Fans gefeiert. (Archivbild) Foto: Armin Durgut/AP/dpa
Der frühere HSV-Star Sergej Barbarez ist jetzt Trainer von Bosnien. Zwei Ex-Wolfsburger und ein ehemaliger Bremer spielen gegen das deutsche Team. Was machen so viele frühere Nord-Stars bei der WM?
Hamburg. Früher waren sie in Hamburg, Bremen, Hannover oder Wolfsburg aktiv. Jetzt tauchen sie in unterschiedlichen Rollen bei der Fußball-WM wieder auf. Wer erinnert sich noch an diese Namen?
Sergej Barbarez

Bosniens Nationaltrainer Sergej Barbarez. (Archivbild) Foto: Armin Durgut/AP/dpa
Ohne je eine Vereinsmannschaft trainiert zu haben, übernahm Sergej Barbarez 2024 das Nationalteam von Bosnien-Herzegowina - und führte es über den Playoff-Erfolg gegen Italien zur WM. „Ich habe immer gesagt: Das Einzige, was mir gefehlt hat, war ein Turnier zu spielen. Jetzt bin ich als Trainer dabei. Das macht mich sehr stolz“, sagte der 54-Jährige bei Sky. Als Spieler war er im Norden fast überall: bei Hannover 96, Hansa Rostock und sechs Jahre beim Hamburger SV. In seiner Wahlheimat Hamburg saß er 2009 und 2010 sogar im Aufsichtsrat des HSV.
Douglas Santos

Früher beim Hamburger SV: Douglas Santos. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Sein Verkauf war für den HSV Fluch und Segen. Rund 14 Millionen Euro zahlte Zenit St. Petersburg 2019 für den Brasilianer Douglas Santos. Damit wurde ein großes Finanzloch gestopft. Der Berater des Verteidigers verklagte den HSV aber auf Zahlung eines Vermittlungshonorars. Sieben Jahre später gehört der Russland-Legionär mit 32 Jahren zum WM-Aufgebot des Rekord-Weltmeisters Brasilien.
John Yeboah

Früher beim VfL Wolfburg: John Yeboah. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Der VfL Wolfsburg und seine Talentförderung - das ist keine Erfolgsgeschichte. Auch John Yeboah galt dort als große Hoffnung, in der Saison 2018/19 kam der gebürtige Hamburger auf drei Einsätze in Bundesliga und DFB-Pokal. Doch danach? Zwei Clubs in den Niederlanden, zwei Clubs in Polen, dazwischen der MSV Duisburg und seit zwei Jahren Italiens Erstliga-Aufsteiger FC Venedig: Das sind seine weiteren Stationen. Yeboahs Mutter kommt aus Ecuador. Deshalb steht er jetzt mit 25 Jahren im Aufgebot des deutschen WM-Gegners.
Riechedly Bazoer

Früher beim VfL Wolfsburg: Riechedly Bazoer. (Archivbild) Foto: picture alliance / Annegret Hilse/dpa
Der VfL Wolfsburg und seine Millionentransfers: Auch das ging nicht immer gut. Rund zwölf Millionen Euro zahlte der VfL im Januar 2017 für Riechedly Bazoer. Der defensive Mittelfeldspieler durchlief alle Junioren-Nationalteams der Niederlande und kam aus der Talentschmiede von Ajax Amsterdam. Doch nach nur 25 Bundesliga-Spielen und zwei Leihen wechselte Bazoer zurück in die Niederlande, spielt inzwischen für den türkischen Club Konyaspor - und wechselte sogar das Nationalteam: Bei dieser WM spielt er mit 29 Jahren für den deutschen Gruppengegner Curacao.
Tahith Chong

Früher bei Werder Bremen: Tahith Chong. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Tahith Chongs Episode bei Werder Bremen war nur kurz. Im August 2020 liehen ihn die Bremer mit großen Hoffnungen von Manchester United aus. Aber schon im Januar kehrte er wieder zurück. 15 Mal kam er in der Bundesliga zum Einsatz, nur vier Mal von Beginn an. Jetzt ist der 26-Jährige der Kreativkopf bei Deutschlands erstem WM-Gegner Curacao. Auf Vereinsebene spielt er mittlerweile für Sheffield United in der zweiten englischen Liga.
Viktor Gyökeres

Früher beim FC St. Pauli: Viktor Gyökeres. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Englischer Meister mit dem FC Arsenal. Das Champions-League-Finale erreicht. Diese Saison war schon ein voller Erfolg für Viktor Gyökeres. Jetzt fährt der 66-Millionen-Euro-Einkauf auch noch mit Schweden zur WM. In der Saison 2019/2020 spielte der heute 28-Jährige auch ein Jahr auf Leihbasis für den FC St. Pauli. Seine Bilanz: sieben Tore in 26 Zweitliga-Spielen.
Nigel de Jong

Früher beim Hamburger SV: Nigel de Jong (r). (Archivbild) Foto: picture-alliance/ dpa
Ajax Amsterdam, Manchester City, AC Mailand - und dazwischen von 2006 bis 2009 der Hamburger SV: Als Spieler legte Nigel de Jong eine Weltkarriere hin - bis ins WM-Finale 2010. Trainer wurde er nie. Seit 2023 ist der 41-Jährige Sportdirektor der niederländischen Nationalmannschaft.
Guy Demel

Früher beim Hamburger SV: Guy Demel. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa
Von 2005 bis 2011 spielte er für den Hamburger SV - in einem Team mit großen Namen wie Vincent Kompany, Rafael van der Vaart oder Jerome Boateng. Seit Anfang 2024 ist Guy Demel Co-Trainer des deutschen Gruppengegners Elfenbeinküste. Für das afrikanische Land nahm er als Spieler an der Weltmeisterschaft 2010 teil.
Thomas Christiansen

Panamas Nationaltrainer Thomas Christiansen. (Archivbild) Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
2003 wurde er als Stürmer des VfL Bochum Torschützenkönig der Bundesliga. Danach wechselte Thomas Christiansen nicht etwa zu Borussia Dortmund oder Bayern München - sondern zu Hannover 96. Drei Jahre blieb der gebürtige Däne mit spanischem Pass dort, ehe er seine Spielerkarriere wegen einer Schienbein-Operation beendete. Als Trainer arbeitete er unter anderem in Zypern, bei Leeds United - und jetzt bei der WM: Seit 2020 ist der 53-Jährige Nationaltrainer von Panama.
Merchas Doski

WM-Spieler des Irak: Der gebürtige Hannoveraner Merchas Doski (r). (Archivbild) Foto: Chaloupka Miroslav/CTK/dpa
Geboren wurde er in Hannover. Noch 2020 spielte er in der Oberliga Niedersachsen für MTV Eintracht Celle. Jetzt ist Merchas Doski bei der WM für den Irak dabei - und schoss auf dem Weg dorthin noch ein Tor im letzten Testspiel gegen den Europameister Spanien (1:1). „Ich glaube, ‚wow‘ beschreibt am besten meine Gefühle“, sagte der 26-Jährige bei „transfermarkt.de“. „Gefühlt gestern habe ich noch gegen Arminia Hannover gespielt und gefühlt morgen spiele ich gegen Erling Haaland.“ Von Celle wechselte der Linksverteidiger zunächst zu Wacker Innsbruck. 2025 ging es weiter zum tschechischen Europa-League-Teilnehmer Viktoria Pilsen.