Explosion am frühen Morgen - Drei Tote nach Haus-Einsturz
Am frühen Morgen wurden die Einsatzkräfte zu dem Haus gerufen. Foto: Jannik Nölke/dpa
Lange wird nach einer Familie gesucht, dann ist klar: Vater, Mutter und Kind sind in den Trümmern ihres Hauses ums Leben gekommen. Viele Hintergründe der Explosion sind noch unklar.
Albstadt. Es ist noch stockdunkel und eiskalt, als die Menschen in Albstadt im Süden Baden-Württembergs mit einem Schlag aus dem Schlaf gerissen werden. In einem ruhigen Wohngebiet kommt es zu einer Explosion in einem Wohnhaus. Die Wucht der Detonation ist so groß, dass auch an Nachbargebäuden die Dächer beschädigt oder die Fenster eingedrückt werden. Von dem betroffenen Gebäude selbst sind nur Trümmer übrig, eine Dachgaube liegt auf Augenhöhe der Rettungskräfte auf dem Schutthaufen.
Lange ist unklar, ob vor dem Einsturz Bewohner in dem Haus waren. Die Trümmerschichten müssen Stück für Stück von Hand abgetragen werden. Weil Menschen unter Steinen und Holz vermutet werden, könnten keine Maschinen zum Einsatz kommen, erläutert die Feuerwehr. Auch sonst ist der Einsatz schwierig. Zwischendurch setzt Schneefall ein und der Winterdienst muss gegen die spiegelglatte Straße weiterhelfen.
Drei Menschen sterben in den Trümmern
Am Nachmittag kommt dann die bittere Nachricht: Drei Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, wie die Polizei mitteilt. Bei den Toten handelt es sich um eine Familie: den 33 Jahre alten Vater, die 30 Jahre alte Mutter und ein sechsjähriges Kind. Die Stadtverwaltung zeigte sich erschüttert: „Wir trauern um die drei Opfer dieses tragischen Unglücks! Unser Beileid gilt der Familie, den Freunden und Angehörigen“, heißt es auf der Website.
Die Ursache für die Explosion ist laut Polizei noch völlig unklar. Einen Anschlag könne man nach derzeitigem Stand aber ausschließen, sagte eine Sprecherin. Es werde geprüft, ob die Explosion möglicherweise im Zusammenhang mit einem Gasaustritt stehe. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) hatte von einer Gasexplosion gesprochen und betont, es gebe keinen Anlass zur Befürchtung weiterer Explosionen, die Gaszufuhr in der gesamten Straße sei unterbrochen worden.

Zahlreiche Rettungskräfte eilten zum Unfallort. Foto: Jannik Nölke/dpa
Bei der Explosion wurden auch mehrere Nachbargebäude beschädigt. Bei sieben bis neun Gebäuden im direkten Umfeld seien Schäden an Dächern entstanden oder Fenster eingedrückt worden, sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung.
Man habe als Stadt bereits mehrere Handwerksbetriebe damit beauftragt, die Gebäude schnellstmöglich wieder bewohnbar zu machen, so die Sprecherin. „Inwieweit das noch heute möglich ist, können wir noch nicht sagen.“ Man habe eine Notunterkunft eingerichtet, in der derzeit zwischen 20 und 30 Anwohner betreut würden.
Am Abend teilte die Sprecherin dann mit, dass nahezu alle Anwohner wieder zurück in ihre Häuser kehren könnten. Bis auf die Bewohner eines Hauses. Diese seien von der Stadt in einem Hotel untergebracht worden.
Tödliche Explosionen sind selten
Ähnliche Vorfälle sind eher selten. Im Februar 2025 etwa kam ein 73-Jähriger bei einer Explosion in Stutensee im Landkreis Karlsruhe ums Leben. Der Bewohner hatte im Bett gelegen, als die Decke am frühen Morgen über ihm einstürzte. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass eine selbstgebaute, mit Flüssiggas betriebene Heizung die Explosion verursacht hatte. Im November 2024 starb ein Mann nach einer Explosion in einem Wohnhaus im rheinland-pfälzischen Worms.
Deutlich häufiger werden Menschen verletzt oder kommen mit dem Schrecken davon, wenn es in Gebäuden explodiert. Allein in Baden-Württemberg gab es in den vergangenen Monaten mehrere Beispiele. So war in Stuttgart Ende November ein Haus nach mehreren mutmaßlichen Explosionen in Flammen aufgegangen. Einige Tage zuvor hatte es eine kleinere Explosion und ein Feuer in einem Drogeriemarkt in Rechberghausen im Landkreis Göppingen gegeben.
Im Oktober soll ein Bedienfehler an einer Gasflasche eine Explosion eines Anbaus in Ubstadt-Weiher im Landkreis Karlsruhe ausgelöst haben. Diese sei im ausgebauten Küchenbereich an eine Gasherdplatte angeschlossen gewesen, hieß es damals. Die Feuerwehr barg einen 77-Jährigen schwerst verletzt aus den Trümmern. Die 80 Jahre alte Ehefrau sei leicht verletzt worden.

Einsatzkräfte am eingestürzten Haus in Albstadt. Foto: Holger Much/Stadtverwaltung Albstadt/dpa