Findus ist weg: Ausbruch aus dem Wildkatzengehege Bad Harzburg
Kuder Findus lebt etwa ein Jahr lang im Wildkatzengehege, bevor er ausbricht. Foto: Exner
Die Wildkatze Findus aus Bad Harzburg ist seit einigen Tagen auf freier Pfote. Das Tier riss ein Loch in den Zaun und brach aus dem Wildkatzengehege an der Marienteichbaude aus. Wie geht es jetzt weiter?
Bad Harzburg. Die Wildkatze Findus war schon immer ein einfallsreicher Ausreißer. Vor einigen Tagen gelang ihm trotz aller Sicherheitsvorkehrungen nun auch die Flucht aus dem Wildkatzengehege an der Marienteichbaude. Und diesmal scheint er fest entschlossen zu sein, dauerhaft ein Leben in Freiheit genießen zu wollen.
Vor etwa einem Jahr kam Findus aus dem Tierpark Hexentanzplatz in Thale nach Bad Harzburg ins Wildkatzengehege. Der Kuder – so nennt man männliche Wildkatzen – galt schon in Thale als Ausbruchskünstler (die GZ berichtete). Das hatte er dort gezeigt, indem er trotz Elektrozaun ausbüxte. Zu Beginn seiner Zeit in Bad Harzburg hatte Findus solche Anstalten jedenfalls noch nicht gemacht. Im Gegenteil. Schließlich wohnte im Gehege neben ihm Wildkatze Clarence – für Findus eine spannende Artgenossin. Wie berichtet war es eben auch das Ziel, dass die beiden sich irgendwann ihre Gehege miteinander teilen.
Dafür war Findus Freiheitsdrang dann aber doch zu groß: Aufgrund seiner Vorgeschichte sei über seinem Gehege zwar ein Zaunnetz angebracht worden, sagt Annett Jerke, Leiterin des Wildkatzengeheges und Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes Goslar. Das hielt ihn allerdings nicht auf. In seiner bereits bekannten MacGyver-Manier fand er vor einigen Tagen einen Weg, ein Loch in den Zaun zu reißen und in die Freiheit zu entkommen. Jerke selbst sei zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort gewesen, sagt sie. Zwei Gäste hätten den Ausbruch beobachtet. Als dann der Anruf kam, Findus spaziere außerhalb des Wildkatzengeheges herum, sei ihr das zuerst wie ein Scherz vorgekommen, sagt Jerke.
Drohnen suchten aus Luft
Es sei nicht der erste Ausbruch einer Wildkatze an der Marienteichbaude gewesen. Jedoch wären die Tiere bislang – im Gegensatz zu Findus – immer in der Nähe ihres Geheges geblieben. Bei den anschließenden Suchaktionen hätten die Beteiligten daher alle technischen Hilfsmittel genutzt, die ihnen zur Verfügung standen. Drohnen suchten aus der Luft, Wildkameras filmten am Boden, und die Helfer legten Lebendfallen aus. Bisher half nichts davon. Findus bleibt verschwunden und so langsam schwindet die Hoffnung.
Partner des Nationalparks
Nabu-Wildkatzen in Bad Harzburg sind Teil des Harzer Netzwerks
Jerke gibt aber noch nicht auf. Ihre Helfer halten weiter die Augen offen und die Lebendfallen sind noch bis Ende der Woche im Einsatz. Vielleicht lockt ja auch der abebbende Trubel nach den Osterfeiertagen den Kuder wieder zurück zur Marienteichbaude.
Und selbst wenn nicht: Er werde in den Harzer Wäldern zurechtkommen, sagt Jerke. Trotz seines bisherigen Lebens in Gefangenschaft sei sein Jagdinstinkt gut ausgeprägt. Das habe er stets bewiesen, wenn sich mal eine Maus in das Gehege verirrte. Nur die Straßen könnten Findus womöglich gefährlich werden.
Gehege wird repariert
Aktuell finden an seinem leeren Gehege Reparaturen statt. Denn sollte Findus nicht wieder auftauchen, wollen die Betreiber sein Gehege künftig mit einer neuen Wildkatze besetzen. Jerke blicke nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf den Vorfall zurück. Zwar sei er im Wildkatzengehege allen ans Herz gewachsen. Allerdings habe er eindeutig bewiesen, dass er in die Freiheit wolle.
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