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Debatte im Bauausschuss

GZ Plus IconWie soll die Bad Harzburger Stadtmitte denn nun heißen?

In der Stadtmitte, die früher Verkehrsbüro hieß, steht der Jungbrunnen. Soll sich das künftig auch im Namen widerspiegeln?

In der Stadtmitte, die früher Verkehrsbüro hieß, steht der Jungbrunnen. Soll sich das künftig auch im Namen widerspiegeln? Foto: Schlegel

Wie soll der Platz am Jungbrunnen, also die Stadtmitte und das frühere Verkehrsbüro, heißen? Darüber diskutierte jetzt der Bauausschuss. Zwischenzeitlich wurde dabei sogar der Name „Charly-Abrahms-Platz“ ins Spiel gebracht. Als ernst gemeinter Vorschlag?

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Von Holger Schlegel
Donnerstag, 22.05.2025, 04:00 Uhr

Bad Harzburg. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend beschlossen, den Platz in der Stadtmitte künftig „Platz am Jungbrunnen“ zu nennen – eine Hommage an den Verein, der die Brunnenanlage vor 20 Jahren finanziert hat. Hat Bad Harzburg keine anderen Probleme, als die Umbenennung des Platzes Stadtmitte? Diese Frage wurde in den sozialen Medien gestellt und auch beim Bauausschuss stand sie im Raum. Antwort: Natürlich gibt es Wichtigeres. Aber die Umbenennung eines Platzes, der eigentlich gar keinen offiziellen Namen hat, frisst kein Brot.

Die einzig offizielle Bezeichnung „Stadtmitte“ findet sich an der Bushaltestelle.

Die einzig offizielle Bezeichnung „Stadtmitte“ findet sich an der Bushaltestelle. Foto: Schlegel

Vor der Sitzung hatte sich ein Konflikt herausgeschält, über den auch die GZ berichtet hatte: Der Förderverein Jungbrunnen, mit Dirk Junicke an der Spitze, hatte vor 20 Jahren mit einem Spendenaufkommen von 250.000 Euro den Jungbrunnen für die Stadt kostenneutral vollendet. Er ist nun zu einem regelrechten Markenzeichen von Bad Harzburg geworden, das meistfotografierte Objekt der Stadt, so der Verein. Deshalb könne man doch im Geburtstagsjahr den wenig poetisch klingenden Namen „Platz Stadtmitte“ in „Jungbrunnenplatz“ ändern.

Was spricht für Stadtmitte?

Die Stadtverwaltung sah – zumindest in der Vorlage für die politischen Entscheidungsträger – keine Notwendigkeit für eine Umbenennung und empfahl, die Idee abzulehnen. Man würde gerade Auswärtigen mit der bisherigen Bezeichnung „Stadtmitte“ eine Orientierung geben.

Bauamtsleiter Tobias Brandt schärfte am Dienstag während der Sitzung diese Argumentation etwas nach. Der Name „Platz Stadtmitte“ werde häufig verwendet, auch bei der Google-Suche tauche er auf. Zudem heißt die Bushaltestelle am Jungbrunnen „Stadtmitte“.

Eigentlich ein Platz ohne Namen

Andererseits hat der Platz gar keinen offiziellen Namen. Er ist nicht als Platz Stadtmitte gewidmet. Dementsprechend gibt es auch keine postalische Adresse „Stadtmitte“. Für die Behörde wird der Bereich als „Grünanlage und Platz“ geführt, ohne Namen. Der Name Stadtmitte haben sich halt so entwickelt, aber eigentlich gibt es ihn gar nicht. Bis halt auf die Bushaltestelle. Wie dem auch sei: Eine Umbenennung wäre einfach und unkompliziert, die Frage ist, ob sie notwendig sei.

Geteilte Meinung im Ausschuss

Vielleicht nicht notwendig, aber sinnvoll. So die Meinung der Ausschussmitglieder, Politik, mit Ausnahme von Susanne Herweg (CDU), die als Zugereiste den Namen Stadtmitte durchaus als Orientierungshilfe verstanden wissen will. Der Rest war sich aber einig: Durch die, wenn auch nicht wirklich offizielle, neue Namensgebung würde man das Engagement des Jungbrunnen-Vereins würdigen und wertschätzen.

Wer kennt noch das Verkehrsbüro?

Andere Ratsmitglieder verwiesen auf den Namen, den der Platz früher einmal hatte, auch das inoffiziell: Alte Bad Harzburger kennen ihn noch als „Verkehrsbüro“, weil dort früher einmal ein Reisebüro war. „Der Platz Stadtmitte war mir als solcher gar nicht bekannt“, so Michael Riesen (SPD). Die Menschen würden sich am Jungbrunnen treffen, da könne man sich auch mal schön hinsetzen, „wenn man einsam ist, um mit den Figuren zu plaudern“. Auch die anderen Ausschussmitglieder sahen das so, der Name sei Programm, so Dennis Kronjäger (Grüne). Und die Sache mit der Bushaltestelle sei kein Leitmotiv für den Namen, fand Henning Franke (SPD). Das könne man ändern. Wie die KVG zu der Sache steht, ließ sich am Tag nach der Sitzung übrigens nicht in Erfahrung bringen. Dort wurde zwei Tage lang gestreikt.

Und so einigte sich der Ausschuss bei zwei Enthaltungen darauf, der Bitte des Fördervereins nachzukommen. Allerdings wurde auf Vorschlag von Henning Franke statt „Jungbrunnenplatz“ der Name „Platz am Jungbrunnen“ favorisiert.

Warum nicht Charly-Abrahms-Platz?

Wobei Franke zwischenzeitlich noch eine ganz andere Idee auf den Tisch legte. Augenzwinkernd: Angesichts der Vorgeschichte mit dem Streit „Junicke-Uhr vs. Bürgermeister-Uhr“ mit dem Bürgermeister als Sieger (die GZ berichtete) sei vielleicht „Charly-Abrahms-Platz“ keine schlechte Idee. Aber auch keine ernstgemeinte.

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