Wie Menschen in Lutter beim Trauern jetzt Unterstützung erhalten
Beate Bauers leitet das Trauer-Café, das neue Angebot in Lutter an jedem ersten Montag eines Monats. Foto: Gereke
Für Trauernde im Neiletal gibt es jetzt ein neues Angebot. Wie Menschen dort aus der eigenen Isolation nach einem schweren Verlust herausgeführt werden können.
Lutter. Was kommt für einen Menschen nach dem Zeitpunkt des Abschieds, des Verlusts? Wie lange darf Trauern möglich sein, wenn einem andere schon zu verstehen geben: Nun ist aber mal gut? Für diese Zeit schafft die Lutteranerin Beate Bauers ein neues Angebot – ein regelmäßiges Trauer-Café im Gemeindehaus Teichdamm.
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„Der Verlust eines geliebten Menschen, des Arbeitsplatzes oder auch des gewohnten Umfeldes machen uns sehr traurig. Der Weg zurück in den Alltag fällt oft sehr schwer und wir sind wie gelähmt durch den Schmerz“, beschreibt Beate Bauers Situationen, die auf jeden Menschen zukommen. Aber: „Es kann eine Erleichterung sein, wenn wir uns mit Menschen austauschen können, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Abschiednehmen ist oft ein langer Weg, und gemeinsam können wir uns unterstützen, mitteilen und trösten“, erzählt die Lutteranerin, die das Angebot leitet. Sie arbeitet seit einigen Jahren als freie Rednerin und begleitet unter anderem Trauerfeiern. Ebenso hält sie monatliche Taizé-Andachten in Nauen und ist als Pilgerbegleiterin tätig. Im Frühjahr hat sie zudem eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin abgeschlossen.
Zeit der Veränderung einen Raum geben
„Wir möchten deshalb in unserer Kirchengemeinde dieser Zeit der Trauer und Veränderungen einen Raum geben und regelmäßig zu einem Trauer-Café ins Gemeindehaus der St.-Georg-Kirchengemeinde zu Lutter einladen. In gemütlicher und geschützter Atmosphäre können wir dort miteinander ins Gespräch kommen“, erzählt sie. Jetzt im Januar war die Premiere – und die ersten Trauernden aus dem Neiletal nahmen das Angebot an. Bauers sprach im Nachgang von einer sehr guten Veranstaltung. „Die Teilnahme ist ein erster Schritt aus der eigenen Isolation heraus“, sagt sie.

Für die Teilnehmer des Trauer-Cafés hält Beate Bauers nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch kleine Fläschchen mit Sand bereit. Foto: Gereke
Bekannt ist Bauers in und um Lutter aber nicht nur aufgrund dieser Tätigkeit – sie ist Försterin und Gründerin des Waldkindergartens Lutter. „In meiner Eigenschaft als Försterin und Jägerin habe ich natürlich immer auch mit dem Tod zu tun gehabt. Friedhöfe waren für mich aber immer unattraktiv.“ Aufgrund ihrer Trauerarbeit „sehe ich Friedhöfe aber inzwischen in einem ganz anderen Licht. Friedhöfe sind ein Stück Kulturgut – und mit dem Trauer-Café habe ich vielleicht auch die Möglichkeit, Menschen die Angst vor Friedhof und Tod zu nehmen.“
In der Gesellschaft kein Platz mehr
Dabei könne jeder Trauernde so lange kommen, wie er wolle. „Früher trug man ein Jahr Trauerkleidung. Dafür ist in der Gesellschaft kein Platz mehr. Gefühle wie Wut oder Angst sind nicht angesagt. Man muss tough sein.“ Trösten könne sie nicht, „aber begleiten“, wie sie betont. Heraus aus der Einsamkeit, aufgefangen im Kreis des Trauer-Cafés. „Es geht darum, die Leute nicht weiter traurig zu machen, sondern ihnen zu helfen, wieder zurück ins Leben zu finden.“ Als Mensch, der auch in der Natur zu Hause ist, weiß sie: „Jeder kann darauf bauen, dass am nächsten Tag wieder die Sonne scheint“, so ihre Botschaft.
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Die ursprüngliche Idee war übrigens, mit einem regelmäßigen Trauer-Café, der alten Kapelle auf dem Lutteraner Friedhof wieder eine Nutzung zuzuführen. Ihre Idee stellte sie auch dem Kirchenvorstand vor, der allerdings aufgrund zu vieler anderer Projekte ablehnte, das Gebäude wieder in einen Zustand zu versetzen, um sich darin oder unter einem Sonnensegel davor treffen zu können und im Gebäude eine Toilette auch für den Friedhof einzurichten. So wird es nun ein regelmäßiges Treffen unter dem Dach des Kirchengemeindehauses – immer am ersten Montag eines Monats ab 15.30 Uhr. Anmeldungen zur besseren Planung erbittet Bauers unter Mail beate.bauers@gmx.de oder Telefon 0160/94479857.
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