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Partys und Konzerte am Wochenende

GZ Plus IconMittsommerfeste im Nordharz: Tausende feiern zum Sommeranfang

Menschen, wohin das Auge reicht: Mehr als 2000 Besucher warten auf der Wiese an der Burg Sehusa in Gartenstühlen oder auf Picknickdecken auf den Auftritt von „Kings of Floyd“.

Menschen, wohin das Auge reicht: Mehr als 2000 Besucher warten auf der Wiese an der Burg Sehusa in Gartenstühlen oder auf Picknickdecken auf den Auftritt von „Kings of Floyd“. Foto: Gereke

Der Sommeranfang im Nordharz stand im Zeichen großer Feste. Konzerte, Partys und Musikveranstaltungen zogen die Massen an und verzeichneten hohe Besucherzahlen.

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Von Andreas Gereke
Montag, 23.06.2025, 12:00 Uhr

Nordharz. Was für ein Sommeranfang im nördlichen Harzvorland – der längste Tag des Jahres stand ganz im Zeichen zahlreicher Veranstaltungen: Von Konzerten bis Party lockte die Mittsommernacht die Massen. Größte Publikumsmagneten waren in Seesen das erste Open Air der Saison am Blauen Auge vor der Burg Sehusa und natürlich die Nordharzfete der Landjugend in Bredelem.

Thorsten Scheerer, Leiter des Fachbereichs Kultur und Jugend bei der Stadt Seesen, hatte fast feuchte Augen, als er auf die Hänge des Seesener Amphitheaters blickte – so voll war die Wiese am Blauen Auge noch nie. Menschenmassen hatten sich mit Klappstühlen und Decken, Getränken und Essen einen Platz auf dem Rasen gesucht, um den Klängen der Pink-Floyd-Coverband „Kings of Floyd“ zu lauschen. Scheerer schätzte, dass es bestimmt mehr als 2000 Gäste waren, die an dem kostenlosen Musikgenuss teilnahmen. Damit war das Konzert am Samstagabend mit der Burg Sehusa als Kulisse das bestbesuchte in dieser Reihe. Und sein Gesichtsausdruck verriet: Es war Musik, die auch ihm am Herzen lag. Erstmals gab es übrigens einen Support-Act: Der verkürzte die Zeit bis zur Dämmerung. Kings of Floyd begann nämlich erst kurz nach 21 Uhr. Mindestens schummrig sollte es sein, damit auch die Licht- und Lasereffekte der Show zur Geltung kommen.

Für sie sind mehr als 2000 Menschen vor die Burg Sehusa gepilgert: die Pink-Floyd-Coverband „Kings of Floyd“.

Für sie sind mehr als 2000 Menschen vor die Burg Sehusa gepilgert: die Pink-Floyd-Coverband „Kings of Floyd“. Foto: Gereke

Früher gefördert, heute finanziert

Die Konzertreihe begann vor einigen Jahren mit Fördergeldern. Geld, das das Land bereitstellte, um die Innenstädte nach Corona wieder beleben zu können. In Seesen entstanden daraus die Open Airs am Blauen Auge. Fördergelder fließen inzwischen nicht mehr. Die Kommune finanziert. Wem aber das Konzerterlebnis gefallen hat und es weiter genießen möchte, der kann auch seinen Obolus entrichten. Um dieses besondere Open-Air Gefühl zu erhalten, bittet die Stadt um Spenden: Bei Gefallen können Besucher einen Betrag ihrer Wahl per PayPal spenden. Entsprechende QR-Codes waren an den Eingängen zu finden.

Aber das Beste: Es geht weiter mit den Open Airs am Blauen Auge. Am kommenden Samstag, 28. Juni, gastiert wieder die Band „Munique“ in Seesen. Die Coverband spielte bereits im vergangenen Jahr in der Sehusastadt vorm Amtsgericht und begeisterte mit ihrem Sound die Besucher. Und für 2026 sind ebenfalls neue Open-Air-Konzerte in Planung.

Die Landjugend lädt ein

Ebenso großer Andrang wie in Seesen herrschte in Bredelem bei der Nordharzfete der Landjugend. Alles war vorbereitet für einen noch größeren Ansturm als in den Vorjahren, denn die Landjugend hatte diesmal noch mehr Fläche der landwirtschaftlichen Halle zur Verfügung.

Und so verwundert es nicht, dass Johanna-Luise Sander, Vorsitzende der Landjugend Nordharz, am Sonntag einen Besucherrekord vermeldete. „Wir zählten 2200 Gäste“, berichtete sie sehr zufrieden am Tag nach dem Großereignis, als die Abbauarbeiten noch liefen. Im vergangenen Jahr waren 1800 Partygänger nach Bredelem geströmt.

Auch vor der landwirtschaftlichen Halle bei Bredelem, die zur Veranstaltungslocation umfunktioniert ist, herrscht Trubel.

Auch vor der landwirtschaftlichen Halle bei Bredelem, die zur Veranstaltungslocation umfunktioniert ist, herrscht Trubel. Foto: Privat

„Die Fete war wieder ein voller Erfolg“, bilanzierte sie. Und weil drinnen auch mehr Platz zur Verfügung stand, herrschte trotz gestiegener Besucherzahl auch angenehme Atmosphäre. „Es war entspannt, sich Getränke zu holen und auch für Paartanz war genügend Platz“, so die Vorsitzende der Nordharzer Landjugend. Und wegen des größeren Platzangebots hatten die Veranstalter auch ein Hallentor mehr zur Verfügung. Das stand offen, es sorgte für eine größere Frischluftzufuhr, sodass drinnen die Luft auch nicht zu stickig werden konnte. Erst recht, nachdem es sich am Abend auch schnell abgekühlt hatte.

Zufriedenheit in Bredelem auch auf anderen Ebenen: Sie habe ausschließlich positive Rückmeldungen der anderen Beteiligten erhalten. Und vor allem sei alles auch sehr ruhig verlaufen: „Die von uns engagierte Security sagte uns, dass sie noch nie eine so ruhig verlaufende Veranstaltung dieser Größenordnung hatte“, freuten sich die Organisatoren. Auch das DRK, das diese Fete begleitete, hätte diesen Eindruck bestätigt. Zufriedene Gesichter auch bei der Feuerwehr Bredelem, die wie immer für das Essensangebot gesorgt hatte.

Neuer Besucherrekord: 2200 Gäste zählen die Veranstalter von der Landjugend Nordharz auf ihrer Fete in Bredelem.

Neuer Besucherrekord: 2200 Gäste zählen die Veranstalter von der Landjugend Nordharz auf ihrer Fete in Bredelem. Foto: Privat

Einer Neuauflage im kommenden Jahr steht also nichts im Wege – nur ein genauer Termin ist noch nicht fix. „Immer am zweiten oder dritten Juni-Wochenende – aber auf jeden Fall vor der Ernte“, sagte Johanna-Luise Sander.

Ein Fest der Musik

Die „Fête de la Musique“ hat jetzt auch das Harzvorland gepackt. Nach der Premiere im vergangenen Jahr lud der Verein „Wir für Bad Gandersheim“ zur zweiten Auflage des „Festes der Musik“. Das Prinzip ist ganz einfach: Künstler aus dem Bereich Musik treten im öffentlichen Raum kostenlos auf – in der Roswithastadt an den Osterbergseen, dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau. Sie steigt jedes Jahr am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang, statt. Die Fête de la Musique wird in vielen Ländern gefeiert. Die Veranstaltung startete 1982 mit einem Straßenfest in Paris und gilt inzwischen als das größte Musikfest der Welt. In Bad Gandersheim wanderten die Besuchergruppen rund um die Osterbergseen zu den sechs Auftrittsorten – meist mit einem Zeitplan in der Hand, um nicht den Auftritt des von ihnen ausgewählten Künstlers zu verpassen.

Auftritt mit Fontäne im Hintergrund: Die Singer-Songwriterin Janin Rabe gehört zu den Interpreten des Musikfestes an den Osterbergseen.

Auftritt mit Fontäne im Hintergrund: Die Singer-Songwriterin Janin Rabe gehört zu den Interpreten des Musikfestes an den Osterbergseen. Foto: Gereke

Der Verein Wir für Bad Gandersheim gründete sich 2024 und ist das Ergebnis der Verschmelzung des Kur- und Verkehrsvereins Bad Gandersheim am Harz und des Fördervereins Landesgartenschau. Ziel des Vereins ist es, Bad Gandersheim und die dazugehörigen Dörfer nachhaltig zu stärken. Die Vereinsmitglieder wollen das Miteinander der Menschen fördern und die Gemeinschaft beleben. Die Fête de la Musique ist dabei eine Antwort auf die Frage, wie das ehemalige Laga-Gelände weiter mit Leben erfüllt werden kann.

Mittsommer in Hahausen

Was andere Dörfer können, das können wir auch: Das war die Grundüberlegung für die Hahäuser Mittsommerparty. Karina und Bernd Ahrens hatten via Dorffunk-App einen Aufruf gestartet – und aus der Dorfgemeinschaft fanden sich 25 Mitstreiter zusammen, die gemeinsam planten und auf die Beine stellten. Das Ergebnis war ab Samstagnachmittag zu genießen: Für Musik sorgte zunächst die Band Open Minds, am Abend legte ein DJ nach. Aus der Feuerwehrhalle auf dem Hof des Dorfgemeinschaftshauses wummerte die Musik. Für Kinder gab es ein Programm – und für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Natürlich mussten die Hahäuser für die Party erst einmal in finanzielle Vorleistung treten: Musiker, Technik, Gebühren, Essen – dafür musste Geld vorgestreckt werden.

Eigentlich soll das Mittsommernachtsfest in Hahausen auch Abbauparty für die Feuerwehrhalle am DGH sein. Aber so weit ist es noch nicht: Sie muss länger stehenbleiben.

Eigentlich soll das Mittsommernachtsfest in Hahausen auch Abbauparty für die Feuerwehrhalle am DGH sein. Aber so weit ist es noch nicht: Sie muss länger stehen bleiben. Foto: Gereke

Die Hahäuser Vereine gaben grünes Licht dafür, einen Betrag aus der Gemeinschaftskasse zu nehmen. Den galt es am Samstag erst einmal wieder zu erwirtschaften, so Bernd Ahrens, der der „Dorflotse“ für die App ist, also quasi einen Blick auf die Inhalte hat. „Der Gesamterlös kommt dann den Kinderhospizen Löwenherz und Sternenkinder zugute“, erklärte das Ehepaar Ahrens.

Eigentlich sollte das Hahäuser Mittsommerfest auch gleichzeitig die Abbauparty für die Feuerwehrhalle werden, in der die Einsatzfahrzeuge der Ortsfeuerwehr so lange untergebracht sind, bis sie in die Garagen des neuen Feuerwehrgerätehauses umziehen können. Doch die Arbeiten zur Fertigstellung des Neubaus werden länger dauern als einstmals geplant. Und damit wird auch die Halle länger stehen müssen als vorgesehen. Ursprünglich sollte sie Ende Juni demontiert werden. Jetzt ist klar: Sie wird nicht nur bis Ende Juli, sondern sogar bis Ende August benötigt, hatte Langelsheims Bauamtsleiter Sven Ladwig auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses informiert.

Ein Grund für die Terminverzögerungen: Eine beauftragte Firma habe beispielsweise die Stadt hängen lassen, so Ladwig. Ersatz sei beauftragt – aber: „Die Baustelle steht nicht still“, betonte er. Die Fertigstellung soll nun aber nicht mehr im dritten, sondern erst im vierten Quartal erfolgen.

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