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Hautpilz stammt ursprünglich aus Asien

GZ Plus IconAmphibiensterben: Ausbreitung der Salamanderpest droht auch im Harz

Mehrere Personen arbeiten an einer Landesstraße.

Bei herrlichem Frühlingswetter beginnt die Arbeit der Amphibienschützer. Foto: Leifeld

Viele Tierschützer sind in der Amphibienrettung aktiv. Doch für die Tiere bedeutet nicht nur der Straßenverkehr eine Gefahr. Was hat es mit der Salamander-Pest auf sich?

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Von Andrea Leifeld
Sonntag, 22.03.2026, 04:00 Uhr

Nordharz. Drohen Kröten & Co. eine neue Gefahr? Ungezählte Helfer sind in diesen Märztagen vielerorts unterwegs, um Frösche, Kröten und Molche – kurz gesagt heimische Amphibien – vor dem Tod im Straßenverkehr zu bewahren. Mehrheitlich werden die Tiere mit knöchelhohen Plastikzäunen am Betreten der Fahrbahn gehindert. Sie werden frühmorgens oder spätabends in Eimern gesammelt und sicher über die Fahrbahn getragen. Eine wichtige Aufgabe für den heimischen Tier- und Umweltschutz, der Helfer in selbstorganisierten Sammelgruppen landkreisweit vereint und auch bei Fachgesprächen und Austausch an Stammtischen zusammenführt – so wie jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr, wenn Mitglieder und Freunde der Nabu Ortsgruppe „Langelsheim und Umgebung“ an der Schäderbaude bei Wolfshagen zusammenkommen.

Unter dem Vorsitz von Wolfgang Moldehn und der Nabu Kreisvorsitzenden Annett Jerke rückte dort erstmals die drohende Gefahr der sogenannten Salamander-Pest ins Visier der Tierretter. Was hat es damit auf sich? Droht den soeben geretteten Tieren, jenseits des Straßenverkehrs, eine neue, tödliche Gefahr? Die Goslarsche Zeitung fragte bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) nach:

Keine Gefahr für Menschen

„Der Erreger der Salamanderpest (Bsal), ist ein pathogener Hautpilz, der ursprünglich nur in Asien verbreitet war. Er verursacht bereits seit mehreren Jahren ein Amphibiensterben in Europa“, so Landkreis-Pressesprecherin Marieke Düber. Betroffen seien alle Schwanzlurche, aber insbesondere der Feuersalamander ist von einer sehr hohen Sterberate betroffen. Auch andere Schwanzlurcharten wie der Kammmolch oder der Teichmolch können den Erreger tragen und verbreiten, erkranken selbst aber nicht in gleichem Maß. Für den Menschen stellt der Erreger keine Gefahr dar.

Ein Feuersalamander

Die Feuersalamander sind stark betroffen. Foto: Nabu / Peter Leimbach

Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es bislang noch keine Fälle von Bsal im Landkreis Goslar, wohl aber schon im Landkreis Göttingen. Infizierte Tiere zeigen oft Symptome wie Abgeschlagenheit, untypisches Verhalten (tagaktiv), Hautverfärbungen und/oder kraterförmige Hautläsionen und -geschwüre. Für Laien ist eine Erkrankung oft nicht einfach zu erkennen, beschreibt die Pressesprecherin weiter. Eine Anzeige- oder Meldepflicht von erkrankten Tieren besteht aktuell noch nicht.

Wie sollen sich Amphibienretter, aber auch Waldbesucher und Wanderer verhalten? „Der Feuersalamander gehört zu den besonders geschützten Arten und sollte daher ohnehin nicht berührt oder gefangen werden“, erklärt sie. Dies gälte einmal mehr, wenn es nun um die mögliche Verbreitung von Infektionen geht.

Im Gegensatz zu anderen Schwanzlurch-Arten spiele der Feuersalamander bei den Amphibienwanderungen keine Rolle, da er zur Paarung keine Teiche oder Tümpel aufsucht und die Paarungszeit der Feuersalamander von April bis September dauert“, so Düber weiter.

Die notwendigen Hygienemaßnahmen für die einzelnen Amphibiensammler, um die Verbreitung des Bsal-Pilzes zu verhindern, wären zudem sehr aufwändig und von den Sammelgruppen nur schwer einzuhalten. Für sammelnden Personen bedeutet der Pilz aber keine Gefährdung. Auch aus diesen Gründen sei bislang noch keine Information an die verschiedenen Amphibiensammelgruppen erfolgt.

In Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen könne sich dies in der Zukunft aber ändern, so die Pressesprecherin.

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