Zähl Pixel
Unwetter an Ostertradition

GZ Plus IconBad Harzburg feiert an den Feuern und unter dunklen Regenwolken

Weit mehr als 1000 Menschen kommen zum Osterfeuer am Weißen Stein.

Weit mehr als 1000 Menschen kommen zum Osterfeuer am Weißen Stein. Foto: Schlegel

Nach einem fast schon sommerlichen Ostersonntag freuten sich die Bad Harzburger auf einen lauen Abend an den Osterfeuern. Doch dann rollte eine Unwetterwand heran. Trotzdem blieb alles halbwegs trocken und vor allen Dingen friedlich.

author
Von Holger Schlegel
Dienstag, 22.04.2025, 04:00 Uhr

Bad Harzburg. Das muss man sich mal vorstellen: Den ganzen Ostersonntag ist Sommer und Sonnenschein, aber ausgerechnet abends, als die Osterfeuer in der Stadt angezündet werden sollen, walzt sich eine Regenwand aus Süden heran. Bereit, pünktlich um 20 Uhr loszulegen. So jedenfalls die Prognosen. „Man kann halt nicht immer Glück haben“, resignierte da schon Ortsbrandmeister Patrick Maibaum, dessen Feuerwehr Bündheim/Schlewecke das traditionell größte Feuer am Weißen Sein entfachen wollte. Und es auch konnte. Denn der Regen hielt sich zumindest in Bad Harzburg in Grenzen. Man kann halt doch auch mal Glück haben.

Drei Osterfeuerveranstaltungen gab es am Sonntag in Bad Harzburg: Die Westeröder und Bettingeröder versammelten sich traditionell an der ehemaligen Badeanstalt, wo sie eigentlich ganz gerne unter sich bleiben. Aber da die beiden Dörfer so klein auch nicht sind, war ordentlich was los.

Auch an der Feuerschale kann es heiß werden: Jens Göttling gibt den Startschuss für den Osterabend beim SC18 Harlingerode.

Auch an der Feuerschale kann es heiß werden: Jens Göttling gibt den Startschuss für den Osterabend beim SC18 Harlingerode. Foto: Schlegel

In Harlingerode war es der Sportverein SC18, der zum geselligen Abend an der Feuertonne eingeladen hatte. Das ist dann da immer sehr gemütlich und in erster Linie sind es auch „nur“ die Dorfbewohner, die sich versammeln.

Derweil zogen die Heerscharen aus allen Himmelsrichtungen nach Bündheim zum Weißen Stein. Problem in diesem Jahr: die Baustelle auf der Straße An der Rennbahn. Die machte die Anreise nicht gar so einfach. Aber in der Regel kommt man zu einem Osterfeuer ja eigentlich auch ganz gerne zu Fuß. Wer weiß, wie der Abend so verläuft.

Viel Arbeit für die Feuerwehr

Er verlief erst einmal so, wie man das aus Bündheim kennt. Feuerwehr und Förderverein hatten ihre Versorgungsstände aufgebaut, eine mächtige Bratwurstbude, einen Stand mit Fischbrötchen und anderen Spezialitäten und einen Getränkestand, der allerdings ein wenig klein dimensioniert war. Durstige mussten Geduld mitbringen, oder aber eigene Getränke. Was allerdings nicht wirklich gerne gesehen wird, denn die Feuerwehr freut sich über jeden Euro in der Kasse. Immerhin ist das der Lohn für die viele Arbeit im Vorfeld, am Abend und auch noch beim Aufräumen am Ostermontag.

Blasmusik zum Auftakt hat in Bündheim am Weißen Stein Tradition.

Blasmusik zum Auftakt hat in Bündheim am Weißen Stein Tradition. Foto: Schlegel

Ebenfalls Tradition hat die Blasmusik, die auch in diesem Jahr zu Beginn der Veranstaltung die Menschen am Weißen Stein begrüßte. Währenddessen reihte sich schon die Jugendfeuerwehr auf, bereit, den großen Reisighaufen zu entzünden. Und dann begann die Zitterpartie. Aus Südwesten rollte die dunkle Regenwand heran. Erste Meldungen trudelten ein, wo im westlicheren Harz bereits die Welt untergeht. Sollte das Osterfeuer etwas ins Wasser fallen? Das hatte es lange nicht gegeben. Mittlerweile waren aber auch schon jede Menge Besucher da, womöglich nicht so viele wie sonst, aber weit mehr als 1000 sollten es gewesen sein.
Antreten zum Feuerfassen: Der Nachwuchs entzündet die Fackeln und anschließend den Reisighaufen.

Antreten zum Feuerfassen: Der Nachwuchs entzündet die Fackeln und anschließend den Reisighaufen. Foto: Schlegel

Kurz nach 20 Uhr ging es los, der Osterfeuerhaufen wurde angesteckt. Von heftigen Regengüssen aktuell noch keine Spur – und das sollte zum Glück auch so bleiben. Das Gehölz war dermaßen trocken, dass das Feuer binnen Sekunden in die Höhe schoss, eine unglaubliche Hitze breitete sich aus und die Menschen drängten in sichere Entfernung.

Doch ein paar Regentropfen

Aber, auch wenn es kein Unwetter wurde, ganz trocken blieben die Veranstaltungen am Ende doch nicht. Nach gut einer dreiviertel Stunde Feuer begann es zu tröpfeln und die ersten Gäste zogen von dannen. Aber unterm Strich hat wieder alles funktioniert. Die Stimmung war gut, die Lage blieb friedlich. Im Gegensatz zu anderen Orten hatte die Polizei aus Bad Harzburg kein Ungemach zu melden.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region

Weitere Themen