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Jahresrückblick Schladen-Werla

GZ Plus Icon20 Millionen Euro für die Zuckerfabrik

Das Foto zeigt Bauarbeiter, die das Betonfundament für den neuen Extraktionsturm im Schladener Nordzucker-Werk gießen.

Im September kommt der Beton für das Fundament des neuen Extraktionsturms – im Hintergrund der alte. Foto: Gereke

Zur Standortsicherung will Nordzucker in das Schladener Werk rund 20 Millionen Euro für einen neuen Extraktionsturm investieren.

Sonntag, 04.01.2026, 11:00 Uhr

In Schladen läuft die erste Kampagne nach dem großen Knall. Der beschreibt den Zeitpunkt, als es 2024 im Extraktionsturm zu einem Schaden kam, der die Zuckerfabrik wochenlang lahmlegte. Was damals im Werk passierte, bewegte viele Menschen – nicht nur Schladener. Es ist aber auch der Anlass für eine millionenschwere Investition in das Nordzucker-Werk: Die Zuckerfabrik bekommt einen neuen Extraktionsturm.

Im vergangenen Jahr war die Dampfsäule, das Wahrzeichen des Werks während der Kampagne, wochenlang nicht zu sehen. Es war die Folge des Schadens im Extraktionsturm. „Es war nicht nur ein Einschlag im Turm, es war für Sie als Schladener auch ein emotionaler Einschlag, als plötzlich die Zuckerfabrik nicht mehr lief“, sagt Werkleiter Ulrich Overwin bei einem Informationsabend.

„Wollen in Turm hineinhören“

Dem Extraktionsturm gilt bei der Instandsetzung zwischen den Kampagnen wegen der Vorgeschichte ein Hauptaugenmerk. Um künftig schneller in einem Schadensfall reagieren zu können, wird das Bauteil noch mit Sensoren ausgestattet. „Wir wollen in den Turm hineinhören können“, erklärt Overwin.

Es soll aber die letzte Kampagne für den alten Extraktionsturm sein, die Bauarbeiten für den Nachfolger laufen. Rund 20 Millionen Euro investiert Nordzucker mit dem Neubau in den Standort Schladen. Der entsteht direkt neben dem alten Bauwerk. Erfolgt ist bereits die Anpassung des Kanalsystems. Im September kommt der Beton fürs Fundament: Hunderte Kubikmeter fließen in die Grube mit dem Baustahl. Angesichts der zusätzlichen Transporte ins Werk – bis zu 600 Lkw steuern während der Kampagne Schladen ohnehin binnen 24 Stunden außer sonntags an – bittet Overwin um Verständnis. „Wir sichern den Standort Schladen, wir sichern Arbeitsplätze.“

Im August 2026 soll der neue Turm stehen

Während der weiteren Kampagne ruhen die Bauarbeiten, um direkt im Anschluss wieder loszulegen, damit zum Start der Kampagne 2026 der Turm in Betrieb gehen kann.

Um ausreichend Zeit zu haben, soll die diesjährige Kampagne in Schladen bereits Mitte Januar enden. Im Anschluss beginnt die Montage des Turms, die Fertigstellung ist für August 2026 geplant. Die alte Anlage hatte einen Durchmesser von neuneinhalb Metern, der neue Turm wird auf zwölf Meter im Durchmesser kommen. Die Höhe wird bei beiden etwa 21 Meter betragen.

Energie effizienter einsetzen

Wegen des größeren Durchmessers wird der neue Turm eine höhere Tonnageleistung haben, er wird effizienter sein, erklärt Overwin. Dadurch wird nicht die Verarbeitungsleistung der Fabrik insgesamt steigen, aber „der Energieverbrauch pro erzeugter Menge sinkt“. Ein Extraktionsturm dient der Saftgewinnung. In ihm strömt heißes Wasser über die Rübenschnitzel, um deren Zellwände zu öffnen, damit die in den Schnitzeln enthaltenen Zuckermoleküle ins Wasser gelangen.

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