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Die Mistel

GZ Plus IconMystischer Sympathieträger – aber im Obstgarten unbeliebt

Mistel am Ast

Junge Misteln lassen sich im Baum nicht sofort erkennen. Foto: Christine Scherer/privat

Eine optische Inspektion der Gartenbäume ist im Winter möglich und sinnvoll. Was gibt es beim Entdecken einer Mistel zu beachten?

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Von Andrea Leifeld
Sonntag, 25.01.2026, 17:00 Uhr

In den Wintermonaten, wenn die Bäume kein Laub tragen, bietet sich für jeden Gartenfreund der uneingeschränkte Blick auf seine (Obst-)Bäume. Es ist quasi die perfekte Zeit für eine Inspektion und nicht alles, was der Baumfreund dann entdeckt, ist erfreulich.

Hoch oben in den Bäumen sitzend, fallen die grünen kugeligen Gebilde im Sommer kaum auf. Es ist die Mistel. Ihre markanten, grünen Zweige mit den weißen Beeren schmücken in der Advents- und Weihnachtszeit Türeingänge und Gestecke.

Sie gilt als Heilpflanze, soll Böses fernhalten und Glück bescheren. Im Volksmund ist sie ein mystischer Sympathieträger und daher beliebt, aber auf den Bäumen im eigenen Garten ist sie ein durchweg ungebetener Gast und kann gar zum Problemfall werden, denn Misteln sind sogenannte Halbschmarotzer. Zum einen setzen sie sich mit Saugorganen (Haustorien) am Gehölz fest und nehmen so Wasser und gelöste Nährsalze von der Wirtspflanze auf. Zum anderen betreibt die wurzellose Mistel mit ihren grünen Blättern selbstständig Fotosynthese und bleibt von ihrem Wirt unabhängig.

Die häufigste Mistel ist die Laubholz-Mistel oder auch Weißbeerige Mistel (Viscum album), die als einzige rein weiße Beeren besitzt. Sie wächst auf Obstbäumen (vor allem Apfel und Birne), aber auch auf Weide, Pappel, Weißdorn, Hasel, Robinie, Birke, Hainbuche, Linde und Ahorn.

Mistel

Misteln sind besonders zum Jahreswechsel sehr beliebt. Über der Haustür hängend bringen sie Glück und vertreiben das Böse. Foto: Christine Scherer, LWG

Vögel fressen ihre Beeren sehr gern und sorgen so für ihre Verbreitung. Eine Mistel bleibt das erste Jahr meist unbeachtet am und im Baum. Erst nach einem oder zwei weiteren Jahren bricht die Mistel, bildet jedes Jahr nur eine Verzweigung mit einem Blattpaar.

In der Regel kommt ein gesunder und wüchsiger Baum gut mit dem Befall von einzelnen Misteln zurecht.

Bei stärkerem Befall werden jedoch die Äste brüchig und schließlich sterben die Bäume ab. Ebenso kann der Ertrag bei Obstbäumen sinken und schließlich ausbleiben. Auffallend ist die Verbreitung der Mistel auf vernachlässigten Obstbäumen und in wenig gepflegten Streuobstwiesen.

Dort gilt es, der Baumpflege deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Weil die Mistel sehr langsam wächst hilft auch schon das regelmäßige Wegschneiden und Abbrechen der Mistelteile beim Baumschnitt, um die Verbreitung und Vermehrung einzubremsen.

Um jedoch eine Mistel nachhaltig zu entfernen, müssen größere Schnittmaßnahmen ins gesunde Holz durchgeführt oder befallene Äste komplett abgeschnitten werden.

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