„Kaiserpfalz Open Air“ in Goslar: Tausende Fans sind begeistert
Frontmann René Anlauff steht in Theatralik, Gestik, Stimme und Show dem Original Till Lindemann in nichts nach. Foto: Eichler
Rock, Schlager und sinfonische Klänge begeistern vor historischer Kulisse und machen die „Kaiserpfalz Open Airs“ zum stimmungsvollen Höhepunkt 2025.
Die „Kaiserpfalz Open Airs“ 2025 schreiben an drei Abenden ein ebenso kraftvolles wie vielfältiges Kapitel in der Goslarer Veranstaltungsgeschichte. Vor der historischen Kulisse der Kaiserpfalz treffen vom 15. bis 17. August harte Gitarren, moderner Schlager und symphonischer Rock aufeinander – und finden jeweils ihr begeistertes Publikum.
Den Auftakt macht am Freitagabend Völkerball. Punkt 20.30 Uhr fällt der Vorhang mit einem lauten Knall, Feuer und Nebel schießen in den Himmel, und schon mit den ersten Takten ist klar: Dieses Konzert wird nichts für Zaghafte. Mehr als 3000 Fans drängen sich auf der Pfalzwiese, als die Rammstein-Tribute-Band um Frontmann René Anlauff loslegt.
Ein Anlauff überzeugt
In der Rolle des Till Lindemann geht Anlauff völlig auf – mit schwerem Gang, reduzierter Gestik und der markanten, tiefen Stimme, die den Klassikern der Originale bedrohliche Wucht verleiht. Über zwei Stunden lang liefern Völkerball eine Show aus Flammenwerfern, Funken, martialischen Requisiten und Publikumsnähe. Anlauff verlässt immer wieder die Bühne, mischt sich unters Volk, schüttelt Hände, singt mitten in der Menge. Die Pfalzwiese wird zum brodelnden Meer aus schwarzen Shirts, Mitsingchören und leuchtenden Augen. Polizei und DRK melden einen ruhigen, störungsfreien Abend – trotz aller Pyrotechnik.
Remmidemmi am Samstag
Am Samstag schlägt die Stimmung eine andere, aber nicht minder intensive Richtung ein. Ben Zucker zieht nicht klassisch hinter der Bühne auf, sondern bahnt sich singend, Selfies machend und Hände schüttelnd seinen Weg durch das Publikum. Mehr als 3200 Besucher sind sofort da. Zucker gibt von Beginn an Vollgas, fordert „Remmidemmi“ und bekommt es. Die Wiese singt textsicher mit, tanzt, jubelt – vom Kind bis zur Seniorin. Zwischen energiegeladenen Hits zeigt sich Zucker auch leise, setzt sich für Balladen, sucht den Dialog mit den Fans und punktet mit Selbstironie. Unterstützt wird er von Dari, der als Vorprogramm mit viel Charme und Humor für beste Einstimmung sorgt. Auch dieser Abend verläuft friedlich, das DRK verzeichnet nur wenige Einsätze. Den Schlusspunkt setzt am Sonntag ein Experiment – und es gelingt. Philharmonic Rock trifft auf die Klassische Philharmonie Nordwest. Stühle auf der Wiese, eine Rockband und 27 Orchestermusiker auf der Bühne: 1001 verkaufte Karten sorgen für eine nahezu perfekte Punktlandung. Sänger Jens Wördemann erweist sich als Entertainer, Moderator und Publikumsliebling zugleich. Klassische Rockhits, deutsche Songs und orchestrale Klangfülle verbinden sich zu einem zweistündigen Konzert, bei dem Mitsingen und Mitwippen ausdrücklich erwünscht sind – auch im Sitzen. Spätestens bei „Hey Jude“ und „Rockin‘ all over the world“ hält es kaum noch jemanden auf dem Platz.
Eine Fortsetzung folgt
Drei Abende, drei musikalische Welten, Tausende Besucher und eine beeindruckende Kulisse: Die „Kaiserpfalz Open Airs“ 2025 zeigen, wie vielseitig und lebendig Goslar als Konzertstadt ist – laut, emotional und gemeinschaftlich und das Beste zum Schluss: Auch 2026 wird es wieder drei Konzerte geben. Allerdings nicht vor der historischen Kulisse der Kaiserpfalz, dort wird nämlich aller Voraussicht nach gebaut, sondern auf dem Osterfeld. „Forced to Mode“, „Santiano“, und der Jazz-Musiker Till Brönner haben ihr Kommen vom 21. bis 23. August fest zugesagt.
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Mit dem Schlauchboot über die Massen schippern, gehört bei Völkerball-Konzerten dazu. Foto: Eichler

Ben Zucker gibt sich in Goslar volksnah. Foto: Epping