Rammelsberg: Glückauf-Konzerte lassen die Schlosserei neu aufleben
Mit Joachim Witt erlebt die Reihe der Glückauf-Konzerte einen würdigen und mitreißenden Auftakt. Foto: Eichler
Vier Abende mit Pop, Rock und Liedkunst bieten im November tolle Momente in außergewöhnlicher Industriekulisse und begeistern Hunderte Gäste.
Die Premiere der neuen „Glückauf“-Konzertreihe am Weltkulturerbe Rammelsberg hat sich im November als Erfolg erwiesen. Vier Künstler, vier völlig unterschiedliche musikalische Handschriften und ein Ort, dessen Atmosphäre jede Darbietung zu etwas Besonderem macht – so lässt sich die Erstauflage zusammenfassen. Veranstalter Maik Herrmann und Paul Kunze erfüllen sich mit der Wiederbelebung der alten Schlosserei einen lang gehegten Wunsch: Musik inmitten der historischen Industriekulisse, die noch immer die fast tausendjährige Bergbaugeschichte atmet.
Joachim Witt macht den Auftakt
Den Auftakt macht Joachim Witt, der die Schlosserei nach zweijähriger Pause wieder „wachküsst“. Rund 500 Besucher erleben einen vielseitigen Künstler, der zwischen NDW-Klassikern, rockigen Rübezahl-Songs und ruhigen Momenten wechselt. Schon der Beginn mit einem Streicher-Opener – dargeboten von Roxana Blaga und ihrem Sohn – zeigt, dass die Konzertreihe bewusst besondere Momente schaffen möchte.
„Glückauf“-Konzerte
Premiere mit Joachim Witt am Rammelsberg
Witt nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch Jahrzehnte Musikgeschichte, sorgt mit Humor für Nähe und beweist trotz eines kurzen medizinischen Zwischenfalls im Zuschauerraum große Souveränität. Mit einer gefeierten Zugabe des „Goldenen Reiters“ endet ein kraftvoller Eröffnungsabend.
Heinz Rudolf Kunze zwischen Politik und Poesie
Tags darauf folgt ein ganz anderer Ton: Heinz Rudolf Kunze verwandelt die Schlosserei in ein Wohnzimmer mit 400 Gästen. Das einzige bestuhlte Konzert der Reihe erweist sich als kluge Wahl, denn Kunze präsentiert ein intensives Solo-Programm, geprägt von Sprachkunst, politischer Reflexion und stiller Poesie.
Glückauf-Konzerte am Rammelsberg
Laith Al-Deen verzaubert – „Oomph!“ lässt Goslar erzittern
Zwischen Gitarre, Piano, Kabarett und Gedankenspielen spannt er einen Bogen von Weltsorgen bis zu Liebesliedern – stets pointiert, oft humorvoll, immer authentisch. Für viele Besucher wird dieser Abend zu einem der emotional dichtesten der Reihe.
Energiereicher Popabend mit Laith Al-Deen
Mit Laith Al-Deen folgt dann ein Popabend voller Gefühl und Energie. Rund 600 Besucher am Rammelsberg lassen sich auf eine musikalische Reise durch die Karriere des Sängers mitnehmen, der trotz angeschlagener Stimme „den Virusmann“ kurzerhand ignoriert.
Ausverkauftes Konzert am Rammelsberg
Heinz Rudolf Kunze präsentiert in Goslar ein intensives Solo

Oomph! bilden den Abschluss bei der neuen Konzertreihe am Rammelsberg. Foto: Eichler
„Der Schulz“ lässt es richtig krachen
Den Abschluss setzen Oomph!-Frontmann „Der Schulz“ und seine Band – laut, hart und energiegeladen. „Lasst uns den Rammelsberg zum Beben bringen“, fordert der Sänger, und die rund 550 Besucher folgen begeistert. Mit Fellmänteln, wuchtigen Gitarren und kompromissloser Bühnenpräsenz zeigt die Band, wie vielseitig die Schlosserei als Konzertort sein kann. Die Mischung aus Herzschmerz, dunklen Themen und purer Live-Wucht setzt einen finalen Akzent, der die Breite der Reihe eindrucksvoll abrundet.
Am Ende zeigen sich die Veranstalter hochzufrieden: Der Künstler-Mix hat funktioniert, die Resonanz ist stark gewesen, die besondere Atmosphäre des Rammelsbergs habe jeden Abend geprägt. Eine Fortsetzung sei daher fest geplant. Die Glückauf-Konzerte 2025 haben eindrucksvoll bewiesen, dass der Rammelsberg nicht nur ein Ort der Geschichte ist, sondern auch ein Ort lebendiger Kultur – und einer Konzertreihe mit Zukunft.
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