Hohegeißer Wehr mit weniger Einsätzen aber stärkerer Belastung
Bei diesem Verkehrsunfall am 8. April vergangenen Jahres auf der Stahlhaistraße sind die Hohegeißer als erstes vor Ort und befreien den 81-jährigen Fahrer aus seinem Wagen. Foto: Eggers
Bei vielen Einsätzen sind die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute aus Hohegeiß direkt vor Ort – manchmal sogar als erstes. Jetzt sprach der Hohegeißer Ortsbrandmeister Frank Lindemann von einem Einsatz, der die Wehr lange beschäftigte.
Hohegeiß. Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Hohegeiß ist zwar 2024 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, wie Ortsbrandmeister Frank Lindemann am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung in der Schützenklause berichtete, ein Unfall allerdings beschäftigte die Einsatzkräfte auch im Nachhinein noch stark.
Ein 60-jähriger Motorradfahrer aus dem Landkreis Nienburg war am 14. September bei einem Verkehrsunfall auf der B4 zwischen Rothesütte und Hohegeiß ums Leben gekommen. Der Unfall muss sich gegen 15 Uhr ereignet haben, der Mann muss – so die spätere Rekonstruktion – mit einem Hirsch zusammengestoßen sein. Dabei muss sowohl der Motorradfahrer als auch das Tier in den Straßengraben geschleudert worden sein.
Die Feuerwehrleute waren gegen 21 Uhr zum Ausleuchten dazugerufen worden, wie Lindemann berichtete. Sie leuchteten den Graben über eine Länge von 300 Metern aus. Mit im Einsatz war auch die Bergwacht aus Clausthal-Zellerfeld und die Unfallermittler der Polizei, berichtete er weiter.
„Uns ist dann gesagt worden, leuchtet mal da, da liegt das Tier, und leuchtet mal da, da liegt der Verunfallte“, berichtete Frank Lindemann. Der Anblick des toten Motorradfahrers und des toten Hirschs habe die Einsatzkräfte mitgenommen. Wie der Ortsbrandmeister weiter berichtete, sei auf der Straße nichts zu sehen gewesen, keine Bremsspur und auch kein Öl.
Nicht selbstverständlich
Bürgermeister Wolfgang Langer dankte den Hohegeißer Feuerwehrleuten für ihre Einsatzbereitschaft. „Anhand solcher Einsätze wird deutlich, welche Last Sie auf sich nehmen“, sagte er. So etwas sei emotional sehr belastend. Weiter hob der Verwaltungschef hervor, dass die Feuerwehrleute sich an der modularen Ausbildung beteiligen. An vier Samstagen im Jahr werden die Einsatzkräfte fortgebildet. „Das ist keineswegs selbstverständlich, dass Sie sich so für die Feuerwehr engagieren“, meinte er und erklärte, dass die Ausbildung auf Stadtebene für alle drei Ortswehren angeboten werde.

Stadtbrandmeister Hans Ervenich (l.), Ortsbrandmeister Frank Lindemann (r.) und sein Stellvertreter Frank Röhnelt befördern Jamie Meißner (Mitte) zum Oberfeuerwehrmann und Robin Hintze zum Feuerwehrmann. Foto: Eggers
Der Fuhrpark der Hohegeißer Wehr umfasst neben dem 30 Jahre alten TLF 16/25, das durch das bestellte TLF 3000 abgelöst werden soll, auch ein fünf Jahre altes Hilfeleistungslöschfahrzeug und einen 13 Jahre alten Mannschaftstransportwagen.
Weiter berichtete der Ortsbrandmeister, dass die Hohegeißer Wehr 2024 insgesamt 37 Einsätze hatte. Dies seien 16 weniger als 2023. 17 Mal schlugen die Brandmeldeanlagen an, es gab 16 sogenannte technische Hilfeleistungen, wozu auch der Einsatz im September gehört, und vier Brände. Am 8. April befreite die Wehr gegen 14.45 Uhr einen 80-Jährigen aus dem Fahrzeugwrack, der sich bei einem Verkehrsunfall auf der Stahlhaistraße mit seinem Geländewagen überschlagen hatte.
Kinder die Angst nehmen
Ein ganz anderer Einsatz war die Branderziehung am 17. September im Kindergarten Mullewapp in Hohegeiß. „Wir wollten damit auch den kleinen Mädchen und Jungen die Angst vor der Feuerwehr nehmen. Doch es gibt auch ältere Kinder, die schon in der Wehr mitarbeiten. Wie Jugendwart Steve Behrens mitteilte, habe die Jugendfeuerwehr mittlerweile noch vier Mädchen und drei Jungen. Im vergangenen Jahr waren es noch elf Mitglieder. Die Jugendlichen waren aber aktiv, unter anderen unternahmen sie Zeltlager in Thale und bei der Partnerwehr in Heikendorf, zusammen mit Jugendlichen aus Braunlage und St. Andreasberg.

Die Feuerwehr zeichnet Uschi Poley, Bernd Bartel, Regina Heinze und Bettina Erdmenger (von links) für ihre tatkräftige Hilfe aus, die weit über das normale Maß hinausgeht. Foto: Eggers
Stadtbrandmeister Hans Ervenich freute sich, dass die Hohegeißer Feuerwehr mittlerweile problemlos auch tagsüber einsatzbereit sei. „Das war ja nicht immer so“, meinte er. Vor einigen Jahren habe es einige Engpässe gegeben. Ervenich erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass sich bereits Feuerwehren im Landkreis Goslar aufgelöst hätten.