Millionenprojekt: Erster Spatenstich für Gieldes Feuerwehr-Neubau
Historischer Moment in Gielde: Beim symbolischen ersten Spatenstich lassen Vertreter von Feuerwehr, Verwaltung, aus Politik und der Architekt den Mutterboden fliegen. Foto: Gereke
Nach jahrelanger Diskussion und Planung stand der erste Spatenstich für den Neubau des Gielder Feuerwehrhauses an. Wann es fertig sein soll und was es bieten wird.
Gielde. Großer Moment für das Dorf an der Warne: Nach vielen Jahren der Diskussion und Planung stand am Freitagmittag der symbolische erste Spatenstich für den Neubau des Gielder Feuerwehrhauses an. Das Millionenprojekt entsteht auf der Wiese an der alten Schule, die Fertigstellung ist für Ende Januar 2027 geplant.
Und plötzlich ging alles ganz schnell: Viele Jahre drehte sich die Diskussion um den richtigen Standort fürs neue Feuerwehrgerätehaus, es folgten Monate der Planung – und nun verschickte die Verwaltung die Einladung für den symbolischen ersten Spatenstich nur wenige Stunden vor dem Ereignis heraus. „Als sich die Wetteraussichten für die kommenden Tage änderten und Arbeiten ermöglichten, entschlossen wir uns kurzfristig, loszulegen“, erzählt Architekt Armin Meyer-Herbig am Rande des Festakts. Mitte der Woche rückte die Baufirma mit einem Bagger an – der legte am Donnerstag mit den Erdarbeiten los.
Bagger-Akrobatik auf der Schulwiese: Die Erdarbeiten für den Bau des neuen Gielder Feuerwehrhauses laufen. Foto: Gereke
Zahlreich hatten sich Gielder und Mitglieder der Feuerwehren versammelt, als Schladens-Werlas Bürgermeister Martin Schulze zum Mikrofon griff und von einem Tag für die Geschichtsbücher sprach, der in die Dorfchronik der Ortschaft eingehen wird. Es sei ein „Meilenstein“, auf den viele Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr lange hingearbeitet und gewartet hätten. Für Schulze war das weit mehr als ein symbolischer Akt: „Der erste Spatenstich ist das sichtbare Zeichen dafür, dass ein langer, manchmal steiniger Weg nun in eine neue, zukunftsweisende Phase übergeht und eine Zeichnung zur Realität wird.“
„Investition in Sicherheit und Zukunftsfähigkeit“
Der Neubau sei nicht nur einfach ein Gebäude. „Er ist eine Investition in Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit. Auf rund 760 Quadratmeter Nutzfläche entsteht ein moderner Standort, der den Anforderungen einer zeitgemäßen Feuerwehr gerecht wird.“ In der neuen Fahrzeughalle mit etwa 300 Quadratmetern haben vier Fahrzeuge Platz, sie „schafft damit Raum für Technik und Fahrzeuge, die Leben retten“, so Schulze.
Der Schulungs- und Funktionsbereich umfasst rund 460 Quadratmeter und bietet Platz für Ausbildung, Gemeinschaft und Nachwuchsförderung. Im Außenbereich wird es 21 Stellplätze für die Einsatzkräfte geben.
„Unser Dorf hat Zukunft“
Gielde geht gestärkt aus dem Landeswettbewerb
„Mit Baukosten von rund 2,2 Millionen Euro ist dieses Projekt für einen defizitären Haushalt eine große, aber notwendige Investition“, erklärte Schulze. Umso dankbarer sei die Gemeinde für die finanzielle Unterstützung – vom Land gab es schon vor Jahren eine Bedarfszuweisung für besondere Aufgaben in Höhe von 1,46 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses sei bis Ende Januar 2027 geplant, so der Bürgermeister, der in diesem Zusammenhang den Einsatzkräften und Mitgliedern der Kinder- und Jugendfeuerwehren für ihre Arbeit dankte. Für die Gielder werde das Gebäude ein neues Zuhause im Dienst sein. „Ich danke euch für eure Geduld auf dem Weg bis hierher, für eure Einsatzbereitschaft, eure Leidenschaft und eure Verbundenheit.“

Die Visualisierung an einer Stellwand zeigt, wie das neue Gielder Feuerwehrhaus einmal aussehen wird. Foto: Gereke
Für Schulze war der Moment übrigens sozusagen ein Spatenstich-Hattrick – in drei aufeinander folgenden Monaten jeweils ein Spatenstich für ein Millionenprojekt: im November der für den Neubau am Haus Hagenberg in Hornburg, im Dezember der für den Anbau an die Grundschule zur Ganztagsbetreuung und jetzt im Januar der in Gielde zum Feuerwehr-Neubau.
Schladen-Werlas Gemeindebrandmeister Daniel Zalesinski ließ im Anschluss noch einmal den Weg zu diesem „Meilenstein“ Revue passieren. Erste Überlegungen, dass alte Feuerwehrgerätehaus zu erweitern oder umzubauen habe es bereits vor 15 Jahren gegeben. „2018 saß ich dann beim damaligen Bürgermeister Andreas Memmert im Büro und habe ihm vorgestellt, wie die Feuerwehren der Gemeinde in zehn Jahren aufgestellt sein müssten“, erzählte Zalesinski. Neben zwei neuen Fahrzeugen für Hornburg und der Ersatzbeschaffung mehrerer Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wasser zählte auch der Bau eines modernen, großen Feuerwehrhauses dazu. In Gielde gab es damals die Ideen für einen Anbau am alten Feuerwehrgerätehaus, aber nach bekanntwerden, dass die Landesregierung Neubauten von Feuerwehrgerätehäusern fördere, habe er den Antrag gestellt, in Gielde neu zu bauen.
Protest mit Fackeln und Gräpen?
Verbunden sei das damals schon mit dem Vorschlag gewesen, an der alten Schule zu bauen, doch zunächst habe der Verwaltungsausschuss dies kategorisch ausgeschlossen, Bürger würden mit Fackeln und Gräpen gegen diesen Standort protestieren, so Zalesinski. „Ich sehe hier heute keine Fackeln und Gräpen und habe sie auch nicht in der Vergangenheit gesehen“, kommentierte der Gemeindebrandmeister, der selbst in Gielde wohnt. Bei mehreren Runden Tischen und Informationsveranstaltungen sei hitzig, aber konstruktiv diskutiert worden – ehe eben im Januar 2024 der Entschluss fiel, „hier an der richtigen Stelle zu bauen. Wir freuen uns sehr, dass es nun endlich losgeht.“ Und Gieldes Ortsbrandmeister Nils Bremer hofft, „dass die Bauarbeiten schneller voran gehen als die Planungen.“ Auch Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig konstatierte, dass es sehr lange gedauert habe, „weil Demokratie nun mal so ist wie sie ist. Meinungsbildung ist zeitaufwendig“, aber nun möge es „schnell und störungsfrei“ weitergehen.

Groß ist das Interesse an dem historischen Moment in Gielde: Viele Besucher verfolgen die Ansprachen zum symbolischen ersten Spatenstich. Foto: Gereke
Rückblende: Bei der rund zweieinhalb Jahre dauernden Standortsuche waren damals verschiedene Möglichkeiten erörtert worden. Aber keine kam wirklich in Frage. Ausnahme zunächst: ein Grundstück an der Sandstraße. Ein Gutachten zum Hochwasserschutz legte jedoch dar, dass es im Überschwemmungsgebiet der Warne liegen würde. Und noch ein Problem tat sich an diesem Standort auf: „Ein weiteres Gutachten kam zu dem Schluss, dass sich dort erst in drei Metern Tiefe tragfähiger Untergrund befindet“, hatte Architekt Armin Meyer-Herbig vor zwei Jahren berichtet. Für Hochwasserschutz und Standfestigkeit wären also erheblich höhere Investitionen notwendig gewesen – Meyer-Herbig sprach von einer Million Euro Mehrkosten.
Schnelles Internet
Glasfaser in Gielde und Altenrode: 40 Prozent müssen mitmachen
So kam die einst kategorisch ausgeschlossene, um den Dorffrieden zu wahrende Schulwiese doch ins Spiel – und um möglichst viel der innerörtlichen Grünfläche erhalten zu können, entstand sogar die Idee, die alte Schule abzureißen, um an die Stelle das Feuerwehrgerätehaus mit einem Mehrzweckgebäude für die Vereine als Schulersatz zu bauen. Aber Meyer-Herbig überschlug damals, dass die Kosten dafür noch höher liegen würden – im Raum stellte er eine Summe von 4,8 Millionen Euro. Bei der Haushaltslage der Kommune nahezu eine Illusion. Es folgte das nun einmütige Votum für einen reinen Feuerwehr-Neubau am Standort Schulwiese.

Seit Donnerstag laufen auf der Gielder Schulwiese die Erdarbeiten, um dort das neue Feuerwehrhaus der Ortschaft errichten zu können. Foto: Gereke
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.