Was an Hornburgs Clemens-Schule für die Ganztagsbetreuung passiert
Erste Arbeiten laufen – ein Bagger kratzt die Pflastersteine des alten Lehrerparkplatzes zusammen. Foto: Gereke
Wie wird die Gemeinde als Schulträger den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an der Clemens-Schule in Hornburg gewährleisten? So schafft sie die Voraussetzungen.
Hornburg. Vor mehr als vier Jahren begannen die Planungen – nun geht es für das Millionenprojekt an die Umsetzung. Der Baustart für den Erweiterungsbau der Hornburger Clemens-Schule ist erfolgt. Als Bauzeit ist rund ein Jahr kalkuliert.
Die Visualisierung zeigt, wie sich der Erweiterungsbau an das Bestandsgebäude der Clemens-Schule anfügt. Foto: Hamborg Architekten
Mit dem Erweiterungsbau investiert die Gemeinde Schladen-Werla in ihren zentralen Grundschulstandort, um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab dem 1. August 2026 zunächst für die Erstklässler gilt, erfüllen zu können. Das Ganze diene auch dazu, um eine Lücke in der Betreuung schließen zu können, die für Eltern nach der Kita-Zeit entstehen könnte, sagte Schladen-Werlas Bürgermeister Martin Schulze. „Damit entwickeln wir ein bestehendes Gebäude weiter“, ergänzte er, eine Investition in die Bildung und in einen Ort zum „Leben, Lachen und Lernen“.
Späteres Aufstocken möglich
Entstehen wird ein eingeschossiges Gebäude mit vier Gruppenräumen für je 25 Kinder. Außerdem werden in dem Erweiterungsbau Mensa, Speiseraum und Garderobe untergebracht. Zudem wird zwischen Alt- und Neubau ein Fahrstuhl entstehen, um auch das Obergeschoss der Grundschule barrierefrei erschließen zu können. „Der ganze Bau ist so geplant, dass er bei späterem Bedarf mit relativ geringem Aufwand um eine weitere Etage aufgestockt werden kann“, informierte Architekt Armin Meyer-Herbig. Auf das Dach des Anbaus kommt eine Photovoltaikanlage, außerdem wird die Westseite des Bestandsgebäudes mit neuen Fenstern ausgestattet.

Der Lageplan zeigt, wo der Erweiterungsbau der Hornburger Clemens-Schule entstehen wird. Foto: Hamborg Architekten
Insgesamt kostet das Vorhaben rund 2,2 Millionen Euro, informierte Schulze. Vom Land Niedersachsen gibt es Fördermittel in Höhe von 312.000 Euro. Damit verbleibe der Löwenanteil noch immer bei der Kommune, kommentierte Schladen-Werlas Bauamtsleiter Michael Petrick.
Der Bau entsteht auf dem ehemaligen Lehrerparkplatz, der fällt ersatzlos weg, fügte Petrick an. Weichen mussten fürs Vorhaben auch Büsche und Bäume – unter anderem die mächtige Kiefer, die vorm Bestandsgebäude in den Himmel ragte. „Unser großer Vorteil ist, dass wir den Platz für einen Anbau haben. Andere müssen auch die Ganztagsbetreuung ermöglichen – haben ihn aber nicht.“ Der Bau hat eine Baugrundfläche von 625 und eine Nutzfläche von 560 Quadratmetern. Zum Beginn der zweiten Schulhalbjahrs 2026/27 soll das Gebäude in Betrieb gehen. So lange werde der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Bestandsgebäude gewährleistet.
Nachhaltige Lösung für Hornburg
Erfreut zeigte sich Hornburgs Ortsbürgermeister Marc Samel, selbst Mitglied des Gemeinderats, dass es nun losgeht nach Jahren der Planung und Auslotung, wie die Finanzierung erfolgen kann. „Ich bin richtig froh, dass wir starten können, um den Schulstandort zu entwickeln.“ Vor allem freue ihn, dass das Hauptgebäude einen direkten Anschluss an den Erweiterungsbau bekomme. Es bezeichnete den Anbau als nachhaltig im Vergleich zu Container-Lösungen. Die Baupläne seien gut durchdacht und brächten den Schulstandort weiter.

Begutachten die Pläne (v.l.): Catharina Vollradt, Martin Schulze, Armin Meyer-Herbig, Michael Petrick, Marc Samel und Axel Pätzold vom beauftagten Bauaunternehmen. Foto: Gereke
Derzeit besuchen 348 Kinder die Clemens-Schule in Hornburg. Ein knappes Drittel nimmt derzeit die aktuelle Möglichkeit zur Ganztagsbetreuung in Anspruch, informierte Catharina Vollradt, kommissarische Schulleiterin. Derzeit wird von Montag bis Donnerstag eine Ganztagsbetreuung bis 15.30 Uhr angeboten. Ab dem kommenden Schuljahr im Sommer für Kinder mit Rechtsanspruch gibt es dann auch eine freitags bis 15.30 Uhr.
Der Anbau ist nicht die einzige Investition in den Schulstandort. Die Beantragung des Bauantrags war nur in Kombination mit einem aktuellen Brandschutzplan für das Bestandsgebäude möglich. Und so floss bereits im vergangenen Jahr eine hohe sechsstellige Summe in das Altgebäude, um es in Sachen Brandschutz auf den neusten Stand zu bringen. Die neue Brandmeldeanlage wird um den Anbau erweiterbar sein.
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