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CDU-Kandidat für die Landratswahl

GZ Plus IconChristdemokraten setzen geschlossen auf Erik Homann

Ein Mann hält ein Kärtchen hoch.

CDU-Landratskandidat Erik Homann: Nach seiner Nominierung erhält er eine Tüte mit nützlichen Dingen, die im Wahlkampf helfen sollen. Das Fernglas soll Weitblick ermöglichen und helfen, den Überblick für die gesamte Region zu behalten. Foto: Stade

Der CDU-Kreisverband Goslar hat den Seesener Bürgermeister Erik Homann in einer Mitgliederversammlung einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Landratswahl bestimmt.

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Von Oliver Stade
Donnerstag, 05.02.2026, 16:00 Uhr

Goslar. Nachdem der CDU-Kreisvorstand Seesens Bürgermeister Erik Homann als Kandidat für die Landratswahl am 13. September bereits empfohlen hatte, wurde er am Mittwochabend in einer Versammlung einstimmig nominiert. Als Kreisvorsitzender Ralph Bogisch das Ergebnis bekanntgab, standen die 51 stimmberechtigten Mitglieder von ihren Plätzen auf und spendeten Homann lange Applaus.

Schon zuvor hatte Homann während der Versammlung im Gotec auf dem Energiecampus in Goslar viel Beifall bekommen, nachdem er sich sich vorgestellt hatte. Dazu hatte er Stationen seines Werdegangs beschrieben und dies mit Fotos aus seinem Familienalbum dokumentiert, von seiner Arbeit als Bürgermeister berichtet und beschrieben, was er als Landrat vorhat. Nahbar und unverstellt zeigte sich der 49-Jährige, der bei seiner Vorstellung von seiner Frau und von zwei seiner vier Kinder begleitet wurde.

Ein exotisches Detail

Homanns wohl exotischstes Detail aus seiner Biographie ist die Geburt in Nairobi, seine Eltern lebten lange Zeit in Afrika. Der Christdemokrat bringt viel Verwaltungserfahrung mit. Er ist von Haus aus Jurist, wie seine Frau, und seit 2011 Bürgermeister in Seesen. Bereits im Alter von 29 Jahren begann er in der Stadtverwaltung der Sehusastadt als Erster Stadtrat zu arbeiten. Bei seiner Arbeit habe er gelernt, dass Geduld zur Arbeit in einer Verwaltung dazu gehört. Ein Gewerbegebiet werde nicht von heute auf morgen entwickelt, auch der Hochwasserschutz sei ein Beispiel dafür, dass in der Politik dicke Bretter gebohrt werden müssten.

Homann sagte: „Ich weiß, wie Verwaltung und Kommunalpolitik funktionieren.“ Er beschrieb sich als einen „fröhlichen Gesellen“, er sei optimistisch und habe keine „politischen Scheuklappen“. Parteipolitisches Denken schade mehr als es nutze. Zu seinen Grundhaltungen gehöre der Wille zum Dialog und die Bereitschaft dazuzulernen.

Entscheidungen treffen

Vor allem sei es wichtig, mutige Entscheidungen zu treffen und nicht auf Applaus zu schielen. In Seesen habe er dies mit mehreren Projekten bewiesen. Er nannte die Innenstadtsanierung, bei der es zunächst viel Widerstand gegeben habe, die Sanierung und Umgestaltung des Jacobson-Hauses mit einer offenen Bücherei und die Gründungsförderung, mit der in Seesen schon 2015 begonnen wurde. „Am Anfang wurden wir belächelt dafür“, sagte Homann. Dabei habe die Stadt das Thema früh erkannt, Unternehmertum zu stärken. Die Wirtschaftsförderung und den Tourismus in einer 100-prozentigen Stadttochter zu bündeln, sei ein weiteres Beispiel dafür, beherzt voranzugehen.

Was stellt Homann sich für den Landkreis vor? Er plädierte für eine „Kultur des Möglichmachens“ statt Bedenkenträgerei. Er wolle die Chancen sehen, nicht nur die Risiken und Menschen unterstützen, „die etwas bewegen wollen“.

Kritik klingt bei Homann nur selten durch, er ist niemand, der die Konfrontation sucht. Eine der wenigen Formulierungen, die als Seitenhieb auf den Amtsinhaber im Kreishaus verstanden werden können, leitete er mit den Worten ein, er wolle kein Landkreis-Bashing betreiben: „Ich erlebe es manchmal so, dass der Landkreis sich häufig darauf konzentriert, Aufsichtsbehörde zu sein. Er ist aber auch Dienstleister für seine Kommunen.“ Diese Serviceorientierung müsse stärker genutzt werden, um als Team mehr zu bewegen. In diesem Zusammenhang plädierte Homann dafür, dass der Landrat und die Bürgermeister enger zusammenarbeiten, außerdem sprach er sich für schnellere Baugenehmigungen aus.

„Wir können mehr“

Am Ende seiner Rede schlug Homann vor allem optimistische Töne an: „Ich glaube, dass dieser Landkreis ein Wahnsinnspotenzial hat.“ Er gehöre in die Spitzengruppe, wenngleich er in Ranglisten meist „weit unten“ liege. „Wir können mehr“, sagte er und kündigte an: „Ich werde kämpfen, mit Leidenschaft und Augenmaß, dass wir die Wahl gewinnen“.

„Ein guter Mann“, sagte einer der Christdemokraten im Saal nach der Nominierung Homanns, mit dem die CDU das Kreishaus in Goslar erobern will, das seit Urzeiten von SPD-Verwaltungschefs geleitet wird. Kreisvorsitzender Ralph Bogisch hat den Ehrgeiz bei den Kommunalwahlen nicht nur mit Homann ein deutliches Zeichen zu setzen. In allen Kommunen soll die CDU mit Bewerbern für das Bürgermeisteramt antreten. Für Bad Harzburg (Stefanie Hertrampf), Langelsheim (Elena Brunke Rudloff) und Seesen (Gerrit Lober) gibt es bereits feste Kandidaten, in Braunlage soll Dirk Becker nominiert werden, und um Bewerber für Clausthal-Zellerfeld und Liebenburg zu finden, gebe es zurzeit Gespräche mit möglichen Bewerbern, berichtete Bogisch.

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