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Eiserne Hochzeit

GZ Plus IconLiebe auf den ersten Blick hält bereits mehr als 65 Jahre

Das Foto zeigt ein Paar zusammen mit ihrem schwarzen Hund auf dem Sofa.

Mit Hund Arez auf dem Sofa: Lieselotte und Helmut Friedrichs feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Foto: Jung

Ein Blick genügte, und Lieselotte Friedrichs hatte sich in ihren Helmut verliebt. Eine Liebe, die bereits lange hält. Am Mittwoch feiern sie Eiserne Hochzeit.

Von Volker Jung Mittwoch, 08.04.2026, 10:00 Uhr

St. Andreasberg. Liselotte Friedrichs weiß es noch ganz genau. Der Schnee lag meterhoch, als sie ihren Helmut 1959 das erste Mal sah. Die damals 17-Jährige stand auf dem Balkon des Hotels „Altes Rathaus“, als Helmut Friedrich in einer Gruppe von jungen Männern vorbeilief. „Da fiel mein Blick auf Helmut, und von da an war es um mich geschehen“, berichtet sie sichtlich gerührt.

Am heutigen Mittwoch blicken sie auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück und feiern das Fest der Eisernen Hochzeit. Liselotte Friedrichs ist geboren und aufgewachsen in Braunschweig. Sie kam im Alter von 17 Jahren nach St. Andreasberg. Zunächst wohnte sie bei ihrem Onkel, der einen Eisenwarenladen am Markt hatte. Und sie arbeitete im Hotel „Altes Rathaus“.

Im Winter gibt es Eisblumen

Nach dem ersten Blickkontakt ließ sich auch der 19-jährige Helmut nicht lange bitten. Treffen im Park und Tanzen gehen waren nun angesagt. Die Zeit verging schnell, und schließlich feierten die beiden am 8. April 1961 Hochzeit.

Die erste Zeit war hart, erinnern sich Lieselotte und Helmut Friedrichs. Das junge Paar hatte eine Ein-Zimmer-Wohnung in der Brauhausstraße bezogen. Ein Holzofen, ein Sofa, Tisch und ein paar Stühle, das war schon fast alles. Statt Badezimmer mit fließend Wasser gab es ein Plumpsklo auf dem Flur. Im Schlafzimmer bildeten sich an der Scheibe im Winter Eisblumen. „Oft habe ich morgens um drei die Arbeitskleidung von Helmut mit dem Reibebrett gewaschen“, erinnert sich Liselotte Friedrichs. Es war eine harte Zeit, meint sie, „aber was macht man nicht alles aus Liebe.“

Helmut Friedrichs arbeitete zunächst im Sägewerk Stürze, später beim Holz- und Brennstoffhandel Schuller. Liselotte, mittlerweile von allen Lilo genannt, hatte eine Stelle in der Rehbergklinik. In der Herrenstraße bezog das Ehepaar dann mit zwei Kindern die erste Mehrzimmerwohnung. „Da gab es sogar fließend warmes Wasser und eine Dusche“, berichten die beiden.

Einen Hund angeschafft

Einige Umzüge im Ort kamen während ihrer Ehe hinzu, genauso wie zwei weitere Kinder. Helmut Friedrichs arbeitete bis zur Rente bei Dachdecker Rathmann und frönte seinem Hobby, der Vogelhaltung. Heute wohnt das Ehepaar am Gesehr mit schönem Wiesenblick. Es gehe alles langsamer, und im Alter sei alles schwerer, berichten die beiden. Die ein oder andere Krankheit sei gekommen, einschließlich Aufenthalte im Krankenhaus.

Helmut Friedrichs musste sein aktives Hobby bei den Buchfinkenwettbewerben aufgegeben, er kann nur noch schlecht laufen. Aber zwei Vögel hat er noch, die er pflegt und hegt. Vor zwei Jahren hat sich das Paar einen Hund angeschafft, eine französische Bulldogge, aus dem Tierheim. Arez heißt der Hund und er sei ungefähr sechs Jahre alt. Freudig strahlen die Augen, als die beiden davon erzählen. „Arez kommt aus Rumänien, er hat vier Jahre auf der Straße gelebt“, berichtet Lieselotte Friedrichs. „Ich gehe am Tag mit ihm viermal spazieren.“ Die kleine Bulldogge bringe Licht in den Alltag. „Außerdem ist das unser Ansporn weiterzuleben, so lange Arez noch bei uns ist“. Das Paar feiert die Eiserne Hochzeit im engsten Kreis im Berghotel „Glockenberg“.

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