Vom Feuerwehrfest zur Eisernen Hochzeit: Die Liebesgeschichte der Rühes
Ingeborg und Albert Rühe feiern am heutigen Mittwoch ihre Eiserne Hochzeit. Foto: Hohaus
Albert und Ingeborg Rühe sind seit 65 Jahren, seit dem 30. Juli 1960, verheiratet. Im Sommer 1956 lernten sie sich auf dem Feuerwehrfest in Groß Mahner kennen. Ihre Eiserne Hochzeit feiern sie im Kreise der Familie.
Schladen. Albert und Ingeborg Rühe (geborene Cronjäger) feiern am heutigen Mittwoch, 30. Juli, ihre Eiserne Hochzeit. Kennengelernt haben sich beide im Sommer 1956, in Groß Mahner bei einem Feuerwehrfest. Beim Tanzen am Abend kamen sich beide näher und sind seitdem unzertrennlich.
Am nächsten Tag trafen sie sich wieder beim Feuerwehrfest, erst zum Frühstück und am Abend noch einmal beim Tanz. Weihnachten 1958 verlobten sie sich. Dann, vor 65 Jahren, gaben sie sich das „Ja“-Wort. Am 30. Juli 1960 heirateten sie standesamtlich in Klein Mahner und kirchlich in Groß Mahner. Es war ein Dienstag. Tags zuvor wurde der Polterabend mit Nachbarn und Freunden Zuhause gefeiert. Auch die Hochzeit wurde im Hause der Eltern gefeiert. Um das Menü vorzubereiten und die Feier auszurichten, wurde extra eine Frau zum Kochen angestellt.
Schlachterei eröffnet
Die ersten Ehejahre verbrachten die Frischvermählten im Elternhaus des Bräutigams. Dort kam 1964 auch Töchterchen Birgit zur Welt. Und es ging voran: In jenen Jahren wurden viele Schlachtereien zum Verkauf angeboten und das Ehepaar Rühe entschied sich zuzugreifen. 1969 erfüllten sie sich in Schladen „Am Hauptgraben“ ihren Traum. Albert Rühe hatte den Beruf des Schlachters in Salzgitter erlernt. Bereits mit 23 Jahren machte er an der Handwerkskammer seinen „Schlachtermeister“. Zur damaligen Zeit erhielten Absolventen aber erst mit 25 Jahren den Brief. Es war seine Leidenschaft.
„Bereits mit neun Jahren wollte ich Schlachter werden, der Urgroßvater und Vater waren Hausschlachter und Maurer, deshalb wollte ich die Tradition fortsetzten“, erinnert sich der Senior. Im Jahr 1969 war es endlich so weit: Das Ehepaar wurde zu Geschäftsleuten und machte sich selbstständig. Zum Hauptgeschäft im Hause wurden noch Filialen in Beuchte und „Am Markt“ (Schladen) eröffnet.
Der Laden „Am Hauptgraben“ wurde 1990 geschlossen, denn er lag zu weit weg vom Ortskern und somit nicht zentral genug. Dort wurde aber weiterhin jede Woche noch etwa zehn Schweine geschlachtet und die Wurstwaren produziert. Mit dem Erreichen des Rentenalters im Jahr 2002 wurde der Laden „Am Markt“ geschlossen. Tochter Birgit bot noch weitere zehn Jahre einen Partyservice an.
Immer gerne gereist
Aber Albert Rühe machte weiter mit der Herstellung von Wurst, bis zum Frühjahr 2024 war er noch jeden Montag aktiv in „seinem“ geliebten Schlachthaus. Während der Selbstständigkeit wurde der Laden drei Wochen geschlossen, dann ging es mit den Enkelkindern nach Büsum. Später wurden Busreisen nach St. Petersburg, in die Toskana und nach Norwegen sowie die jährlichen Reisen mit der CDU unternommen. Die Braut ging früher zur Hockergymnastik beim MTV Jahn und zu den Seniorenfrauen in Schladen.
Für Albert Rühe steht seit 63 Jahren auch die Feuerwehr im Mittelpunkt. Erst war er in der Ortsfeuerwehr Klein Mahner in der Einsatzabteilung tätig, später in Schladen. Bis April 2022 war er dort auch der Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung. Dem Schützenverein Schladen gehört er bereits seit 55 Jahren an.
Lebensabend im Seniorenheim
Beide Senioren, Ingeborg (86) und Albert (88), verbringen ihren Lebensabend seit dem 1. August 2024 im Seniorenheim der Grotjahn-Stiftung. Am heutigen Jubiläumstag hat sich die Familie mit drei Enkeln und inzwischen fünf Urenkel angekündigt. Ortsbürgermeister Michael Hausmann, der Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung Andreas Stieler und weitere Freunde wollen am heutigen Tage ebenfalls als Gratulanten vorbeischauen.
Der kirchliche Part der Eisernen Hochzeit wird aber erst am Sonntag, 7. September, nach der Sommerpause, mit Pfarrerin Ulrike Baehr-Zielke, in der Lukas Kapelle der Grotjahn- Stiftung erfolgen.
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