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Bürger beschwert sich

GZ Plus IconBeschneiung des Teichtals sorgt für Kontroversen

In der vergangenen Woche beschneien die Städtischen Betriebe Braunlage den Hang im Teichtal, und das, obwohl nach Ansicht von Wlades Poberezny absehbar war, dass es am Wochenende zu einem Wärmeeinbruch kommt.

In der vergangenen Woche beschneien die Städtischen Betriebe Braunlage den Hang im Teichtal, und das, obwohl nach Ansicht von Wlades Poberezny absehbar war, dass es am Wochenende zu einem Wärmeeinbruch kommt. Foto: Jung

Vor dem Winterfest in St. Andreasberg Anfang Februar war es nach Ansicht von Wlades Poberezny bitterkalt. „Da hätte beschneit werden können“, meinte er Montagabend in einer Ausschuss-Sitzung. Doch das sei nicht geschehen, und er wollte wissen, warum.

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Von Michael Eggers
Mittwoch, 26.02.2025, 12:00 Uhr

Braunlage. Die Beschneiung des Teichtals in der vergangenen Woche sorgt nicht nur in St. Andreasberg für Diskussionen, am Montagabend brachte Wlades Poberezny das Thema auch in die Sitzung des Ausschusses für Bau, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Tourismus im Rathaus Braunlage. Er wollte in der Einwohnerfragestunde wissen, warum zu der Zeit beschneit worden ist, nicht aber vor dem Winterfest. Ausschuss-Vorsitzender Hauke Lattmann (Bürgerliste) kündigte an, dass sich das Gremium demnächst ohnehin intensiv mit der Beschneiung befassen wolle.

Winterfest: Kein Schnee im Teichtal

Wlades Poberezny, ein ehemaliger CDU-Ratsherr, las in der Sitzung eine ausführliche Stellungnahme zu der Beschneiung vor. Er habe als Moderator das Winterfest unterstützt, berichtete er, bei dem das Rudelrodeln zu den Attraktionen gehöre. Dieses Rudelrodeln musste aber ausfallen, weil im Teichtal kein Schnee lag.

Nach Auffassung Pobereznys ist es in den Tagen vor dem Winterfest kalt genug gewesen, um beschneien zu können. Dies sei aber nicht geschehen. Stattdessen haben die Städtischen Betriebe Braunlage (SBB) aber in der vergangenen Woche das Teichtal beschneit, und das, obwohl die Wettervorhersagen für das Wochenende einen Wärmeeinbruch prognostizierten. Die Folge war, der Schnee schmolz, es konnte am Wochenende nicht mehr gerodelt werden. Er führte weiter aus, dass derzeit kaum Urlauber in der Bergstadt seien, gerodelt seien vielmehr Bewohner aus Nachbarorten. Er bewertete er diese Aktion denn auch als „Geldverschwendung“.

Wasser zu warm

Bürgermeister Wolfgang Langer (Bürgerliste) wies die Vorwürfe zurück. Seiner Meinung nach haben die Temperaturen vor dem Winterfest nicht ausgereicht, um beschneien zu können. Die SBB würden das Wasser für die Beschneiung aus dem Hilfe-Gottes-Teich gewinnen. Dieses Wasser sei aber zu der Zeit vor dem Winterfest noch zu warm gewesen. Das Stadtoberhaupt betonte, dass die SBB sofort beschneit hätten, wenn es möglich gewesen wäre.

Die St. Andreasberger Ratsdame Katie Humphrys ergänzte, dass beispielsweise bei sieben Grad Wassertemperatur auch minus vier Grad Lufttemperatur nicht ausreichen, um den Hang beschneien zu können.

Weiter unterstrich Wolfgang Langer, dass in der Zeit vor einer Woche sehr wohl Urlauber in St. Andreasberg gewesen seien. „Aber natürlich nicht so viele wie zum Winterfest während der Zeugnisferien.“ Die Frage, ob beschneit wird oder nicht, sei dabei nicht immer ganz leicht zu beantworten.

„Es war zunächst nur ein Zentimeter Schnee vorhergesagt“, erklärte der Bürgermeister. Tatsächlich seien es dann mehr als elf Zentimeter gewesen. Er betonte aber, dass auch schon am Wochenende davor gerodelt werden konnte, weil die Beschneiung bereits in der vorvorigen Woche gestartet sei.

Und wie Ortsvorsteher Karl-Heinz Plosteiner (CDU) in der Sitzung berichtete, habe es nicht nur Kritik an der Beschneiung in St. Andreasberg gegeben. „Mich haben allein sechs Vermieter angerufen, die sich darüber gefreut haben.“

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